Musikverein: "Habe die Befürchtung, dass wir weniger werden“
EGGENDORF IM TRAUNKREIS. Seit mittlerweile einem ganzen Jahr kann das kulturelle Leben im Bezirk nicht mehr wie gewohnt stattfinden. Auch viele Vereine und Kulturschaffende leiden unter den strengen Sicherheitsmaßnahmen und den weiterhin nicht stattfindenden Veranstaltungen. Tips hat sich bei der Musikkapelle Eggendorf umgehört und sich ein Bild über die aktuelle Situation gemacht.

Zuletzt konnte man nach längerer Zeit erstmals wieder in kleinem Rahmen die sonst so gute und gelebte Gemeinschaft im Verein pflegen. „Nachdem eine Musikerin von uns Nachwuchs bekommen hat, konnte es sich der Vorstand nicht nehmen lassen, zumindest kurz im Freien zu gratulieren“, berichtet Obmann Anton Reder, der ansonsten aber von keiner einfachen Situation spricht. „Man merkt schon, dass den Leuten etwas abgeht. Es können ja nicht nur unsere eigenen Veranstaltungen derzeit nicht mehr durchgeführt werden, auch alle kirchlichen Feste, die wir natürlich immer musikalisch begleitet haben, sind abgesagt.“
Krise gefährdet Nachwuchs
Die Jungmusiker sind die Basis eines jeden Vereins, deshalb wird der Nachwuchsarbeit auch in Eggendorf große Bedeutung zugemessen. Kurz vor der Corona-Krise gingen die Eggendorfer in diesem Bereich eine Kooperation mit dem Musikverein Sipbachzell ein, um die jungen Musiker bestmöglich zu motivieren und ihnen viel Spielpraxis gewährleisten zu können. „Wir haben einen ausgezeichneten Kapellmeister für diese Aufgabe gefunden, der das sehr gerne übernommen hat“, so Reder.
Vorgesehen wären abwechselnd Proben bei beiden Vereinen gewesen. „Leider ist das zum falschen Zeitpunkt losgegangen. Derzeit mussten wir dieses tolle Projekt unglücklicherweise auf Eis legen“, so der Obmann, der sich aber nicht nur um den musikalischen Nachwuchs Sorgen macht, dass dieser aufgrund der schwierigen Lage aufgibt.
Angst um Mitglieder
Die MK Eggendorf wird demnächst in der Vorstandssitzung einige Punkte aufarbeiten, wie es auch gesellschaftlich in der nächsten Zeit weitergehen kann. „Es ist natürlich schwierig und ich habe tatsächlich die Befürchtung, dass sich die Musiker an die freie Zeit gewöhnen, die sie jetzt zur Verfügung haben. Denn die Proben und Ausrückungen nehmen natürlich auch viel Freizeit in Anspruch“, so Reder, der dennoch hofft, dass die Gruppe von etwa 30 Musikern durchhält „und wir nicht weniger werden“.
Hoffen auf die Impfung
Auch in diesem Sommer wurden bereits – wie im Vorjahr – einige Fixpunkte des musikalischen Jahres abgesagt. Auch der Musikverein Eggendorf war regelmäßig bei den Konzert- und Marschwertungen im Bezirk mit dabei. Die werden heuer jedoch abermals nicht stattfinden. „Zum 140. Jubiläum der Vereinsgründung hätten wir 2026 das Bezirksmusikfest veranstaltet. Das ist durch die Absagen heuer und voriges Jahr aber noch in Schwebe, ob wir den Termin bekommen und derzeit kein Thema“, so der Obmann.
Das traditionell am 7. Dezember stattfindende Konzert soll aber jedenfalls wieder gespielt werden können. „Wir hoffen ja, bereits im Juni eine große Hochzeit im Schlosspark spielen zu können“, so Anton Reder. „Bis in den Dezember sollten dann aber die Impfungen jedenfalls soweit sein.“
Rückstand wieder aufholen
Um nach der langen Zeit ohne Musikproben wieder richtig durchzustarten, gibt es in Eggendorf die Idee, die Sommerpause dafür heuer ausfallen zu lassen. „Fix angedacht ist jedenfalls, dass wir die Probenarbeit verdichten, sobald es endlich wieder losgehen kann“, erklärt Reder. „Um den entstandenen Rückstand aufzuholen und dann wieder fit und bereit zu sein“, sehnt man nicht nur in Eggendorf den baldigen Probenbeginn herbei.<


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