"Schuli" sorgt für die Vielfalt der Pflanzen im Herrschaftsgarten
LEONSTEIN. Beim Spaziergang durch die Schmiedleithen in Leonstein wird man in die Zeit der Sensenschmiede zurückversetzt. Der Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus, von der auch Herbert Rosenegger fasziniert ist. Der Obmann des Kulturvereines d' Hammerschmied engagiert sich ehrenamtlich für die Schmiedleithen.

In Leonstein ist Herbert Rosenegger als „Schuli“ bekannt. Er war 31 Jahre lang Schulwart in der Volksschule Leonstein und bei den Kindern sehr beliebt. Bei seiner Pensionierung im Jahr 2015 wurde am Schulvorplatz eigens eine Tafel mit der Aufschrift „Herbert Rosenegger Platz“ angebracht.
Liebe zum Alten
Doch auch in der Pension ist Herbert Rosenegger sehr aktiv. Die Schmiedleithen mit ihren Herrenhäusern, Gärten und Werksgebäuden hat es ihm angetan. „Zum Alten habe ich immer einen Hang gehabt“, so der Steyrtaler, der seit zehn Jahren Obmann des 1994 gegründeten Kulturvereines d' Hammerschmied ist.
Der 62-Jährige führt Gruppen ab zehn Personen, nach telefonischer Anmeldung, durch die Schmiedleithen. Die Ausstellung in der Kram zeigt das Leben und Wirken der Schwarzen Grafen.
Ein kleines Dorf
In der Schmiedleithen ist der Dorfcharakter erhalten geblieben und es herrscht ein besonderes Flair. „Es ist ein Kraftplatz, das sagen auch die Besucher. Man spürt hier die Vergangenheit, das ist etwas Besonderes“, erzählt Rosenegger, für den es ein Ort zum Abschalten ist.
Schwarze Grafen in Leonstein
Bis 1967 wurden in der Schmiedleithen Sensen produziert. Die Besitzer wurden Schwarze Grafen genannt, weil sie beim Schmieden der Sensen schwarz geworden sind und mit den Sensen zu einem Reichtum gekommen sind. Rudolf Zeitlinger war der letzte Schwarze Graf. Heute gibt es drei Eigentümer und die beiden Herrenhäuser sind bewohnt.
Der Verein d' Hammerschmied hat rund 3500 Quadratmeter des Herrschaftsgartens, das Helmhäusl sowie Teile der Kram und des Kohlbarrens in Pacht. Es werden auch regelmäßig Feste und Konzerte veranstaltet.
Raritäten im Garten
Vor zehn Jahren hat Herbert Rosenegger den jährlichen Raritäten-Pflanzenmarkt eingeführt. Der Herrschaftsgarten ist mit Samen und Pflanzen von Arche Noah bepflanzt. Es sind seltene, alte und ausgefallene Sorten zu finden. Von der Andenbeere bis hin zur Zuckerwurz – alles wächst im Herrschaftsgarten. Die ehrenamtlichen Helfer und ein Wirt holen sich das Obst und Gemüse aus dem Garten. Bei Festen wird auch damit gekocht.
Vielfalt der Pflanzen zeigen
„Der Sinn des Gartens ist es, die Vielfalt der Pflanzen zu zeigen und die Leute anzuspornen, auch seltene und nicht genmanipulierte Pflanzen anzubauen“, erklärt Herbert Rosenegger und betont: „Ich als Obmann kann alleine nichts machen, ich brauche meine Helfer. Leider wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden. Wer mithelfen will, kann sich gerne melden.“


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