Politik sorgt sich nach Übergriffen in der LILO um das Image der Öffis
ALKOVEN/LINZ-LAND. Verspätungen, Beschädigungen, Übergriffe: Laut einer Presseaussendung soll es in der Linzer Lokalbahn LILO oft negative Vorkommnisse mit Asylwerbern geben – die Polizei wurde aber nur zwei Mal in zwölf Monaten gerufen.

Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) und LILOGeneraldirektor Friedrich Klug machten in einer gemeinsamen Aussendung auf Übergriffe in der LILO aufmerksam. Als Beispiel nennen sie einen Vorfall vom Morgen des 14. Jänner.
Jüngster Vorfall
Im LILO-Zug 8001 Richtung Peuerbach wurden zwei Fahrgäste kontrolliert, die nur ein Fahrticket hatten. Daraufhin soll es zu aggressivem Verhalten der beiden Fahrgäste gekommen sein. Die Polizei wurde verständigt und die Fahrgäste wurden des Zuges verwiesen. Die Abfahrt in Leonding verzögerte sich um 16 Minuten. Im späteren Zug 8004 stiegen die beiden Fahrgäste wieder zu und es soll wieder zu aggressivem Verhalten gekommen sein. Den späteren Zug 8005 wollten die beiden nicht verlassen. In Alkoven sind sie ausgestiegen.
Schnelle Eskalation
Bei einem der beiden Fahrgäste handelte es sich um einen Klienten der Einrichtung Noah, die in Alkoven Flüchtlinge und Asylwerber betreut. Laut Noah-Geschäftsführerin Mariella Klaffenböck hätten die beiden Burschen ein gültiges Fahrticket gehabt, das jedoch an einen bestimmten Zug gebunden gewesen sei. Das hätten sie nicht verstanden, sagt Klaffenböck. Sie hätten auch nicht verstanden, warum sie aus dem Zug geworfen wurden und warum die Polizei gerufen wurde.
„Wir wissen nicht, wer den Stein ins Rollen gebracht hat und wie es so weit gekommen ist. Ich will keinem die Schuld zuweisen, das wäre unfair den Burschen und dem Schaffner gegenüber“, sagt Klaffenböck. Die beiden Fahrgäste hätten sich nach dem Vorfall bei der LILO und dem Schaffner entschuldigt.
Sorgen um Image
Landesrat Steinkellner sorgt sich um das Image des öffentlichen Verkehrs: „Das Angebot kann noch so attraktiv gestaltet sein, aber wenn durch Bedrohungen, Rangeleien und Sachbeschädigung die Sicherheit der Fahrgäste nicht gewährleistet wird, laufen die Bemühungen ins Leere.“
LILO-Generaldirektor Klug ergänzt: „Nicht nur Bedienstete, sondern auch Fahrgäste werden von gewissen Personengruppen bedroht.“ Steinkellner und Klug haben angekündigt, einen runden Tisch mit Vertretern aus Politik und den zuständigen Behörden ins Leben zu rufen.
Zwei Anzeigen bei der Polizei
Auf Tips-Nachfrage bei der Landespolizeidirektion OÖ gab es in den letzten zwölf Monaten jedoch nur zwei Vorfälle, bei denen es zu Anzeigen kam. Das Bezirkspolizeikommando Grieskirchen-Eferding meldete im Dezember eine Sachbeschädigung einer Haltestelle durch unbegleitete minderjährige Asylwerber und eben diesen Vorfall vom 14. Jänner. Zahlen darüber, wie viele Vorfälle es gab, bei denen die Polizei nicht eingebunden war, waren beim Büro von Landesrat Steinkellner sowie bei der LILO bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.
Raues Klima
Noah-Geschäftsführerin Mariella Klaffenböck betont, dass der Umgangston mit Asylwerbern generell schärfer und härter geworden ist. In der LILO seien viele Asylwerber unterwegs, weil es in Alkoven keine Deutschkurse gäbe und viele Klienten in Linz arbeiten würden. „Noah-Klienten haben jedenfalls immer gültige Tickets dabei“, betont sie.


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