Die Märchenspinnerei
LEONDING/LINZ. Wer von uns ist nicht mit den Märchen der Brüder Grimm aufgewachsen? Rotkäppchen und der böse Wolf, Schneewittchen, Aschenputtel: Sie begeistern seit mehr als hundert Jahren Jung und Alt. So auch die aus Leonding stammende Autorin Barbara Schinko, die mit elf anderen Schreibbegeisterten das Autorenkollektiv „Die Märchenspinnerei„ gegründet hat.

Für ihr Jugendbuch „Schneeflockensommer“, eine moderne Interpretation des Märchens „Frau Holle“, wurde die Leondingerin mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet, Tips hat berichtet. Als Vorbild für ihr neuestes Werk hat sie sich „Rotkäppchen“ ausgewählt.
Kein Kindermärchen
Ihr soeben erschienener Roman „Ein Mantel so rot“ beschreibt die Liebesgeschichte zwischen einem erwachsenen Rotkäppchen und einem Jäger, der sich in einen Wolf verwandelt: Als Zoyas Mann zum ersten Mal die Gestalt eines Wolfs annimmt, ahnt Zoya nicht, welches Unglück damit über sie und ihr Dorf hereinbricht. Wie liebt man jemanden, der kein Mensch mehr ist? Haben die anderen Dorfbewohner mit ihren Befürchtungen Recht – wird Zoyas Mann seinen Namen vergessen und sich in ein Mischwesen aus Mensch und Tier, einen „rasenden Wolf“, verwandeln?
Mit zeitloser Sprache und in eindrucksvollen Bildern skizziert die nun in Linz lebende Leondingerin diese ebenso bittersüße wie düstere Beziehung und verliert dabei nie das Gefühl fürs Märchenhafte. „Ein Mantel so rot“ ist daher auch kein Kindermärchen, sondern ein Buch, das Jugendliche und Erwachsene anspricht. „Das Spiel mit Märchenelementen hat mich schon immer begeistert. In meinem neuen Buch geht es um das zentrale Thema des Rollentauschs“, so die Autorin.
Die Autoren und ihre dreizehn Blogger-Feen
Herausgegeben wird das Buch im Eigenverlag. Barbara Schinko hat dafür extra zusammen mit elf anderen Schreibbegeisterten aus Österreich, Deutschland und Schweden ein Autorenkollektiv gegründet. „Wir sind zu zwölft und jeden Monat erscheint von uns ein Roman, der ein bekanntes Märchen neu beleuchtet.“ Die Bücher sind exklusiv über Amazon erhältlich.
Die „Märchenspinner“ setzen sich mit ihren Lieblingsmärchen auseinander und schneidern ihnen ein teilweise düsteres, teilweise modernes, aber in jedem Fall neues Gewand. Unterstützt werden die zwölf Autorinnen von ihren dreizehn „Guten Feen“. „Zu Dornröschens Geburt erschienen zwölf gute Feen, die das neugeborene Kind mit ihren guten Wünschen bedachten. Auch unsere Märchenspinnerei ist neugeboren worden und diese zwölf guten Blogger-Feen stehen uns zur Seite. Aber wie im echten Märchen gibt es auch bei uns eine dreizehnte Fee“, erklärt Schinko. Die Feen begleiten das Gesamtkunstwerk „Märchenspinnerei“ mit Autoren-Interviews, Leser-Rätseln, Veranstaltungshinweisen, Blog-Tours und vielem mehr. Auftakt für das Projekt war am 13. Februar 2017 mit der Erscheinung des ersten Bandes der Märchenspinner: „Der Axolotkönig“ von der hessischen Tierärztin Sylvia Rieß.
Im monatlichen Abstand folgen nun die anderen Bände der Reihe. Unter den Büchern finden sich sowohl kurze als auch lange Romane, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.


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