Sturm und Regen getrotzt, um den Geflüchteten zu „geh-denken“
LINZ/LEONDING/TRAUN. Aufgrund des schlechten Wetters war es nur eine kleine Gruppe, die sich am Freitag, 4. November, von der Pfarre St. Markus in Urfahr auf den Weg zum Gedenkort.Flucht am Stadtfriedhof St. Martin in Traun gemacht hat. Mit diesem „Gehdenkmarsch“ und einer anschließenden multireligiösen Gedenkfeier wurde den Menschen gedacht, die auf ihrer Flucht verstorben sind.

Begleitet von dem Gebet „Jeder Name zählt“ und dem Lied „Voll Vertrauen gehe ich den Weg mit dir mein Gott“ startete die Gruppe zu Mittag ihren 16 Kilometer langen Marsch im Gedenken an die Menschen, die aus ihrer Heimat aufgebrochen sind – in der Hoffnung auf ein besseres Leben – und die auf diesem Weg ihr Leben lassen mussten. Der Marsch führte die Teilnehmer entlang der Donau zur Stadtpfarrkirche Urfahr und dann über die Nibelungenbrücke und den Schlossberg zur Martinskirche am Römerberg.
„Dort hielten wir ein kurzes Gedenken mit dem Lied „Hevenu Shalom Alechem“, bevor wir unseren Weg Richtung Leonding, Pfarre St. Michael, fortsetzten“, so Michaela Stauder, Organisatorin der Gehdenk-Veranstaltung, vom Katholischen Bildungswerk. Auf dieser Strecke öffnete der Himmel seine Schleusen, der Wind blies von der Seite und die Gruppe kam total durchnässt in Leonding an, wo sie sich bei einem kurzen Zwischenstopp in einer Bäckerei aufwärmte und stärkte. Anschließend nahmen sie das letzte Wegstück zum Stadtfriedhof St. Martin in Angriff und erreichten pünktlich kurz vor 17 Uhr den Gedenkort.Flucht in Traun.
Feier nach drinnen verlegt
Aufgrund des schlechten Wetters war es nicht möglich, die multireligiöse Gedenkfeier direkt beim Gedenkort abzuhalten, weshalb sie in einen Innenraum verlegt wurde. Am Beginn gab der Initiator des Gedenkortes eine kleine Einführung, bevor die eigentliche Feier mit der Sure 1 aus dem Koran, gesungen von Murat Baser, 1. Imam und Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft, begann. Im Anschluss folgten die Gedanken und Bitten von Lore Beck als Vertreterin der evangelischen Kirche sowie ein Bibeltext und eine kurze Predigt von Bischof Manfred Scheuer. Musikalisch umrahmt wurde die Feier sehr stimmungsvoll von der Gruppe Acustica unter der Leitung von John Abraham aus Syrien.
Zum Abschluss gingen alle hinaus zum Gedenkort.Flucht, entzündeten eine Kerze und sprachen gemeinsam das Gebet „Jeder Name zählt“ von Stefan Schlager. „Anschließend ließen wir die Veranstaltung noch bei einem Becher Tee ausklingen und kamen miteinander ins Gespräch“, konnte Organisatorin Stauder trotz des schlechten Wetters ein positives Resümee ziehen.


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