Premiere: Kräftiges Lebenszeichen des Theaters in Rufling
LEONDING. Gelungene Premiere der „Vorstadt-Miniaturen“ in neuem Format. Die sechs vom bewährten Rukuku-Theaterensemble mit viel Elan vorgetragenen Kurzkomödien von Herbert Rosendorfer, Rudolf Stürzer und Hugo Wiener versetzten das Ruflinger Theaterpublikum in höchst vergnügliche Stimmung.

Die diesmal verkleinerte, ziemlich puristische Bühne, auf der die Kulisse mit Projektionen und Lichteffekten, soweit überhaupt notwendig, nur angedeutet wird, fokussiert die Aufmerksamkeit recht gut auf die schauspielerische Darstellung der einzelnen Figuren. Die neue Gestaltung des Zuschauerraumes – das Publikum nimmt an Kaffeehaustischen Platz – lässt eine durchaus entspannte Theatercaféatmosphäre aufkommen.
Leo Schöllhuber, Gerhard Strohofer, Heinz Fabits und Martina Schuster geben in den Stücken „Vor dem Schaufenster“ und „Am Zoll“ dem berühmten, meist sturen und doch auch wieder liebenswürdigen Amtskappel feine komödiantische Konturen. Herta Woitsch und Gerhard Hofstadler glänzen in einem etwas schrägen Dialog bei einer Beerdigung, der in einem grotesken Widerspruch zu dem eigentlich ernsten und traurigen Anlass steht. Julia Fröstl bezaubert als etwas naive Revolutionärin, die in der Doppelconférence mit Gerhard Hofstadler etwas wahrhaft Wirksames gegen die Gräuel der Isolationsfolter unternehmen möchte. Zuletzt erlebt noch die inzwischen etwas in die Jahre gekommene Piroschka aus Ungarn, dargestellt von Eva Bruckböck, ein überraschendes Bühnen-Comeback auf der Suche nach der Dorotheergasse und wird dabei von köstlichen Wiener Typen höchst kompetent beraten.
Auch die restlichen Aufführungstermine waren bestens besucht. Das Ruflinger Theaterpublikum freut sich schon auf nächste Saison.


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