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ANSFELDEN. Seit über 20 Jahren gedeihen am Schintbauern-Hof Freilandgänse und Freilandenten langsam und gemächlich zu einem traditionellen Martini-Gansl oder einer gschmackigen Weihnachtsgans bzw. Weihnachtsente. Eigentlich wäre jetzt Hochsaison, doch die Nachfrage bleibt aus.

Margarete Almeder-Langmayr und Hannes Langmayr vom "Schintbauern"-Hof. (Foto: Almeder-Langmayr)
  1 / 2   Margarete Almeder-Langmayr und Hannes Langmayr vom "Schintbauern"-Hof. (Foto: Almeder-Langmayr)

In einem durchschnittlichen Jahr verkauft die Familie Almeder-Langmayr rund 1.400 Gänse. Durch den Lockdown ist heuer alles anders. „Es ist wirklich dramatisch. So, wie es jetzt aussieht, bleiben wir womöglich auf der Hälfte der Gänse sitzen“, schildert Hannes Langmayr die wirklich problematische Situation. Der Großteil der Gänse geht sonst an Gastronomiebetriebe aus der Region. „Freilich verkaufen wir auch an Privatkunden, aber auch da bekommen wir jetzt viele Absagen, weil die Leute keine größeren Familienessen veranstalten.“ Denn genau für solche ist der Gänsebraten um Martini besonders beliebt.

Produzenten aus dem Ausland mit Dumping-Preisen

Was die Marktsituation dann noch verschärft, ist, dass ausländische Anbieter, die ebenfalls Probleme haben, ihre Gänse an die Kunden zu bringen, zu extremen Dumping-Preisen ihre Ware anbieten. „Es wäre schön, wenn sich die Leute solidarisch zeigen gegenüber unseren österreichichen Gänsen“, ruft Langmayr um Unterstützung. „Sonst brauchen wir ein Gut Gänsebichl“, ergänzt seine Frau Margarete mit Galgenhumor. Spätestens zu Weihnachten müssen die Gänse nämlich auch 2020 geschlachtet werden. „Wir hoffen noch auf das Weihnachtsgeschäft. Gänse sind ein reines Saisongeflügel, wenn man sie weiter füttert, ist das Fleisch nicht mehr so zart und es wäre auch viel zu teuer. Einfrieren geht schon, aber für diese Menge fehlen uns natürlich die Kapazitäten, mit sowas rechnet man ja sonst nicht.“

Ermutigen möchte Margarete Almeder-Langmayr all jene Privatkunden, die Sorge haben, dass sie im Haushalt das Gansl nicht aufessen können. „Man kann auch tolle Gerichte aus den Resten machen.“

Gänserilettes: Herzhafter Aufstrich aus Resten

Ein herzhaftes Rezept verrät die Bäuerin den Tips-Lesern auch gerne: Reste vom Ganslessen mit der Gabel grob zerreißen, eine Zwiebel fein schneiden und anrösten, Gänsefleisch dazugeben, Gewürze (Salz, Pfeffer, Muskat, Koriander, Curcuma) unterheben und mit dem ausgebratenen, geschmackvollen Gänseschmalz vermischen. In kleine Einmachgläser füllen und ausgekühlt als schmackhaften Brotaufstrich genießen! Und wer sich über das Gansl zu Hause nicht drüber traut, der ist bestens beraten, sich das feine Geflügel beim Wirten des Vertrauens portionsweise zu bestellen.

Mehr Infos: www.freilandgaense.at


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