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TRAUN/ANSFELDEN. Streetwork – das Angebot für Jugendliche gibt es in Traun seit 1996. In den letzten 14 Jahren war Stefan Leyerer in der Jugendarbeit im Bezirk tätig. Anfangs in Ansfelden, danach als Leiter bei Streetwork. Seit Anfang März hat er eine neue Herausforderung angenommen. Er bleibt dem Jugendbereich jedoch erhalten.

Stefan Leyerer lebt mit ganzer Seele für die Jugendarbeit (Foto: Tips Ramaseder)
Stefan Leyerer lebt mit ganzer Seele für die Jugendarbeit (Foto: Tips Ramaseder)

Schon als Soziologie-Student war Stefan Leyerer an der Arbeit mit Jugendlichen interessiert. Eine Ausschreibung des Vereins I.S.I. (Initiativen für soziale Integration) für einen Jugendarbeiter im Jugendzentrum Echo weckte sein Interesse und so begann er 2009 dort seine Tätigkeit. Nach etwas mehr als drei Jahren wechselte er vereinsintern zu Streetwork nach Traun. „Es gibt viele Parallelen zur Arbeit in einem Jugendzentrum, aber inhaltlich auch einige Unterschiede“, war sein Interesse schnell geweckt.

Soziale Ader

Zuvor war er schon jahrelang im Fußballverein engagiert. Zuerst als Spieler, dann als Trainer und in Funktionärstätigkeiten. „In andere Lebenswelten eintauchen, das habe ich gemerkt, das liegt mir bis zu einem gewissen Grad. Dazugekommen ist das grundsätzliche soziologische Interesse, dass es gesellschaftliche Ungleichheiten, Ungleichverteilungen gibt. Und das trotzdem ein Bereich ist, der da hinschaut und Handlungsmöglichkeiten von Menschen erweitern kann. Das habe ich immer reizvoll gefunden“, so Leyerer, der seit März in einem neuen Tätigkeitsfeld – wenn auch im selben Bereich – arbeitet.

Er wechselte in die Geschäftsführung des Trägervereins, der neben dem Streetwork-Projekt auch Jugendzentren betreut. Er bleibt damit der Jugendarbeit erhalten, aber weniger in der praktischen täglichen Arbeit. „Es sind natürlich sehr intensive Überlegungen damit einhergegangen. Eine ganz andere Verantwortung, finanziell und personell“, spricht er die rund 45 Mitarbeiter des Vereins an. Dennoch hat er sich gerne für seine neue Aufgabe entschieden. „Natürlich ist es reizvoll, weil man auf größerer Ebene auch inhaltlich den Arbeitsbereich mitgestalten kann“, freut er sich schon auf einen umfassenderen Einblick – auch abseits von Traun und Ansfelden. „Es kommt mehr Wissen zusammen und daraus entstehen auch mehr Ideen.“

Keine leichte Entscheidung

Dennoch ist ihm der Wechsel nach der langen Zeit auch schwergefallen. „Es gibt Jugendliche, die kenne ich, seit ich hier angefangen habe. Da sind viele Kontakte und Beziehungen damit verbunden, das bleibt natürlich auch hängen“, möchte er die schönen Erfahrungen und die positiven Entwicklungen der vergangenen 14 Jahre keinesfalls vergessen. Daher genießt die Initiative in Traun und Umgebung auch einen ausgezeichneten Ruf. „Von den Jugendlichen bekommt man insofern sowieso das Feedback, dass sie das Angebot auch annehmen“, ist Leyerer dankbar. „Dadurch, dass wir auch draußen in ihrer Alltagswelt präsent sind, kennt man sich einfach aus dem Sozialraum. Das schafft ganz andere Zugänge auf der Vertrauensebene.“

Arbeit, die stolz macht

Auf seine schönsten Momente in der Jugendarbeit angesprochen, kommt Stefan Leyerer fast ins Schwärmen: „Es war immer toll, wenn Veranstaltungen – auch wenn es nur kleinere waren – von den Jugendlichen selber gekommen sind. Wir haben einmal ein Rap-Battle organisiert – da waren fast 200 Besucher da. Das freut dann natürlich auch die Jugendlichen, wenn das funktioniert, und einen selber, dass alles gut über die Bühne gegangen ist.“ Auch ein Benefizkonzert oder eine Ausstellung „Hautkontakt“ zum Thema Piercings und Tätowierungen seien begeistert angekommen.

„Das sind aber nur die Projekte – bei denen unsere Arbeit am sichtbarsten ist –, aber der Alltag findet ganz woanders statt. Das sind die täglichen Interaktionen mit den Jugendlichen. Wenn du da merkst, dass Sachen angenommen werden, wenn man mit einem Ansatz zu einem durchdringt“, ist Leyerer stolz, dass „uns da auch wirklich irrsinnig viel Vertrauen entgegengebracht wird“.


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