Trauner Vereine fordern nach Hallenbad-Aus jetzt Planungssicherheit
TRAUN. Die angekündigte Schließung des Lehrschwimmbeckens und das absehbare Ende des Hallenbads spätestens im Sommer 2027 stoßen bei den Trauner Sportvereinen auf scharfe Kritik. In einem offenen Brief an Bürgermeister Karl-Heinz Koll und alle Gemeinderatsfraktionen warnen Vertreter aus den Bereichen Schwimmen, Triathlon, Eishockey, Eiskunstlauf, Curling und weiteren Sportarten vor einem „Infrastruktur-Kollaps“ und fordern rasche Entscheidungen.

Aus Sicht der Vereine droht eine mindestens dreijährige Lücke, bis ein neues Badezentrum zur Verfügung steht. „Ein Loch von mindestens drei Jahren ohne funktionierende Eis- und Schwimmflächen ist für alle Sportler und Schüler fatal und für die Vereine wirtschaftlich sowie sportlich existenzbedrohend“, heißt es in dem Schreiben. Die ehrenamtlich geführten Vereine kritisieren zudem, dass ihnen diese Entwicklung nie offen kommuniziert worden sei. Nun stünden sie vor vollendeten Tatsachen und benötigten dringend Planungssicherheit.
„Sportliche Existenzgrundlage fällt weg“
Besonders betroffen seien Schulen, Vereine und Menschen mit Beeinträchtigung. Nach Angaben der Sportvereine nutzen jährlich mehr als 10.000 Schüler sowie über 240 Schulklassen das Hallenbad. Schwimmen sei eine lebenswichtige Grundfertigkeit. Fielen die Wasserflächen über Jahre weg, werde „einer ganzen Generation die Chance auf sicheren Sport genommen“.
Auch für Menschen mit Beeinträchtigung hätte eine längere Schließung weitreichende Folgen. Spezielle Schwimm- und Therapiekurse seien auf die barrierefreie Infrastruktur angewiesen. Für viele sei Bewegung im Wasser die einzige schmerzfreie Form körperlicher Aktivität und gesellschaftlicher Teilhabe.
Darüber hinaus sehen die Vereine den Leistungs- und Nachwuchssport gefährdet. Ohne Hallenbad oder Eisfläche werde Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen „rücksichtslos die sportliche Existenzgrundlage entzogen“. Gleichzeitig drohten durch ausfallende Wettkämpfe erhebliche wirtschaftliche Einbußen für die Vereine. Auch für zahlreiche Hobbysportler sei das Badezentrum ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Vereine fordern Übergangslösungen
Die Vereine verlangen deshalb, dass bereits jetzt Übergangslösungen für den Schwimm- und Eissport geprüft und finanziell abgesichert werden. „Es darf keinen Tag X geben, an dem unsere Sportler, Kinder und Menschen mit Beeinträchtigung ohne Sportmöglichkeit dastehen“, schreiben sie. Nur so könne der Vereinsbetrieb überhaupt aufrechterhalten werden.
Gleichzeitig sprechen sich die Unterzeichner für ein Gesamtkonzept aus. Der geplante Neubau am Oedtersee dürfe kein „Trostpflaster“ werden, sondern müsse alle betroffenen Sportarten berücksichtigen. Da Hallenbad und Eishalle technisch miteinander verbunden seien, müsse auch die Zukunft der Eishalle samt Energieversorgung und offener baulicher Fragen geklärt werden. Provisorische Lösungen seien zwar unumgänglich, bedeuteten für die Vereine jedoch „schmerzhafte Kompromisse und massiven Attraktivitätsverlust“.
Appell an Gemeinderat und Politik
Vor der Gemeinderatssitzung im Juli appellieren die Sportvereine an alle politischen Fraktionen, gemeinsam zu handeln. „Wir Ehrenamtlichen, Trainer, Eltern und Sportler sind nicht länger bereit, die Versäumnisse der Vergangenheit stillschweigend auszubaden“, heißt es abschließend. Die Trauner Sportwelt werde die anstehenden Beschlüsse „sehr genau analysieren“ und erwarte eine klare Zukunftsperspektive für den Schwimm- und Eissport.


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