Die Professur für Wissensgeschichte und das ERC-Projekt OLFAC laden zur Ringvorlesung - organisiert von Silke Felber, Freda Fiala und Julia Ostwald. Die Vortragsreihe findet im Sommersemester 2026 an der Kunstuniversität Linz statt und bringt bringt Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Kurator*innen zusammen, um die Sinne als dynamische Orte der Praxis und Forschung zu erforschen.
Die Reihe betrachtet die Sinne als Bühne und die Performance als Methode des Wahrnehmens. Sie geht von der Prämisse aus, dass sowohl die Sinne als auch die Performance nicht als klar umrissene Bereiche zu verstehen sind, sondern als aktive, poröse und umkämpfte Praxisfelder. Ausgehend von der gleichnamigen Publikation von Sally Banes und André Lepecki aus dem Jahr 2007 aktualisiert sie deren Untersuchung jener „kritischen Schwellen, an denen das Körperliche auf das Soziale trifft, das Somatische auf das Historische, das Kulturelle auf das Biologische und die Vorstellungskraft auf das Fleisch.“
Die Sinne sind nicht neutral, sie sind von Grund auf politisch. Sie organisieren, was gefühlt, gesehen und erkannt werden kann. Performance wiederum eröffnet ein Laboratorium für ihre (Neu-)Anordnung. Aus einer entschieden multi- und intersensorischen Perspektive fragen wir, wie kulturelle und künstlerische Performances das Sensorium ansprechen. Wie kooperieren die Sinne, oder konkurrieren sie und entgegnen einander? Und welche Hierarchien – z. B. zwischen Sehen und Riechen, Rationalität und Intuition, Körper und Geist – setzen wir noch immer, oft implizit, in Kraft, wenn wir wahrnehmen, schaffen oder studieren?
Wöchentlich diskutieren Künstler, Wissenschaftler und Kuratoren, wie sich durch sensorische Methoden denken und handeln lässt: Sehvermögen, Gehör, Tastsinn, Geruchssinn oder Propriozeption nicht als neutrale Erfahrungskanäle zu begreifen, sondern als historisch und kulturell geprägte Wissensregime. Disziplinübergreifend untersuchen wir, wie mit sensorischen Hierarchien gearbeitet werden kann und wie Vorurteile – in Bezug auf Race, Geschlecht, Fähigkeiten, oder Technologie – produktiv als Material kritischer Erfindungen genutzt werden können.
Die Vortragsreihe ist öffentlich – alle Interessierten sind herzlich willkommen. Die Einführungsveranstaltung findet auf Englisch statt, die Vorträge werden sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch gehalten.
Am 11. März 2026 findet die Einführung durch OLFAC (Silke Felber, Freda Fiala und Julia Ostwald) statt.
Alle Veranstaltungen finden mittwochs von 17.00 bis 18.30 Uhr MEZ statt.
Ort:Kunstuniversität Linz
Hauptplatz 84020 Linz
Hörsaal F (H8.05.03)

