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LINZ-LAND. Die Frage, ob zuerst die Telefonrechnung oder die Heizkosten bezahlt werden sollen, müssen sich derzeit leider immer mehr Menschen stellen. Teilweise mangelt es jedoch sogar am täglichen Bedarf. Hier spielen die Sozialmärkte im Bezirk eine wichtige Rolle. Diese spüren nun eine steigende Anzahl an Kunden.

Im SOMA Enns sind verschiedenste Lebensmittel zu günstigen Preisen erwerbbar. (Foto: Verein SAUM)
  1 / 2   Im SOMA Enns sind verschiedenste Lebensmittel zu günstigen Preisen erwerbbar. (Foto: Verein SAUM)

Die Teuerungen machen vor allem jenen Menschen zu schaffen, die ohnehin schon mit einem sehr niedrigen Einkommen auskommen müssen. Wenn die Fixkosten steigen, bleibt gerade dieser Gruppe immer weniger für Lebensmittel. Kein Wunder, dass der Kundenstamm in den Sozialmärkten der Region in den vergangenen Monaten stark zugenommen hat. „Es sind zwei Gruppen dazugekommen. Zum einen sind es die Geflohenen aus der Ukraine, zum anderen all jene, bei denen es immer enger wird“, erzählen Birgit Sternbauer und Edin Sudar vom SOMA Enns. Seit Anfang des Jahres 2022 wurden bereits 100 neue Einkaufsberechtigungen ausgestellt. Insgesamt wurden seit Eröffnung vor 12 Jahren knapp 950 Ausweise ausgestellt. „Oft fragen wir dann, warum kommt ihr erst jetzt, ihr hättet das schon länger nutzen können. Die Antwort ist dann, dass sie bis jetzt noch ausgekommen sind und das nicht wollten, aber es jetzt richtig knapp wird und deshalb auch nicht mehr anders geht“, so Birgit Sternbauer.

Mangelware

Das Konzept des SOMA-Marktes ist, dass Lebensmittel, die sonst woanders keinen Absatz mehr finden, nicht weggeschmissen werden: „Wir merken leider aber auch, dass wir jetzt nicht mehr so stark beliefert werden. Hauptsächlich gefragt sind frische Produkte wie Obst und Gemüse, leider sind wir da jetzt oft schnell leergeräumt, weil schon in der Früh so viele Leute anstehen und warten, dass wir aufsperren.“ Der Grund für die reduzierten Warenmengen liegt auch daran, dass es viele andere Initiativen gibt, die ebenfalls Lebensmittel abholen, um sie an die Bedürftigen weiterzugeben. „Gefragt wären natürlich auch Produkte wie Zucker, Salz, Nudeln oder Mehl, aber weil die lange haltbar sind, landen sie auch kaum bei uns“, so Sternbauer im Tips-Gespräch.

Ähnlich ist die Situation auch bei den Rotkreuz-Märkten. Auch in den Einrichtungen des Roten Kreuzes Linz-Land werden Lebensmittel und Hygieneartikel zu stark reduzierten Preisen angeboten. In den beiden Rotkreuz-Märkten in Leonding und St. Florian werden zwar nicht wesentlich mehr Kunden gezählt wie zuvor, jedoch gibt es auch hier bei einigen Produkten eine verstärkte Nachfrage. Neben Obst und Gemüse sind auch Öl und Reinigungs- und Hygieneartikel sehr gefragt. Mangelware sind derzeit Butter, Kaffee, Tee und Öl diese Produkte erhalten die Rotkreuzmärkte im Moment nicht mehr so häufig von ihren Partnern aus dem Lebensmittelhandel.

Einkommensgrenzen

Um etwa in einem Rotkreuz-Markt einkaufen zu können, ist ein Bezugsausweis notwendig. Diesen kann man ganz einfach an der zuständigen Gemeinde beantragen. Man benötigt dafür lediglich einen Einkommensnachweis, einen Lichtbildausweis, ein Foto und einen Meldezettel. Jede Person, die in Linz-Land gemeldet ist, kann in den Märkten einkaufen. Das Einkaufslimit für Kartenbesitzer beträgt 30 Euro pro Woche. Einkaufsberechtigt sind alle Personen, die unter einer bestimmten Netto-Einkommensgrenze liegen. Diese liegt derzeit bei Ein-Personen-Haushalten bei maximal 1.200 Euro, bei Zwei-Personen-Haushalten bei maximal 1.700 Euro und für jedes im Haushalt lebende unterhaltspflichtige Kind bei maximal 300 Euro im Monat. „Menschen, die bei den Märkten des Roten Kreuzes einkaufen, sind unsere Kundinnen und Kunden und werden von uns auch so behandelt. Hier geht es auch um die Würde der Menschen. Armut darf nicht zu einem sozialen Stigma für die Betroffenen werden und zu gesellschaftlicher Ausgrenzung führen“, so Paul Reinthaler, Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes Linz-Stadt/Land.

Bitte um Warenspenden

Sowohl beim verfügbaren, großteils freiwilligen Personal als auch beim vorhandenen Warenangebot stehen die Rotkreuz-Märkte derzeit am Limit. Auch der SOMA-Markt in Enns würde sich über mehr Lebensmittellieferungen freuen. Wenn es Firmen oder auch Privatpersonen gibt, die Produkte für den SOMA spenden würden, sind diese herzlich willkommen. „Im Sommer gibt es da auch immer wieder Leute, die aus ihrem Garten Überschüsse bringen, da freuen wir uns natürlich sehr, genau diese Waren sind heiß begehrt“, so die beiden Fachanleiter in Enns. Der SOMA Enns wird übrigens von Mitarbeitern des Projektes „Stützpunkt“ betreut, wo Menschen, die beschäftigungslos sind, auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.


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