Leserbrief Westbahn-Anbindung an Flughafen Hörsching
Wenn von Manchen behauptet wird, die Flurschutzgemeinschaft sei gegen den 4-gleisigen Bahnausbau, ist das schlichtweg falsch. Die Flurschutzgemeinschaft ist für den Ausbau der Bahn zwischen Linz und Wels entlang der bestehenden Trasse. Eine Kapazitätserhöhung ist dringend notwendig um den künftigen Anforderungen zu entsprechen.

Genauso wichtig ist es im Bereich des Flughafens Hörsching einen Verkehrskontenpunkt zu verwirklichen. Alle vorhandenen Verkehrsträger, einschließlich Flughafen, gehören eingebunden. Aber zu behaupten dass ein Ausbau am Bestand diese Verkehrsdrehscheibe verhindert ist falsch. Die bestehende Bahntrasse ist ca. 750 m vom Flughafen entfernt. Jetzt zu sagen der Flughafen ist angebunden nur weil man die Gleise ein paar hundert Meter verschwenkt, entspricht dem Interessenshorizont von einigen Dorf- bzw. Lokalpolitikern. Es wird suggeriert, dass der Zug direkt bei der Abflughalle hält, oder Güterwaggons neben der Rollbahn. Beim Bahnsteig am Flughafen sind trotzdem noch 150 m Fußweg gegeben. Ein Fernzug wird weder da noch dort halten. Jedoch wird ein Gleisbau nahe dem Flughafengebäude alle Entwicklungspotentiale für Flughafen und Drehscheibe zerstören. Die Drehscheibe ist zu wichtig um sie beim Flughafen einzuzwängen. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass Fahrschüler oder Pendler mit dem Flugzeug an- und abreisen. Eine Anbindung ist dann gegeben, wenn diese funktionell hinhaut. Die neue Verkehrsdrehscheibe bei der bestehenden Bahntrasse (600m vom Flughafen entfernt) wird wohl in enger Taktung mit der Nächsten auf der Traunerkreuzung (Straßenbahn) verknüpft. Dieser regelmäßige Bus kann dann wirklich direkt vor dem Flughafengebäude halten. Somit ist der Flughafen benutzerfreundlich an die Westbahnstrecke angebunden.
Nicht vergessen darf man jedoch den Ursprung des Bahnausbaues. Es ist die Errichtung von mehreren Hochleistungsstrecken quer durch den Kontinent um Europa zu verbinden. Für konkurrenzfähige Alternativen zum Flugzeug müssen Höchstgeschwindigkeiten nach Stand der Technik möglich sein. Planungsvorgabe seitens der EU ist derzeit eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Im vorliegenden Projekt der ÖBB ist diese aber schon jetzt mit 230 km/h begrenzt. Wir können nur ahnen, mit welchen Geschwindigkeiten in einigen Jahrzehnten kalkuliert wird. Unsere Enkel werden diesen Schildbürgerstreich wohl nicht verstehen, dass wir in einem der längsten schnurgeraden Bahnabschnitte nachträglich und mutwillig eine Kurve eingebaut haben.
Ich fordere hier den Weitblick unserer Entscheidungsträger ein.
Ich kann nicht nachvollziehen warum mit erhöhtem Kostenaufwand zusätzlich Ackerland und funktionierende Naturräume zerstört werden, und es versucht wird, dieses mit Halbwahrheiten zu rechtfertigen.
Erwin Wörister
Oftering
Mitglied der Flurschutzgemeinschaft


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