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ST. FLORIAN. Am Tag der offenen Tür der St. Florianer Sängerknaben führten Sängerknaben selbst die Gäste durch ihr Gebäude. Man konnte spüren, dass sie sich in dieser fast 1.000 Jahre alten Institution wohl fühlen.

Severin (11) und Severin (11) improvisieren a Klavier (Foto: mott)
  1 / 4   Severin (11) und Severin (11) improvisieren a Klavier (Foto: mott)

Angenehme Stimmung herrschte am Tag der offenen Tür der St. Florianer Sängerknaben. Gäste wurden herzlich empfangen und von Sängerknaben durch das Internat geführt.

Zwei Sängerknaben – beide heißen Severin – führten den Tips-Reporter durchs Haus im Stift St. Florian. An dem Tag trugen alle Sängerknaben ihre klassische Uniform. In der Freizeit oder wenn sie in die Schule gehen, tragen sie Privatkleidung.

Viele Freizeitangebote

Severin und Severin sprühten vor Freude, wenn sie Gästen ihr Reich zeigen konnten.

Da gibt es die „Arena“, wo die Sängerknaben in der Freizeit Tischfußball oder Tischtennis und vieles mehr spielen können.

Auch im Außenbereich gibt es viel zu erleben. Da gibt es einen Swimmingpool und daneben einen Naturteich. In diesem kann man zwar nicht baden – aber es gibt ein Floß. Vor Kurzem wurden in dem Teich Hechte und Karpfen eingesetzt – und wenn sie groß genug sind, wird es einen „Fischtag“ geben, an dem die Sängerknaben selbst angeln dürfen. Zudem gibt es einen Fußballplatz und einen Tennisplatz. Jetzt im Winter ist eine andere Sportart angesagt: Im Gelände gibt es einen Hang zum Rodeln. Sehr beliebt ist auch das gemütliche Fernsehzimmer, wo sich die Sängerknaben Filme ansehen können.

Eine Besonderheit des Hauses ist der Handykasten. In diesem bleiben die Handys einen großen Teil des Tages weggesperrt. Für die beiden Severins ist das kein Problem, denn der Tag ist auch ohne Handy sehr ausgefüllt.

Denn trotz all der vielfältigen Freizeitangebote sind die Schüler hier, um etwas zu lernen. Sie gehen am Vormittag gemeinsam mit den anderen Kindern des Ortes in die Schule. Frühstück, Mittagessen und Abendessen gibt es im Internat. Beide Severins erklären, dass ihnen das Essen sehr gut schmeckt.

Am Nachmittag beginnt um 16 Uhr die Studierzeit. In der Zeit sind auch Proben. An manchen Tagen gibt es auch Abendproben.

Internat

Die meisten Sängerknaben wohnen im Internat. Es gibt auch externe Schüler aus der Nähe – aber auch diese verbringen ihre Freizeit gern im Internat. Internatsleiter Wolfgang Gruber begrüßt das: Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Jedes Kind lernt zusätzlich zu seinem Hauptinstrument – die Stimme – Musikinstrumente. Im Haus verteilt stehen viele Klaviere, sodass es keinen Streit ums Klavier gibt.

Konzertreisen

Ein besonderes Erlebnis für die St. Florianer Sängerknaben sind die Konzertreisen, die sie in alle Welt führen. So waren die Severins unter anderem in Südafrika, wo die St. Florianer Sängerknaben fast jeden Tag Konzerte mit ihrem Sommerprogramm gaben. An einem freien Tag durften sie an einer Safari teilnehmen. „Es gefällt uns, andere Länder und Menschen, ihre Bräuche und ihr Essen kennenzulernen“, erklärt Severin.

Bei den Konzertreisen sind die Sängerknaben bei Gastfamilien untergebracht. Auch an London haben Severin und Severin gute Erinnerungen, und die nächste Konzertreise steht schon ins Haus: Diese wird sie nach Mexiko führen.

Die St. Florianer Sängerknaben haben ein vielfältiges Konzertprogramm, da drängt sich die Frage auf, welche Musik Severin und Severin privat gern hören. Im Bereich Popmusik sind beide Coldplay-Fans. In der Klassik sind Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Strauss und Edvard Grieg ihre Favoriten.

Lebensschule

Der Chorleiter Markus Stumpner bot am Tag der offenen Tür interessierten Schülern die Möglichkeit, vorzusingen und ihre Stimme prüfen zu lassen. Wenn Buben musikalisch sind, können sie Schnuppertage einlegen, um zu sehen, ob ihnen die Ausbildung als Sängerknabe liegt.Stumpner – selbst ehemaliger St. Florianer Sängerknabe – ist seit 2018 Chorleiter. „Für mich ist das kein Beruf, sondern eine Berufung“, erklärt er und auch ihm sieht man an, dass er mit Herzblut dabei ist.Die Ausbildung als Sängerknabe dauert vier Jahre. „Das ist eine Herausforderung: Ich habe alle vier Jahre einen neuen Chor und muss immer wieder von vorne anfangen. Aber das hat auch seinen Reiz.“Besonders freut sich Stumpner, wenn im Chor Kinder sind, die es schaffen, die anderen zu motivieren und mitzureißen.Stumpner sieht die St. Florianer Sängerknaben als Lebensschule. „Wir freuen uns, wenn unsere Absolventen bei der Musik bleiben, aber wenn sie danach etwas ganz Anderes machen wollen, unterstützen wir sie in ihren Zielen.“

„Chor der ganz Jungen“

Für musikbegeisterte Volksschüler haben die Florianer Sängerknaben den „Chor der ganz Jungen“ ins Leben gerufen. Das ist ein kostenloses Angebot der Florianer Sängerknaben und des Oö. Landesmusikschulwerkes.

Information und Anmeldung: 07224/4799-0 – w.gruber@florianer.at


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