Jugendbefragung Linz-Land: Mehr Mitsprache und Treffpunkte gefordert
LINZ-LAND. Mehr Mitsprache, Treffpunkte ohne Konsumzwang und bessere Mobilität: Die digitale Jugendbefragung im Sommer 2026 von Zukunft Jugend aus Sankt Marien liefert Anhaltspunkte dafür, welche Angebote junge Menschen brauchen. Aus Hörsching, Kronstorf, Niederneukirchen und Oftering beteiligten sich insgesamt 391 Jugendliche. Ihre Rückmeldungen sollen nun in die Weiterentwicklung der Jugendarbeit einfließen.

Nach Angaben von Zukunft Jugend wurden im Rahmen der gemeindeübergreifenden Befragung insgesamt rund 1.000 Jugendliche aus den oö. Kooperationsgemeinden einbezogen. Im Bezirk Linz-Land nahmen 132 Jugendliche aus Hörsching, 74 aus Kronstorf, 89 aus Niederneukirchen und 96 aus Oftering teil.
Die Organisation will die Ergebnisse nicht nur auswerten, sondern gemeinsam mit Jugendlichen daraus neue Angebote entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Freizeitmöglichkeiten, Mobilität, digitale Lebenswelten, psychische Gesundheit und Mitbestimmung.
Hohe Zufriedenheit mit dem Wohnort, Lücken am Abend
Die Gesamtergebnisse der Befragung zeigen, dass sich viele Jugendliche mit ihrer Gemeinde verbunden fühlen: 95,6 Prozent geben an, sich dort sehr oder eher wohlzufühlen. Mit ihrer Wohnsituation sind 93,7 Prozent zufrieden. Auch in fünf Jahren möchten 64,2 Prozent noch in ihrer Gemeinde leben.
Weniger positiv fallen die Bewertungen der Freizeitmöglichkeiten aus. Hier liegt die Zufriedenheit bei 71,7 Prozent. Mit den Verkehrsverbindungen am Abend sind 46,6 Prozent zufrieden, die abendlichen Ausgehmöglichkeiten bewerten 44,3 Prozent positiv.
Die genannten Prozentwerte beziehen sich auf die gesamte gemeindeübergreifende Befragung. Eine gesonderte Auswertung für den Bezirk Linz-Land liegt nicht vor.
In ihren Rückmeldungen wünschen sich Jugendliche laut Zukunft Jugend unter anderem mehr Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, jugendgerechte Treffpunkte, Veranstaltungen und bessere Mobilität. Dazu gehören auch Räume, in denen sie sich kostenlos und ohne Konsumzwang treffen können.
Mitbestimmung bei konkreten Projekten
Dass Jugendanliegen in der Gemeindepolitik berücksichtigt werden, finden 90,6 Prozent der Befragten wichtig. Als Beteiligungsformen sind insbesondere konkrete Projektgruppen mit 59,1 Prozent und Treffen zu konkreten Jugendanliegen mit 54,7 Prozent gefragt.
Hier sollen die geplanten Jugendlabore ansetzen. Rund 3.000 Jugendliche sollen in den kommenden zwei Jahren eigene Vorschläge erarbeiten, Angebote ausprobieren und gemeinsam mit Coaches prüfen, was sich bewährt. Anschließend sollen sie ihre Ideen mit Gemeindevertretern, politischen Entscheidungsträgern und Fachleuten weiterentwickeln.
Neun thematische Jugendlabore vorgesehen
Die neun thematischen Jugendlabore sind für den Zeitraum 2027 bis 2029 geplant. Neue Beteiligungsformate sollen an den neun Jugendzentrumsstandorten von Zukunft Jugend in Ober- und Niederösterreich entstehen. Auch die Gemeinden im Bezirk Linz-Land sollen aktiv eingebunden werden.
Inhaltlich geht es unter anderem um künstliche Intelligenz, Mobilität, Freizeitgestaltung, Gaming, Gesundheit, digitale Beratung und kommunale Mitbestimmung. Ziel ist, gemeinsam mit Jugendlichen konkrete Verbesserungsvorschläge zu entwickeln.
„Für uns war von Anfang an klar: Eine Jugendbefragung darf nicht damit enden, dass wir einen Bericht schreiben und Zahlen präsentieren. Wenn Jugendliche uns sagen, was sie brauchen, müssen wir gemeinsam mit ihnen den nächsten Schritt gehen. Genau daraus sind unsere Jugendlabore entstanden.“, erklärt Sascha Reischl, pädagogischer Leiter von Zukunft Jugend.
Unterschiedliche Schwerpunkte in Linz-Land
In den vier beteiligten Gemeinden aus dem Bezirk Linz-Land verfolgt Zukunft Jugend bereits unterschiedliche Ansätze:
In Hörsching stehen neben der laufenden Jugendarbeit die Jugendbeteiligung, gemeinsame Aktivitäten und gemeindeübergreifende Angebote im Mittelpunkt. In Kronstorf befindet sich eine neue Jugendgruppe im Aufbau. Zudem arbeitet Zukunft Jugend daran, das Jugendzentrum bei der Feuerwehr und die mobilen Jugendzentrumsangebote auszubauen.
In Niederneukirchen sollen die Befragungsergebnisse als Grundlage dienen, um gemeinsam mit Jugendlichen neue Freizeit-, Beteiligungs- und Begegnungsangebote zu entwickeln. In Oftering beteiligen sich Jugendliche an der geplanten Funcourt-Anlage. Außerdem sollen die Vernetzung mit Nachbargemeinden und Schulstandorten sowie der Zugang zu Angeboten über Gemeindegrenzen hinweg verstärkt werden.
Jugendnetzwerk für den Bezirk
Zukunft Jugend arbeitet außerdem an einem gemeindeübergreifenden Jugendnetzwerk Linz-Land. Dieses soll Gemeinden, Schulen und Jugendeinrichtungen stärker vernetzen und die Qualität der Jugendarbeit weiterentwickeln.
Die Befragung versteht die Organisation als Teil einer langfristigen Beobachtung der Bedürfnisse junger Menschen. Neben den erhobenen Daten sollen auch Erfahrungen aus Jugendzentren, mobilen Angeboten, Streetwork, Beratung und direkten Gesprächen in die Weiterentwicklung einfließen.








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