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Stiftsscheune wird bei „Bezahlt wird nicht!“ zur italienischen Gasse

David Ramaseder, 13.06.2023 16:45

WILHERING. Nach dem großartigen Erfolg von „Monks – Zeugen des Unsichtbaren“ im Vorjahr, die Produktion wurde mit dem großen „Landespreis für Bühnenkunst“ und die Autoren mit der „Dramatikerprämie des Landes“ ausgezeichnet, steht heuer eine italienische Komödie von Dario Fo auf dem Spielplan des Theaterspectacels Wilhering. Die Premiere von „Bezahlt wird nicht!“ steigt am 12. Juli.

Die Frauen greifen zum letzten Mittel: Plünderungen (Foto: Reinhard Winkler)
Die Frauen greifen zum letzten Mittel: Plünderungen (Foto: Reinhard Winkler)

„Ich habe das Stück schon länger im Köcher gehabt, weil ich es im Landestheater gespielt habe. Irgendwann wollte ich das sowieso machen. Als die Energiekrise im Herbst losging und die Teuerungen schon langsam spürbar wurden, war es wie eine Punktlandung. Dann war es schnell klar, dass es dieses herrliche Werk von Dario Fo werden wird“, hat es Intendant und Regisseur Joachim Rathke auch heuer wieder geschafft, ein vor Aktualität kaum zu überbietendes Stück auf die Bühne der Stiftsscheune in Wilhering zu bringen. Die Proben dazu sind bereits in vollem Gange.

Aktueller geht kaum

Stehlen geht gar nicht. Da sind sich wohl alle einig. Auch bestohlen zu werden geht nicht, da werden wir rabiat. Besonders, wenn wir den Eindruck haben, dass man uns wie derzeit das Geld aus der Tasche zieht. Dario Fo hat mit seinem Stück diesen – aktuell wieder sehr zeitgemäßen – Konflikt auf die Spitze getrieben: Antonia und Margeritha sind zornig. Alles wird teurer, sie kommen mit dem Haushaltsgeld nicht mehr zurande. Als im Viertel ein Supermarkt von aufgebrachten Hausfrauen geplündert wird, greifen sie auch zu und schleppen das Diebesgut nach Hause. Aber wie die Lebensmittelvermehrung ihren gesetzestreuen Ehemännern erklären? In ihrer Not verstecken die Frauen das Gestohlene in ihren Bäuchen und behaupten eine plötzliche Schwangerschaft. Als dann auch noch die Carabinieri die Wohnungen des Viertels filzen, überschlagen sich die Ereignisse.

Dario Fo, ein Meister der Situationskomik, schraubt die aberwitzigen Komplikationen, die sich aus dieser Situation ergeben, in köstliche Höhen. Liebhaber italienischer Komödien werden auf ihre Rechnung kommen. Denn hier rackert sich der Mutterwitz zweier Frauen auch gehörig an der Naivität und dem Selbstverständnis ihrer Pascha-Männer ab.

„Der Hintergrund ist – wie immer bei uns – ernst. Aber im Vordergrund ist es eine richtig coole, italienische, ‚goschade‘ Komödie“, freut sich Rathke schon auf die Umsetzung. Die Stiftsscheune wird dabei zur italienischen Gasse umfunktioniert. „Es wird geschrien und geklopft, überall hängen Wäscheleinen. Richtig italienisch, das, was wir so lieben“, so der Regisseur und Intendant.

Zusatzprogramm

Zusätzlich erwartet die Besucher am 11. August um 20 Uhr ein Tangokonzert mit dem großartigen Ensemble MUSICARINA und von 15. bis 20. August die Schauküche Shakespeare, in dem Henry Mason die alten Klassiker des Meisters neu aufleben lässt. Infos und Karten: www.theaterspectacel.at


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