Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LEOPOLDSCHLAG. Vor dem Aussterben steht in der Region der Wachtelkönig, eine Vogelart, die in Wiesen brütet und es nicht geschafft hat, sich dem Fortschritt in der Landwirtschaft anzupassen. Das Natura 2000 Infozentrum ersucht nun darum, Wachtelkönig-Beobachtungen zu melden.

  1 / 3   Die Bestände, gemessen an „crex, crex“-rufenden Männchen, schwanken erheblich. Foto: Natura 2000 Infozentrum Leopoldschlag

Sein Problem ist, dass er stets zu spät kommt. Mindestens 30 Zentimeter hoch muss das Gras einer Wiese sein, damit sich ein Wachtelkönig darin niederlässt, balzt und sein Bodennest baut. In diesem Zustand ist eine Wiese schon bald schnittreif. Die kurze Zeit bis zur Mahd reicht nie und nimmer für eine erfolgreiche Brut. „Folgerichtig steht der Wachtelkönig bei uns vor dem Aussterben“, sagt Wolfgang Sollberger vom Natura 2000-Infozentrum Leopoldschlag.

Brut ab Mitte Mai

Erst Mitte Mai trifft der Wachtelkönig in seinen Brutgebieten ein, die ersten Gelege werden mit dem ersten Wiesenschnitt zerstört. Nur wenn die Bauern davon überzeugt werden können, „Wachtelkönig-Wiesen“ erst ab 1. August zu mähen (vom Land OÖ entschädigt!), hat diese extrem seltene Vogelart eine Überlebenschance. Europaweit laufen deshalb Schutzprojekte. Wie sich herausgestellt hat, gehört die Maltsch und Freiwaldregion zu den wenigen noch verbliebenen Verbreitungszentren des Wachtelkönigs in OÖ. Das Maltschtal bei Leopoldschlag, Stiegersdorf, Windhaag Unterwald, Hareln, das Gebiet um Sandl, Liebenau und Weitersfelden sind Schwerpunktgebiete der Vorkommen.

Schwankende Zahl von rufenden Männchen

Wurden 2015 31 charakteristisch „crex, crex“ rufende Männchen festgestellt, nahm deren Zahl 2016 auf 17 und 2017 auf drei Rufer ab. Im Europaschutzgebiet Wiesengebiete im Freiwald gab es 2015 19, 2016 neun und 2017 ein rufendes Männchen. Die geringen Bestände von 2017 sind nicht zwingend auf geänderte Bewirtschaftungsweisen zurückzuführen. „Der Frühling 2017 war wettermäßig außergewöhnlich“, weiß Sollberger. Ob die Wachtelkönig-Vorkommen an der Maltsch und im Freiwald in Zukunft erhalten werden können, wird vor allem von der Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft abhängen.

Alle im Frühjahr 2018 erfolgten Beobachtungen von Wachtelkönigen sollen möglichst rasch telefonisch bekannt gegeben werden. Die Projektbeauftragten nehmen mit den Beobachtern und den Bewirtschaftern der Brutwiesen Kontakt auf und bieten Schutzmaßnahmen an. Region Maltsch-Freiwald: Natura 2000 Infozentrum Leopoldschlag Tel.: 07949/20576, Wolfgang Sollberger: 0664/5143548; Kontakt: Natura 2000 Infozentrum Leopoldschlag Marktplatz 2 ; E-mail: nat.2000infozentrum@gmx.at


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Kunsthandwerksmarkt Schönau: handgemachter Herbst

Kunsthandwerksmarkt Schönau: handgemachter Herbst

SCHÖNAU IM MÜHLKREIS. Zum Schauen, Staunen und Genießen lädt der Kunsthandwerkliche Herbstmarkt am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Oktober, ...

Tips - total regionalMag. Claudia Greindl
Schenkfest auf Burg Reichenstein gibt Gebrauchtem zweite Chance

Schenkfest auf Burg Reichenstein gibt Gebrauchtem zweite Chance

TRAGWEIN. Sich beschenken lassen oder selbst verschenken können die Besucher am Samstag, 10. Oktober, auf Burg Reichenstein. Der Kunst- und ...

Tips - total regionalMag. Claudia Greindl
Auszeit-Tag für Pflegende Angehörige

Auszeit-Tag für Pflegende Angehörige

HAGENBERG. Die Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige lädt am Samstag, 17. Oktober, von 9 bis 16 Uhr zu einem Auszeit-Tag im Tageszentrum ...

Tips - total regionalMag. Michaela Maurer
Wartberger Krawuzl lädt zum Kindersachen-Flohmarkt im Veranstaltungszentrum

Wartberger "Krawuzl" lädt zum Kindersachen-Flohmarkt im Veranstaltungszentrum

WARTBERG. Zum Flohmarkt unter dem Motto „Alles rund ums Kind“ lädt das Eltern-Kind-Zentrum „Krawuzl“ am Samstag, 26. September, ins ...

Tips - total regionalMag. Claudia Greindl
Bildungshaus Greisinghof feierte 50-Jahr-Jubiläum

Bildungshaus Greisinghof feierte 50-Jahr-Jubiläum

TRAGWEIN. Rund 300 Gäste feierten am vergangenen Wochenende das 50-jährige Bestehen des Bildungshauses Greisinghof. Unter dem Motto „Wurzeln ...

Tips - total regionalMag. Claudia Greindl
Dekanat Unterweißenbach startet auf den Weg zur neuen Pfarre

Dekanat Unterweißenbach startet auf den Weg zur neuen Pfarre

UNTERWEISSENBACH/SCHÖNAU. Mit einer Auftaktveranstaltung am Freitag, 2. Oktober, beginnt im Dekanat Unterweißenbach offiziell der Prozess der  ...

Tips - total regionalMag. Claudia Greindl
Weitere Beiträge