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Online Redaktion, 07.08.2017 15:48

LEONDING. Bei der Fortsetzung des Prozesses nach einer Home-Invasion in Leonding, bei der eine 78-Jährige und ein Mitbewohner gefesselt und ausgeraubt wurden, hat es am Montag im Landesgericht Linz gleich zu Beginn jede Menge Widersprüche gegeben.

Bildquelle: APA/GEORG HOCHMUTH
Bildquelle: APA/GEORG HOCHMUTH

Denn ein bereits verurteilter Mittäter änderte seine bisherigen Aussagen ab. Das Schöffengericht hat weitere Zeugen geladen, das Urteil war am Montag zu erwarten. In der Nacht auf den 14. August drangen drei Maskierte in die Wohnung der Pensionistin ein, fesselten und knebelten sie sowie einen bei ihr wohnenden mongolischen Asylwerber und raubten 3200 Euro, zwei Ringe sowie ein Handy. Der Mongole konnte sich selbst befreien, der verletzten Frau helfen und Alarm schlagen. Das Tätertrio entkam unerkannt mithilfe eines Fluchtfahrers.

Fünf Männer angeklagt

Ein 49-jähriger Mazedonier soll laut Anklage die Idee zu der Tat gehabt haben. Er sei demnach - fälschlicherweise - davon ausgegangen, dass die Frau mindestens 300.000 Euro zuhause habe. Er habe die Idee einem Bekannten - einem in Graz lebenden Rumänen - unterbreitet. Dieser habe vier Landsleute an Bord geholt, die die eigentliche Tat ausführten, so die Staatsanwaltschaft.

Die fünf Angeklagten - die beiden mutmaßlichen Rädelsführer, zwei unmittelbar Ausführende und der Fluchtfahrer - hatten sich zu Prozessbeginn im Juni zwar schuldig bekannt, wollten aber davon ausgegangen sein, dass die Frau auf Urlaub sei. Einer der zentralen Punkte für das Gericht war daher festzustellen, ob eine Home-Invasion oder „nur“ ein Diebstahl geplant war.

Gericht veranlasst Untersuchung

Ende Juli ist ein sechster Mann, der Teil der ausführenden Truppe war, in einer gesonderten Verhandlung rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er gab den Plan einer Home-Invasion zu. Auch zwei der Angeklagten im nunmehrigen Prozess bestätigten danach den beabsichtigten Raub.

Als Zeuge sagte der bereits Verurteilte wie schon in seiner Verhandlung widersprüchlich aus. Frühere, die nunmehrigen Angeklagten belastende Aussagen schwächte er ab. Oder er wollte sie trotz mehrfachem Nachfragen des Gerichtes - auch ob er beeinflusst worden sei - nicht mehr wiederholen. Einer der Angeklagten machte darauf aufmerksam, dass drei der in den Prozess verwickelten Personen miteinander verwandt seien und der Zeuge vor dem Verhandlungstermin auch mit diesen Kontakt im Gefängnis gehabt habe. Das Gericht veranlasste eine Untersuchung.

(APA)


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