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Linz-Land. Durch das vermehrte Aufkommen von Rabenkrähen, Elstern, Fischottern und Bibern wird laut OÖ Jägerschaft das ökologische Gleichgewicht verschoben. Singvögel, Niederwild und Enten sind gefährdet. Eine erste „Aufweichung“ des Artenschutzes dieser Tiere hat die Landesregierung nun beschlossen, Landwirtschaft und Jäger fordern aber mehr.

„Der Baum wird den Fluss verklausen und das Hochwasserrisiko für flussabwärts liegende Siedlungen erhöhen“, so LK OÖ Präsident Franz Reisecker. Foto: Reischauer

Die neue Verordnung erlaubt für genau definierte Zeiträume die Entnahme von 23.000 Rabenkrähen und 2500 Elstern. Mit „Entnahme“ ist das artgerechte Fangen und Töten der Tiere gemeint. Davor war hierfür eine Ausnahmebewilligung erforderlich. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht genug. Junghasen, Fasane und Rebhühner sind extrem gefährdet, die Tiere werden in der ersten Lebenswoche gefressen, haben gar keine Chance“, sagt dazu Bezirksjägermeister Engelbert Zeilinger. Auch der Biber sei gefährlich, neben der Zerstörung von nutzbarem Boden seien auch die jungen Enten in Gefahr. Bei der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land gibt es daher die Möglichkeit, in schweren Fällen eine „Entnahme“ auch für Biber zu beantragen. „In Linz-Land ist das aber noch nie in Anspruch genommen worden. Auch in Oberösterreich weiß ich nur von einem Fall in Zusammenhang mit einem Hochwasserschutzprojekt“, sagt Mark Wöss, Naturschutzbeauftragter bei der BH Linz-Land.

Biber akzeptieren?

Wer mit Biberschäden konfrontiert ist oder diese vorbeugen will, bekommt von Wöss und seinem Team fachgerechte Beratung. Wer bereit ist, mit dem Biber zu „koexistieren“, kann eine Biberprämie beantragen, um mögliche Schäden auszugleichen. Nach Perg hat Linz-Land die größte Prämienfläche. „Bei den Zahlungen handelt es sich aber nur um einen Tropfen auf den heißen Stein. Zudem wollen viele Landwirte diese bürokratische Hürde nicht nehmen“, sagt Bezirksjägermeister Zeilinger. Ins selbe Horn stieß auch Landesjägermeister Sepp Brandmair beim Bezirksjägertag: „Die Landwirtschaft trägt zu 100 Prozent die Kosten für die verursachten Schäden, das ist nicht hinzunehmen.“

Entschädigung für Bauern

Auch die Landwirtschaftskammer verlangt nun mehr Schutz vom Biber-Management des Landes Oberösterreich. Aktuell gibt es im Land ob der Enns 800 Biber und es ist zu erwarten, dass der Bestand heuer auf über 1000 Stück anwachsen wird. In Linz-Land kommen die Tiere am häufigsten in den Traun- und Donauauen vor. „Aber wegen der Verbreitung müssen die Jungtiere weichen, die gehen dann auch in die Nebenflüsse und die Ausbreitung in ganz Oberösterreich ist unaufhaltsam“, so Zeilinger. Die wirtschaftlichen Schäden für Land- und Forstwirtschaft werden laut Landwirtschaftskammer enorm sein. „Wir verlangen, dass den betroffenen Grundbesitzern nicht vermeidbare Schäden ersetzt werden und Haftungen aufgrund der Tätigkeit des Bibers wirksam ausgeschlossen werden“, so Landwirtschaftskammer OÖ Präsident Reisecker. Dafür sei es notwendig, dass die OÖ Bibermanager alle Schäden genau dokumentieren.

Biberschtz

Der Biber ist eine geschützte Tierart, die Entnahme von Tieren und die Zerstörung von Dämmen sind aufgrund des Oö Naturschutzgesetzes verboten, eine Ausnahmebewilligung kann beantragt werden, ist aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen (Sicherheitsgefährdungen, erhebliche Schäden ohne alternative Lösungsmöglichkeiten u.a.) möglich. Seit 15 Millionen Jahren besiedelt der Biber Mitteleuropa, kurzfristig wurde er für ca. 100 Jahre in Österreich ausgerottet, u. a. wegen seines Fells, seiner Eignung als Fastenspeise und seines heilenden Castoreum (= heutiges Aspirin).


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