Personalsituation in Einrichtungen zur Kinderbetreuung sehr schwierig
LINZ-LAND. In St. Margarethen musste ein Caritas-Hort aufgrund von Personalmangel schließen. Die Kinder wurden auf andere Einrichtungen aufgeteilt. Fünf Kinder werden in Leonding untergebracht. Aber auch dort – wie im gesamten Bezirk – fehlen zunehmend Fach- aber auch Hilfskräfte.

Die Kinder wurden alle am gleichen Ort untergebracht, um es ihnen möglichst einfach zu machen. Dafür wurde das Limit der Gruppengröße von der Stadt Leonding ausnahmsweise überschritten. Doch auch in Leonding ist die Personalsituation äußerst knapp. „Mit Stand 24. Juni fehlen uns in der Stadt 14 Fach- sowie acht Hilfskräfte. Das sind in Summe rund 650 Stunden“, berichtet Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek von der angespannten Situation.
Das Problem sei, dass viele junge Menschen der Beruf abschreckt und sie zwar die Ausbildung machen, dort aber nicht die Fähigkeiten gelehrt werden, die heute immer wichtiger werden in dem Beruf. Das seien zunehmend mehr Aufgaben in der Administration, aber auch der Umgang mit fordernden Eltern. Wenn jemand in den Beruf geht, herrsche permanente Personalknappheit, sodass auf den verbleibenden Mitarbeitern enormer Druck lastet. Das wiederum führe zu zusätzlichen Ausfällen und immer öfter auch Langzeitkrankenständen.
„Derzeit helfen wir uns mit Springern oder dem Einsatz von weniger qualifiziertem Personal – das ist laut Kinderbetreuungsgesetz vorübergehend möglich – Lösung ist das aber keine“, so Leondings Bürgermeisterin. Dringend nötig wäre laut ihr, dass die Ausbildung komplett auf neue Beine gestellt wird und die Administrationstätigkeit zurückgeht bzw. vom Land dafür Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssten.
Massive Steigerung der Stellenausschreibungen
Die Caritas und die Pfarrcaritas sind in OÖ ein großer Träger mit über 3.000 Mitarbeitern und 20.000 Kindern. „Derzeit haben wir mit Ende Juli 164 Stellen offen. Das betrifft 120 Pädagoginnen-Stellen, der geringere Teil sind pädagogische Hilfskräfte“, schlägt die stv. Direktorin der Caritas OÖ und Leiterin des Fachbereichs Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen, Edith Bürgler-Scheubmayr, Alarm.
„Von Jänner bis Juli hatten wir heuer schon deutlich mehr Stellenausschreibungen als im gesamten Jahr 2021. Da hat sich in der Branche massiv etwas verändert.“ Wie in anderen Bereichen ist eine große Pensionierungswelle dafür verantwortlich. Aber auch die Ausbildung. Die BAFEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) als Haupt-Ausbildungsort für Elementarpädagogen ist eine Schule wie jede andere und schließt mit der Matura ab. „Danach entscheiden sich viele auch für eine andere Ausbildung – die fehlen uns dann“, so Bürgler-Scheubmayr.
Paradoxer Lösungsvorschlag
Obwohl Personalmangel herrsche, sieht die Expertin einen Ausweg aus der Situation darin, zusätzliches Personal in die Gruppen zu bringen. „Wir hatten durch die Förderungen der 15A Vereinbarung die Möglichkeit, den Kinder-Personalschlüssel zu senken, also eine dritte Kraft in der Gruppe einzusetzen. Die Erfahrungen damit sind total positiv. Das sind die Häuser, in denen wir wenig Fluktuation haben. Leider war das nur eine Anschubfinanzierung. Das muss dann in eine Regelfinanzierung durch die Gemeinden“, sieht die stv. Caritas Direktorin diesbezüglich auch Kollegs als wichtige Säule in der Ausbildung, um Quereinsteigern den Umstieg zu erleichtern. Hier gehörten aber natürlich die Rahmenbedingungen, insbesondere die finanzielle Unterstützung, an die Bedürfnisse angepasst.


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