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Frauen helfen Frauen - Coachings für selbstbewussten Wiedereinstieg ins Berufsleben

David Ramaseder, 08.03.2023 09:28

LEONDING. Ilse Klonner ist von Beruf Pädagogin, unterrichtet an der Pädagogischen Hochschule OÖ junge angehende Lehrerinnen in Englisch und Kommunikation. Als zweites Standbein betreibt die Leondingerin ein Institut für Englisch. Als neue Schiene möchte sie sich an Frauen wenden, die neu ins Berufsleben einsteigen bzw. länger aus der Berufswelt weg waren.

Ilse Klonner stärt mit ihren Coachings das Selbstbewusstsein von Frauen (Foto: Tips/Ramaseder)
Ilse Klonner stärt mit ihren Coachings das Selbstbewusstsein von Frauen (Foto: Tips/Ramaseder)

„Durch meine Studentinnen – vor allem die berufsbegleitenden – bin ich dazu gekommen, dass ich mir genauer anschaue, warum Frauen gewisse Dinge machen im Leben oder eben nicht“, erzählt Klonner vom Ursprung ihrer Idee. Frauen, die sich etwa mit Mitte 30 noch umorientieren möchten, um ihren Visionen nachzugehen, haben sie schon immer inspiriert: „Ich hatte schon eine Architektin oder Tierärztin, die ihre Tätigkeit aber nicht erfüllt hat. So nehmen sie wirklich sehr viele Schwierigkeiten auf sich, um sich ihren Traum zu erfüllen.“

Wertvolle Ausbildung

In einer schwierigen privaten Situation hat sich Ilse Klonner dazu entschieden, für sich eine Coaching-Ausbildung zu absolvieren. Schnell merkte sie, dass sich das erworbene Wissen auch bei ihren Studentinnen, aber auch vielen anderen Frauen sehr gut einsetzen lässt. „Das hat sich bewährt und ist mir ein persönliches Anliegen. Ich möchte damit – was mir Gutes widerfahren ist – etwas zurückgeben auch“, war Klonner die Thematik schon immer wichtig. „Frauen stehen leider Gottes meistens in der zweiten Reihe. Und oft auch nicht von der Gesellschaft, sondern selbst dorthin gestellt.“

Selbstbewusstsein stärken

Nach Babypause, Hausfrauendasein oder Entlassungen haben Frauen manchmal Schwierigkeiten, sich am Markt zu präsentieren. „Es gibt so viele Frauen, die wirklich kein Selbstbewusstsein haben, weil sie von der Umwelt nie gefördert oder sogar unterdrückt wurden. Im Coaching kann man die Frauen dann dorthin führen, dass sie wirklich zufrieden und glücklich sind. Dann können sie auch ihr Selbstbewusstsein erarbeiten“, weiß Ilse Klonner, auf was es ankommt. Der erste wichtige Schritt sei jedenfalls, den Mut zu haben, etwas zu tun, also aktiv zu werden. Für Bewerbungsgespräche arbeitet sie etwa mit einer Stylistin zusammen, die auch Tipps für Frisur und Outfit gibt. Sie selbst widmet sich den Körpersprache und Kommunikation – also dem Auftreten. „Damit möchte ich die Frauen in ihrer Persönlichkeit stabilisieren.“

Mangel an Zuwendung

Es gehe oft nur um die Anerkennung für das Geleistete. „Frauen sind in meiner Erfahrung vielfach Mutter, Hausfrau, Gärtnerin, Krankenschwester, Zuhörerin, Ratgeberin sowie Putzfrau. Und neben diesen vielen Dingen haben sie häufig einen anderen Job auch noch. Die Frauen werten das aber oft nicht einmal, weil es für sie so selbstverständlich ist. Frauen wünschen sich nur ein bisschen Lob und Anerkennung für das, was sie den ganzen Tag leisten“, liegt für Klonner der erste wichtige Schritt auf der Hand.

Positives Feedback

Im Gespräch mit Tips erzählt Klonner auch von einer jungen Russin, die nach der Scheidung von ihrem österreichischen Ehemann mit ihren zwei Kindern komplett im luftleeren Raum schwebte und dringend eine Arbeitsstelle benötigte. Nach dem Herausarbeiten ihrer Fähigkeiten und Stärken hat sie auf der Pädagogischen Hochschule einen Studienplatz bekommen. „Mittlerweile ist sie fertig studierte Lehrerin für Sonderpädagogik, hat eine Stelle in einer Schule bekommen und ist glücklich. Das war genau das Richtige für sie“, berichtet Klonner über eines ihrer schönsten Erlebnisse. Die meisten ihrer Klientinnen kommen nach Mundpropaganda auf sie zu: „Das freut mich am meisten, dadurch habe ich auch das Vertrauen, was richtig zu machen.

Angebot ausweiten

Ilse Klonner hat ein kleines Studio daheim in ihrem Haus, in geschützem, ruhigen Rahmen, wo sie ihre Coachings abhält. Ein großer Wunsch ist in Zukunft auch Fraueninstitutionen anzusprechen, um in Gruppensitzungen mehr, aber auch Frauen aus anderen sozialen Schichten, anzusprechen: „Wenn es Interessensbekundungen gibt, kann ich gerne ein maßgeschneidertes Programm vorlegen“, so Klonner.


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