ÖBB nehmen größte Bahnstrom-Photovoltaikanlage in Enns in Betrieb
ENNS/ASTEN. Die ÖBB nehmen in Enns ihre bislang größte Photovoltaikanlage zur Erzeugung von Bahnstrom in Betrieb. Auf rund 20 Hektar sollen 37.764 Module jährlich knapp 24 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Über das nahe gelegene Unterwerk Asten gelangt die Energie direkt in das Bahnstromnetz und steht damit unter anderem für den Zugverkehr auf der Weststrecke zur Verfügung.

Die Anlage liegt im Gemeindegebiet von Enns. Eine rund zwei Kilometer lange Kabelverbindung führt zum ÖBB-Unterwerk Asten. Durch die Nähe zum Unterwerk kann die bestehende Infrastruktur für die Einspeisung genutzt werden.
Nach Angaben der ÖBB entspricht der erwartete Jahresertrag rechnerisch dem Energiebedarf von rund 8.000 Railjet-Fahrten zwischen Wien und Linz. Diese Größenordnung beschreibt einen Energievergleich, nicht die Zahl der tatsächlich ausschließlich mit Strom aus der Anlage betriebenen Züge.
Sonnenstrom für das Bahnstromnetz
Mit dem Standort Asten/Enns erweitern die ÖBB ihre eigene Stromerzeugung aus Sonnenenergie.
„Die Energieversorgung der Bahn wird stetig weiterentwickelt und ausgebaut. Mit der Photovoltaikanlage Asten/Enns nehmen wir unsere bislang größte Anlage für Bahnstrom in Betrieb“, sagt Karl Streimelweger, Geschäftsbereichsleiter Energie der ÖBB-Infrastruktur AG. Der Strom werde direkt für das Bahnstromnetz mit einer Frequenz von 16,7 Hertz erzeugt.
Konstruktion berücksichtigt Hochwassergebiet
Die rund 20 Hektar große Projektfläche befindet sich teilweise in einem ausgewiesenen Hochwassergebiet. Die Unterkonstruktion der Module ist im Boden verankert und kommt ohne großflächige Betonfundamente aus. Dadurch kann Wasser im Boden versickern.
Die Technikstationen wurden auf Pfählen errichtet, um sie gegen mögliche Hochwasser zu schützen. Nach Angaben der ÖBB lässt sich die Konstruktion nach dem Ende ihrer technischen Lebensdauer von etwa 25 Jahren vollständig rückbauen.
Magerwiese, Hecken und Amphibienbiotop
Begleitend zur Anlage sind Maßnahmen zur Förderung der lokalen Artenvielfalt vorgesehen. Dazu zählen eine Magerwiese, mehrreihige Hecken sowie Stein- und Gehölzschlichtungen als Strukturen für Amphibien, Wildtiere und Kleinsäuger.
Ein rund 600 Quadratmeter großes, grundwassergespeistes Amphibienbiotop wurde bereits angelegt.
ÖBB bauen eigene Stromerzeugung aus
Die neue Anlage ergänzt die bestehenden Photovoltaikanlagen der ÖBB für Bahnstrom. Das Unternehmen baut seine eigene Stromerzeugung aus Wasser-, Sonnen- und Windkraft schrittweise aus. Mit einem erwarteten Jahresertrag von knapp 24 Millionen Kilowattstunden ist der Standort in Enns ein weiterer Bestandteil dieses Ausbaus.








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