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Leondinger Schüler setzen sich kritisch mit Nationalsozialismus auseinander

David Ramaseder, 27.04.2023 14:16

LINZ/LEONDING. Zahlreiche Schüler und Lehrer folgten der Einladung der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich zum zwölften Hermann-Langbein-Symposium in der AK Linz. Gebannt und mitunter emotional bewegt hörten sie der 91-jährigen Zeitzeugin Anna Hackl aus Schwertberg zu, die von der grausamen „Hasenjagd“ im Mühlviertel und über die angsterfüllten Monate berichtete, in denen ihre Familie zwei russische KZ-Geflohene in ihrem Haus versteckte.

  1 / 2   Die Schüler der 4a der MMS Leonding (Foto: AK OÖ/Wolfgang Spitzbart .)

Die Eröffnungsfeier, die traditionell im Kongresssaal der Arbeiterkammer in Linz stattfindet, bildet alljährlich den Auftakt für die einwöchige österreichweite Fortbildung für Lehrer. Mit dem Buchprojekt „Mein Engagement für Demokratie“ stellte die AK den fünf teilnehmenden Schulklassen das Buch „Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft“ von Reinhard Kleist zur Verfügung und lud sie zur Beschäftigung damit ein. Der polnische Jude wurde mit 16 Jahren ins Konzentrationslager deportiert und dort – zur Belustigung der Nationalsozialisten – zum Boxkämpfer ausgebildet. Er kämpfte tagtäglich um sein Leben. Nach seiner Flucht in die USA wurde er dort als „Harry Haft“ berühmt.

Die Schüler der 4a der MMS Leonding gestalteten Bilder und versahen diese mit Sprechblasen zu den Themen Nationalsozialismus und Demokratie. „Mensch ist Mensch. Egal, welche Hautfarbe oder Religion“, „Vielfalt stärkt unsere Gesellschaft“ oder „Demokratie ist Verantwortung – übernimm deine Rolle“ waren etwa zu lesen. „So etwas wie den Nationalsozialismus darf es nie wieder geben. Wir haben viele verschiedene Kulturen in unserer Klasse und wir lernen alle etwas voneinander“, so eine Schülerin.

Sichtlich berührt von den Beiträgen der Schüler war die Zeitzeugin Anna Hackl. „Es war eine schlimme Zeit und ich wünsche euch, dass ihr so etwas nie erlebt. Seid wachsam und vorsichtig“, so die 91-Jährige. AK-Vizepräsident Josef Madlmayr betonte die Wichtigkeit, sich auch heute noch mit dem Thema Nationalsozialismus auseinanderzusetzen: „Das menschenverachtende Gedankengut der Nationalsozialisten hat durch einen ganz einfachen Mechanismus funktioniert, indem systematisch bestimmte Bevölkerungsgruppen abgewertet und gegenseitig ausgespielt wurden. Diesen Mechanismus gibt es leider heute auch noch vielfach. Umso wichtiger ist es, dass junge Menschen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung erkennen und ermutigt werden, dagegen aufzutreten.“


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