Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ. Gegen die Verbauung der Grünfläche hinter dem Kinderdorf St. Isidor machen nun auch die Umweltreferenten von Stadt und Land Mobil. Dieser ist von großer Bedeutung sowohl für Linz als auch für Leonding.

Der Grüngürtel bei St. Isidor Foto: VoWe
Der Grüngürtel bei St. Isidor Foto: VoWe

Im Rahmen einer Verordnung des Landes OÖ könnte die rund 30 Hektar große Grünfläche hinter dem Kinderdorf St. Isidor bald zum Betriebs- und Wohnbaugebiet werden. Es regt sich Widerstand: denn nicht nur für die Leondinger hat der Grünzug eine wichtige Wirkung, auch für die Durchlüftung von Linz ist er essentiell.

„Wie wenn man die Fenster zunagelt“

„Das ist, wie wenn man in der eigenen Wohnung nicht mehr lüftet, sondern die Fenster gleich zunagelt“, so die Linzer Umweltreferentin Eva Schobesberger. „Wir haben in Linz relativ viele Schwachwindlagen. Und wenn der schwache Wind auch noch blockiert wird, dann haben wir ein Problem“, erhält sie Rückendeckung von Wilfried Haler, Leiter der Abteilung Umweltmanagement des Landes OÖ. Derzeit ist diese Windschneise nur durchbrochen durch die Bahntrasse. „Aber die ist dem Wind ja egal.“

Durchlüftung: Auch Leonding betroffen

Doch nicht nur Linz ist davon betroffen. „Es ist auch ein Problem für Leonding“, weiß Hager. Im Großraum Linz herrschen Ost-West-Windlagen vor. Kommt der Wind von Westen, würde er durch die Verbauung für Linz blockiert. Kommt der Wind von Osten, so trifft die Blockade Leonding. Dies wirkt sich speziell durch die immer heißer werdenden Sommer fatal aus, denn Hitzestaus sind die Folge.

Dramatische Folgen für die Tierwelt

Doch nicht nur für die menschlichen Bewohner hätte eine Verbauung gravierende Folgen, weißt der Leiter der Naturkundlichen Station Friedrich Schwarz hin: „Das eigenarteige ist, dass in Ballungszentren sehr viel an Tieren und Pflanzen lebt.“ Dies hängt mit den vielen, kleinräumigen Lebensräumen inklusive grünen Ausgleichsräumen zusammen. „Letztere sollten natürlich frei bleiben“, warnt der Experte. Durch den Wandel der Lebensräume sei schon ein Wandel in der Tierwelt zu bemerken. So gibt es schon einen drastischen Rückgang von Insekten. Diese bieten jedoch die Lebensgrundlage für viele weitere Tierarten. „Das ist eine dramatische Situation“, vergleicht Schwarz den derzeitigen Wandel mit dem Aussterben der Dinosaurier. „Da braucht es auch diese großen Flächen um diese Gefahr bannen zu können. Da ist die Raumordnung ein Schlüsselgesetz.“

Verschärfung der Raumordnung gefordert

Bei der Raumordnung will auch Umweltlandesrat Rudi Anschober ansetzten. Schon derzeit wird die Bodenqualität begutachtet. „Wir sind das erste Bundesland, dass die Bodenfunktion in allen Gegenden erhebt“, erklärt Anschober. Demnach ist die Bodenfunktion des Grundstücks besonders hochwertig - sowohl was die „Natürliche Bodenfruchtbarkeit“ und den Wasserabfluss anbelangt, als auch als „Schadstoffilter und Puffer“ . Einfluss auf die Raumordnung hat das jedoch keinen. Die Erhebung wird „jetzt nur als Beratungstool“ verwendet. „Ziel müsste aus meiner Sicht eine Verschärfung des Raumordnungsgesetzes sein“, so Anschober - inklusive eines Verpflichtenden Charakters des Bodenschutzes.

Gemeinderat überzeugen

Der Leondinger Umweltreferent Sven Schwerer will nun im Gemeinderat auf Aufklärung setzen. Auch auf Gespräche mit den Eigentümern - die Diözesane Immobilien-Stiftung und die Diözese Linz - bzw. mit Bischof Manfred Scheuer setzt der Umweltreferent. Schwerer stellt jedoch auch in den Raum: „Die Leute, damit man eine Volksbefragung einleiten kann, würden wir auf jeden Fall erreichen.“


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Ansfeldner Bürgermeister erhält Einblick in die Welt der Luftfahrt

Ansfeldner Bürgermeister erhält Einblick in die Welt der Luftfahrt

ANSFELDEN. Einen besonderen Einblick in die Welt der Luftfahrt erhielt Bürgermeister Christian Partoll (FPÖ) bei einem Besuch der in Haid ansässigen ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Puckinger und Arbinger Senioren gemeinsam unterwegs

Puckinger und Arbinger Senioren gemeinsam unterwegs

PUCKING/ARBING. Sieben Senioren aus Pucking folgten einer Einladung der Arbinger Senioren zu einer gemeinsamen Wanderung. Die Initiative dazu ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Alpenverein Neugablonz-Enns unterwegs im Salzkammergut

Alpenverein Neugablonz-Enns unterwegs im Salzkammergut

ENNS. Der Alpenverein Neugablonz-Enns veranstaltete ein Familienwochenende im Salzkammergut. Eine zehnköpfige Gruppe verbrachte zwei Nächte ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Ü40-Party bringt 80er- und 90er-Flair nach Kematen

Ü40-Party bringt 80er- und 90er-Flair nach Kematen

KEMATEN AN DER KREMS. Der Generationenausschuss Kematen lädt am Samstag, 12. September, zur Ü40-Party in den Martinshof. Musik aus den 80er- ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Feuerwehr Pucking-Hasenufer meistert Leistungsprüfung

Feuerwehr Pucking-Hasenufer meistert Leistungsprüfung

PUCKING. Die Feuerwehr Pucking-Hasenufer hat die Leistungsprüfung in Bronze und Gold erfolgreich gemeistert. 

Tips - total regionalBrandstetter Olivia
Leserbrief: Google, Amazon und zwei neue Donaubrücken als Sargnagel

Leserbrief: "Google, Amazon und zwei neue Donaubrücken als Sargnagel"

ENNS. Tips-Leser Hans Peter Schausberger aus Enns äußert sich in seinem Leserbrief „Google, Amazon und zwei neue Donaubrücken als Sargnagel“ ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Weitere Beiträge