Die Geschichte des Stiftes Wilhering ist jetzt für jedermann zugänglich

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David Ramaseder David Ramaseder, Tips Redaktion, 10.08.2020 18:55 Uhr

WILHERING. Nach der Neugestaltung des Innenhofes des Stiftes Wilhering im vergangenen Sommer steht das Stiftsmuseum seit Dezember den zahlreichen Besuchern des Rokoko-Juwels offen. In sieben Räumen wird die bewegte Geschichte des Stiftes anschaulich erzählt.

Einige Gäste haben es sich bereits im Stiftscafé gemütlich gemacht und genießen den herrlichen Sommertag. Sie warten auf Elisabeth Streicher, die seit bereits sieben Jahren Gästeführungen in Wilhering gibt und das Stift wie ihre Westentasche kennt. Vor Eröffnung des Museums führte sie durch die Kirche, den Kreuzgang und den Fritz Fröhlich Saal. Jetzt sind auch die ehemaligen Stallungen im Meierhof ihr Revier, in dem das Stiftsmuseum untergebracht ist. Abt Reinhold Dessl war federführend an der Restrukturierung beteiligt: „Wir feiern 2021 875 Jahre Stift Wilhering. Darum haben wir den Stiftshof neu gestaltet und uns auch entschlossen, den Meierhof zu revitalisieren.“ Neben dem Museum wurde mit dem Stiftscafé ein Ort des Ankommens und der Begegnung geschaffen. „Man soll Gäste wie Christus aufnehmen“, ist dem Abt die Gastfreundschaft im Stift sehr wichtig.

Geschichte mit allen Sinnen erfahren

Betritt man das Museum, wird man von zwei riesigen Statuen der beiden Ordensgründer in den Bann gezogen. Bernhard von Clairvaux, „der Prediger“, und Benedikt von Nursia, „der Begründer“. Mutterkloster von Wilhering ist das „Stift Rein“ in der Steiermark, das älteste Zisterzienserkloster der Welt, das ohne Unterbrechung aktives Kloster ist. 1146 gründeten Reiner Mönche das Stift Wilhering nach benediktinischer Regel. Im Raum der Geschichte finden sich neben den zahlreichen Schaukästen und Ausstellungsstücken zahlreiche Informationen zum „Herausziehen“. „Wenn man sich dafür interessiert, kann man einen ganzen Tag im Museum verbringen“, erzählt Elisabeth Streicher. Imposant ist die Entwicklung und Veränderung des Stiftes in den vergangenen Jahrhunderten illustriert. Die jetzige Erscheinungsform hat Wilhering erst nach dem Brand des Klosters 1733 erhalten. Ein arbeitsloser Rossknecht hatte damals ein zwölfjähriges Mädchen angestiftet, das Stift anzuzünden.

Raum der Stille und Wechselausstellung

Nach den ersten Eindrücken gibt einem das Museum auch Gelegenheit im Raum der Stille zur Ruhe und Meditation zu finden. Eine spätgotische Brunnenschale in einem abgedunkelten Raum bietet dafür das ideale Ambiente. Danach erfährt man zurzeit im Raum „Gärten Wilherings“ im Zuge einer Wechselausstellung, die sich alle zwei Jahre ändert, alles über die Pflanzenwelt des Klosters und die Geschichte der Stiftsgärtnerei, die jahrelang ein Aushängeschild war.

Kulturelle Bereicherung

Die Interaktivität des Museums wird im eigenen Raum zu Ehren des Wilheringer Ordensbruders und bekannten Komponisten Balduin Sulzer hervorgehoben. Es wird zum Verweilen und zum Anhören seiner Werke eingeladen. Zusätzlich bekommt man auch einen Eindruck wie der im Vorjahr verstorbene Musiker im Stift seine Werke zu Papier brachte und was ihn dazu animiert hat. Besonderer Ausdruck wird dem Zusammenspiel mit dem berühmten Maler Fritz Fröhlich verliehen, der einen Großteil seines Wirkens im Stift Wilhering verbrachte. „Die beiden verbindet viel in ihrer künstlerischen Tätigkeit, so hat Sulzer etwa die Musik zu Skulpturen Fröhlichs geschrieben“, weiß Streicher zu berichten. Der Künstler hat über 400 Werke hinterlassen, mit der Auflage, dass alle öffentlich ausgestellt werden. Für die Lagerung der Bilder war es notwendig, die Temperatur in den alten Stallungen konstant zu halten, was aufwendige Renovierungsarbeiten notwendig machte.

Ordensleben greifbar machen

Aber auch das tägliche Leben und Wirken der Patres nimmt einen wichtigen Teil im Museum ein. Die Besucher sollen dazu animiert werden, sich mit dem Leben im Kloster auseinanderzusetzen. Das Werben für den eigenen Klosternachwuchs ist Abt Dessl ein Anliegen: „Für Interessierte bieten wir etwa ein 'freiwilliges Ordensjahr' an. Das ist wie ein soziales Jahr. Man kann drei Monate bis ein Jahr mit uns mitleben, mitbeten und mitarbeiten, sozusagen in unseren Alltag hineinschnuppern. In ganz Österreich ist das sehr gut angelaufen und wir hoffen, dass sich auch für uns einmal jemand interessiert.“

Schüler als Fremdenführer

Um dem Schiffstourismus ein besonderes Angebot zu machen, wurde eine Gruppe von Schülern des Stiftsgymnasiums als „Guides“ in Englisch ausgebildet. Sie sollten unter anderem durch die ehemaligen Internatsräume der Schule führen, die heuer ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es zu dieser besonderen Möglichkeit das Stift kennenzulernen jedoch bislang nicht gekommen.

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