Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Nach Gasexplosion in Freindorfer Wohnsiedlung: Fast alle Bewohner konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren

Marlis Schlatte, 03.07.2023 15:58

ANSFELDEN. Eine Gasexplosion im Stadtteil Freindorf ließ vergangene Woche alle Blicke nach Ansfelden richten. Eine ganze Siedlung musste spätabends evakuiert werden, die Bewohner im Rathaus übernachten. Bereits über das Wochenende konnten die Gaswerte deutlich reduziert werden. Tips fragte nach, wie es nun weitergeht.

  1 / 4   Die Feuerwehren versuchten den Brand des Gebäudes sowie die in Brand geratene Wiese nach der Explosion zu löschen. (Foto: TEAM FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR)

„Hie und da besteht bei den Bewohnern noch ein mulmiges Gefühl, das ist auch ganz verständlich. Aber das Vertrauen in die Einsatzkräfte ist groß, die vor allem in der ersten Nacht unter lebensgefährlichen Bedingungen Großartiges vollbracht haben“, berichtet Bürgermeister Christian Partoll am Montag, 3. Juli, nachdem fast alle Bewohner wieder in ihr altes Leben zurückkehren konnten.

Aufgrund einer Tiefenbohrung für den Betrieb einer Wärmepumpe im Siedlungsgebiet Freindorf in Ansfelden kam es am Abend des 27. Juni zu einer Explosion in einem Haus. Bei der Bohrung sei zunächst eine große Menge Wasser und dann auch Gas ausgetreten. Als Einsatzkräfte gerade das Wasser abpumpten, kam es am Nachbargrundstück im Haus zu einer Explosion. Eine Person wurde dabei verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Da aus dem Bohrloch weiterhin Gas austrat, wurde seitens der Behörde die Evakuierung der betroffenen Siedlung mit rund 150 Personen aus 65 Häusern angeordnet. Die evakuierten Personen wurden vorläufig im Rathaus in Ansfelden untergebracht, später konnten die meisten bei Verwandten oder Freunden unterkommen – 21 ältere Personen fanden auch eine vorübergehende Unterkunft im Alten- und Pflegeheim.

Ungewissheit

Zunächst war unklar, wann die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren könnten. „Wir versuchen den Bereich immer weiter zu verkleinern, sodass die Leute rundherum nach und nach in ihre Häuser können. Wir werden nichts künstlich aufhalten, aber die Gefahrenbereiche werden nicht freigeben, wenn sie noch nicht sicher sind“, so Partoll am Donnerstag nach der Explosion. Ein Expertenteam der OMV wurde angefordert, um das Gasleck zu schließen – dies gelang schließlich mit einer speziellen Zementmischung.

Ruhe eingekehrt

Somit kam auch die Erlösung: Nach und nach konnten die Freindorfer wieder in ihre Häuser zurückkehren. Dabei wurde auf größtmögliche Sicherheit geachtet. Zuvor wurde jedes Haus gründlich auf Gaswerte gemessen. Erst wenn keine Gefahr mehr bestand, wurde den Bewohnern ihr Schlüssel übergeben und gemeinsam mit ihnen das Haus betreten. Sie bekamen genau erklärt, wie es nun weitergeht und was zu tun ist – hauptsächlich solle viel gelüftet werden. „Vor dem Wochenende waren es 15 Häuser mit 47 Bewohnern, die noch nicht in ihre Häuser zurückkonnten, weil die Gaswerte noch zu hoch waren. Heute konnten aber auch die restlichen Personen zurückkehren“, so Partoll am frühen Montagnachmittag. Es sei Ruhe eingekehrt in der Freindorfer Siedlung – die Menschen wollen den Schock hinter sich lassen und wieder ins normale Leben zurückkehren. Nur ein Haus sei derzeit nicht bewohnbar, nämlich jenes, wo die Explosion stattgefunden hat. Dieses wurde behördlich gesperrt und muss saniert werden, ehe die Betroffenen wieder einziehen können.

Weitere Messungen

Zumindest diese Woche werde mittels Messsonden das Gebiet noch regelmäßig auf Gaswerte geprüft. Sobald diese auf null sind, bestehe keine Gefahr mehr, erklärt der Bürgermeister, der sich allen voran bei den Einsatzkräften und Helfern sowie bei Bezirkshauptmann Manfred Hageneder und Bezirksfeuerwehrkommandant Helmut Födermayr für die gute Zusammenarbeit und Krisenbewältigung bedankt – aber auch bei den Freindorfern für den ruhigen und geordneten Einsatzverlauf.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden