Leserbrief: Öffi-Abenteuer in Freindorf
ANSFELDEN. Eine 80-jährige treue Busfahrerin aus Ansfelden erlebte Kurioses: Nicht acht Minuten zu spät, sondern zu früh war ihr Bus dran. Anstalten zu warten machte der Busfahrer jedoch nicht, wie sie beschreibt.

CO2 und Sprit sparen - das ist in ungefähr im 1/2 Stunden-Takt von Freindorf zur Auswiesen-Tram im 611-Bus zu kommen - nicht schlecht!Doch was tun, wenn in „Freindorf Mitte“ der Bus durchbraust? „Mit an richtigen Zunder!“, meinte dann die für Verkehr-Umwelt zuständige Stadträtin. Die hatte nämlich aus einem schräg gegenüberliegenden Lokal gesehen, wie ich mit hoch erhobenen Armen dem flotten Busfahrer noch nachwinkte.
„Ich hab Sie lang genug warten sehen und bin jetzt über die Straße gerannt. Das darf doch nicht wahr sein; da setzt man sich für häufigere Fahrten ein, damit die Leut' s' Auto daheim lassen und dann lasst der Sie einfach stehen.“
Ja, er habe mich übersehen, erfährt sie nach ihrem Protest bei der zuständigen Busfirma, und er entschuldigt sich dafür. Ehrlich gesagt, dadurch dass sie mir das am gleichen Abend noch am Telefon sagte, war für mich die Welt wieder in Ordnung. Am nächsten Abend allerdings nicht mehr für sie:
“Es gibt noch eine andere Variante,“ sagte ich ihr am Telefon. „Der 611er ist mir heut' davongefahren, weil er acht Minuten zu früh war; ich war noch vorm Zebrastreifen, also ein Stückl weiter hinter der Haltestelle, und dort ist niemand g'standen und er hatte freie Fahrt. Meine Uhr hat aber g'stimmt; ich hab' sie mit Leuten verglichen, die dann viel später wie ich auf den nächsten Bus gewartet habn.Acht Minuten Verspätung ist man gewohnt, da waren wir uns einig. Acht Minuten Verfrühung eigentlich nicht.“
Ob meine so bürgerfreundliche Stadträtin bei der Busfirma erfährt, wieviel Spielraum da erlaubt ist?
-Eine gut 80jährige Busfahrerin


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