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KRONSTORF. Während beim Bau des Google-Rechenzentrums in Kronstorf die Bagger weiterrollen, formiert sich Widerstand: Bei einer Protestkundgebung wurde vor massiven Folgen für Stromverbrauch, Wasser und Boden gewarnt – und ein sofortiges Umdenken gefordert.

Teilnehmer fordern bei der Protestkundgebung ein Umdenken bei der Ressourcen-Nutzung. (Foto: Solidarwerkstatt Österreich)

In den Redebeiträgen wurde vor allem der Ressourcenverbrauch des Projekts kritisiert. Laut den Veranstaltern werde das Rechenzentrum Strom in der Größenordnung von rund 900.000 Haushalten benötigen. Auch der Wasserverbrauch sei enorm: Mehr als zwei Milliarden Liter pro Jahr würden aus dem Grundwasser entnommen und anschließend – mit Chemikalien versetzt – in die Enns zurückgeleitet. Zusätzlich wurde der Flächenverbrauch von rund 70 Hektar fruchtbarem Ackerboden thematisiert.

Neben Umwelt- und Klimafragen stand auch die grundsätzliche Rolle großer Tech-Konzerne im Fokus. Es wurde kritisiert, dass Profite privatisiert, Folgen aber auf die Allgemeinheit abgewälzt würden und regionale Wertschöpfung begrenzt bleibe. Auch die Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur in den Händen weniger Unternehmen wurde thematisiert.

Stefan Zauner von den Parents for Future OÖ sagte: „‚KI ist die Zukunft!‘ heißt es so schön. Aber bedenken wir die massiven negativen Effekte bei einem solchen – offensichtlich schlecht ausverhandelten – Megaprojekt: KI bringt uns nicht unser Trinkwasser, KI holt uns nicht unsere Lebensmittel aufs Teller und KI wird auch nicht unsere Stromrechnung bezahlen.“

Eveline Steinbacher von der Solidarwerkstatt Österreich sprach von einer notwendigen „dreifachen Einhegung der Digitalisierung“: „Der Energie- und Ressourcenverbrauch digitaler Systeme muss gesellschaftlich begrenzt werden. Die Entwicklung der digitale Infrastruktur muss öffentlich diskutiert und entschieden werden.“

Harald Müllner von der Bürgerinitiative Datencenter Kronstorf forderte eine Gesamtbetrachtung der Auswirkungen: „Wir lassen uns nicht länger mit isolierten Einzelgutachten abspeisen, während nebenan ca. 70 Hektar Boden versiegelt werden und über zwei Milliarden Liter Wasser pro Jahr aus unserem Grundwasser verschwinden.“

Auch Dieter Wallentin von Da Huat brennt kritisierte fehlende Transparenz: „Wir fordern von der Politik: absolute Transparenz bei Großbauprojekten, die massiv in unser Leben eingreifen! Schutz unserer besten Ackerböden! Schutz unseres Grundwassers und unserer Flüsse!“

Gefordert wurde schließlich ein Moratorium beim Bau weiterer Rechenzentren, um die Auswirkungen umfassend gesellschaftlich zu diskutieren. „Erst denken, dann entscheiden“ blieb dabei zentrale Botschaft der Kundgebung.


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