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LINZ-LAND. Steigende Preise betreffen derzeit auch viele Bereiche der Landwirtschaft. So stehen auch die Legehennenhalter vor großen Problemen etwa bei der Futterversorgung. Auch der Frischeier-Betrieb Floimayr in Neuhofen ist von dieser Situation betroffen.

Die Futterversorgung ist derzeit ein großes Problem in der Landwirtschaft. (Foto: LK OÖ)
  1 / 2   Die Futterversorgung ist derzeit ein großes Problem in der Landwirtschaft. (Foto: LK OÖ)

„Es ist eine Katastrophe“, so Maria Floimayr, Legehennen-Bäurin aus Neuhofen an der Krems. Seit 45 Jahren betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann und Sohn den Hof. Doch die derzeitige Situation bereitet ihr große Sorgen. Denn die aktuelle Lage in der Ukraine wirkt sich auch auf die regionale Lebensmittelerzeugung aus. Ob es 2022 Weizen, Mais, Sonnenblumen und Soja aus der Ukraine geben wird oder nicht, hängt mit der Entwicklung des Krieges zusammen. Als Absicherung aufgrund der ungewissen Lage, müssen daher die Rohstoffe aus aller Welt zugekauft werden – die Folge sind hohe Futterpreise beziehungsweise ein sinkendes Angebot. „Unser Futterhändler sagte zu uns, er kann uns bis etwa Ende Mai noch Futter liefern, aber danach kann er nichts mehr garantieren“, erzählt Floimayr.

Mehrkosten

Eine große Rolle spielen natürlich auch die steigenden Gas- und Energiepreise sowie die Spritpreise für Traktoren und Co, auf die in der Landwirtschaft nicht verzichtet werden kann. „Um die Mehrkosten von Futter, Jungtieren, Energie, Personal, Reparaturen und so weiter ausgleichen zu können, sind deutliche Preissteigerungen erforderlich. Da es bereits 2021 nicht gelungen ist, die Mehrkosten auf den Erzeugerpreis umzulegen, wird die Situation 2022 noch dramatischer werden“, ist Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, überzeugt.

Wiederbestallung ungewiss

Bis Ostern sei die Versorgung mit Frisch- und Färbeeiern in Österreich sichergestellt. Saisonbedingt und aufgrund des geringeren Eierbedarfs in den Sommermonaten werden viele Herden jedes Jahr nach Ostern ausgestallt. Die Stallungen werden dann gereinigt und nach etwa drei Wochen wieder mit jungen Legehennen belegt. „Ob auch 2022 die Stallungen wieder im vollen Umfang belegt werden können, wird an der Verfügbarkeit von Legehennenfutter liegen und an der Möglichkeit, die Teuerungen in der Produktion an die Konsumenten weitergeben zu können. Gelingt es nicht, deutliche Preisanhebungen umzusetzen, werden viele Stallungen nach Ostern nicht wiederbelegt“, so Waldenberger. Diese Situation sei europaweit gleich, weshalb dringend Maßnahmen von Erzeugern, Verarbeitern und dem Handel gesetzt werden müssen.

Handel als Gewinner

Auch Maria Floimayr sieht eine Preiserhöhung der Eier für unbedingt notwendig, damit die Eierbauern ihren Legehennenbetrieb aufrecht erhalten können. Einzelne Kunden würden die jetzt schon teureren Preise der Eier akzeptieren und Verständnis dafür zeigen – nicht so die Großhändler. Maria beklagt vor allem die Situation im Handel, denn dieser würde die Eier zu einem viel höheren Preis verkaufen, von dessen Gewinn die Bauern jedoch nichts zu sehen bekommen.

Geschlossene Betriebe

„Regionale Versorger sind total wichtig, gerade weil wir in unsicheren Zeiten leben“, so Christoph Stadler, vom Biohof „Bio fuzi“ in St. Florian. Und das habe man bereits während der Pandemie gesehen und auch jetzt aufgrund des Krieges in der Ukraine. Dass der Sojaimport in Österreich sehr hoch ist, ist für ihn mitunter ein Grund, warum die Preise derzeit so stark steigen. Die Hühnerhaltung ist nur ein Teil der landwirtschaftlichen Tätigkeiten der Familie Stadler. Um diese kümmern sich die drei Söhne. Die Eier werden nur direktvermarktet, was Stadler in der momentanen Situation als Vorteil sieht. Andere Bauern in der Umgebung mussten während der Pandemie sogar ihren Betrieb schließen, da sie bespielsweise nur Wirtshäuser belieferten und diese lange Zeit als Abnehmer ausfielen, wie Stadler berichtet.

Notwendige Preiserhöhung

Auch er sieht daher eine Notwendigkeit in der Preiserhöhung der Eier, sodass Bauern in der sich weiter zuspitzenden Situation entlastet werden können. „Eine Preissteigerung von fünf Cent pro Ei bedeutet für den Konsumenten, dass eine 10er-Packung Eier um 50 Cent teurer wird. Rechnet man dies auf den Jahresverbrauch hoch, ergeben sich pro Konsument Zusatzkosten von rund 15 Euro jährlich. Diese Preisanhebung ermöglicht der Landwirtschaft nicht nur die Kostensteigerung abzufedern, sondern auch, so wie bisher, eine gentechnikfreie Fütterung“, betont auch Franz Karlhuber, Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft.


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