113 leerstehende Pflegebetten im Bezirk: zu wenig Personal und fehlende Nachwuchskräfte
LINZ-LAND. Am Donnerstag, 12. Mai ist der Tag der Pflege. Dieser wird den Pflegekräften und Betreuern gewidmet, die Tag für Tag eine wichtige Arbeit leisten. Doch im Moment sehen eben diese nicht viele Gründe zum Feiern: zu wenig Personal, viele Überstunden und keine Besserung in Sicht. In Oberösterreich, auch im Bezirk Linz-Land, ist man nun auf der Suche nach Lösungen.

Dass in den Pflegeheimen zu wenig Personal zur Verfügung steht, ist nichts Neues. Schon vor der Pandemie gab es Engpässe bei den Arbeitskräften und infolgedessen leerstehende Pflegebetten. „Die Lage im Pflegebereich ist angespannt. Das war sie auch schon vor Corona, aber dadurch noch verstärkt. Es gibt viele Personalausfälle, was eine zusätzliche Belastung darstellt. Dadurch wurden viele Plus-Stunden aufgebaut und Urlaube nicht verbraucht“, so Bezirkshauptmann Manfred Hageneder.
Laut einer Datenerhebung des Landes Oberösterreich standen im Bezirk Linz-Land mit Stand April 113 Pflegebetten leer. 32 davon sind dem Mangel an Personal geschuldet. Indirekt hängen damit auch die anderen nicht belegten Betten zusammen, wie Hageneder erklärt: „Im Bezirk Linz-Land haben wir rechtzeitig reagiert und die Bettenbelegung reduziert, um das Personal zu entlasten beziehungsweise die nötige Pflege sicherzustellen.“
Pensionswelle und fehlender Nachwuchs
Der angespannten Situation wird nun versucht entgegenzuwirken. „Es ist sehr schwierig, Personal zu finden. Wir arbeiten da auch gerade mit dem AMS zusammen. Da gibt es einige Projekte, wie zum Beispiel auch ukrainische Pfleger einzubinden“, so Hageneder. Ihnen sollen Deutschkurse angeboten und Vorqualifikationen gefördert werden.
Generell soll der Fokus auf der Attraktivierung des Berufes für Nachwuchskräfte liegen und verschiedene Ausbildungen ermöglicht werden. Denn hier liegt das für die Zukunft ausschlaggebende Problem, wie Hageneder erklärt: „Es gibt derzeit weniger ausgebildete Kräfte und eine ganze Reihe geht bald in Pension.“ Sich gegenseitig Arbeitskräfte, die etwa im Krankenhaus tätig sind, wegzunehmen, sei jedoch auch nicht die Lösung, da auch dort die entsprechende Betreuung und Pflege sichergestellt werden müsse: „Wir versuchen jetzt, nach und nach die leeren Pflegeplätze wieder nachzubelegen. In dringenden Fällen ist die Pflege im Bezirk Linz-Land auf jeden Fall gesichert, auch bei kurzzeitigem Bedarf.“
Ideen und Maßnahmen
Vergangene Woche wurde in Traun eine Experten-Konferenz zum Thema „Oö. Fachkräftestrategie Pflege“ vom Land Oberösterreich abgehalten. Im Zuge der Experten-Konferenz wurden erste Themengruppen und Maßnahmen einem frühzeitigen Praxischeck unterzogen. 1.500 Maßnahmen und Ideen wurden herangebracht und sollen in weiterer Folge konkretisiert und eingeleitet werden. Zur Veranstaltung eingeladen wurden neben den Führungskräften der relevanten Partner (bspw. Trägervereine, Alten- und Pflegeheime) explizit auch deren Mitarbeiter. Sie sollen möglichst frühzeitig im Prozess sicherstellen, welche Maßnahmen aus Sicht der Praxis auch sinnvoll sind.
Erste Umsetzung noch dieses Jahr
Auf Basis der Ergebnisse der Konferenz und nach vollständiger Sichtung aller Positionspapiere erfolgt in den nächsten Monaten die Konkretisierung der Maßnahmen in drei Arbeitsgruppen, bevor noch in diesem Jahr mit der Umsetzung erster Maßnahmen begonnen werden soll. „Nach den Beratungen werden die Gruppen weiter tagen. Dann muss man schauen, was man im Land und in den Bezirken konkret umsetzen kann“, so Hageneder.


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