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Viergleisiger Westbahnausbau: Bauernvertreter fordern: „Zurück an den Start!“

Online Redaktion, 19.09.2017 16:06

LINZ/LINZ-LAND/MARCHTRENK.  Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung für den viergleisigen Ausbau der Westbahntrasse zwischen Linz und Marchtrenk. Ein Bescheid wird in den nächsten Monaten erwartet. Die Flurschutzgemeinschaft kämpft weiter gegen die in dem Projekt verankerte Anbindung der Bahn an den Flughafen.

2500 Unterschriften gegen die Verlegung der ÖBB-Trasse (v.l.: LK OÖ Präsident Franz Reisecker, Sprecher der Flurschutzgemeinschaft Hans Lughammer, Nationalratsabgeordneter Jakob Auer) Foto: Lughammer

Nationalratsabgeordneter Jakob Auer und Landwirtschaftskammer OÖ Präsident Franz Reisecker unterstützen Hans Lughammer und seine Flurschutzgemeinschaft. Die Beteiligten sind sich einig, dass das Projekt die Zerstörung von „über 50 Hektar wertvollster Ackerböden“ nicht wert ist. Statt der Kurve zum Flughafen (durch unbebautes Ackerland) befürworten sie einen viergleisigen Ausbau am Bestand. „Die Strecke zwischen Linz und Marchtrenk ist eine der längsten geraden Bahnstrecken in OÖ. Hier eine Kurve reinzubauen ist widersinnig“, sind sich Auer und Reisecker einig.

Resolution eingebracht

Die Landwirtschaftskammer hat bereits Ende 2015 eine dementsprechende Resolution eingebracht. Die politische Legitimation für das Projekt stammt aus einem Gemeinderatsbeschluss des Jahres 2008. „Wir fordern, dass die Bewertungskriterien von vor fast 10 Jahren neu geprüft werden. Dem Flughafen wurden damals noch Passagierzahlen von einer Million für 2016 prognostiziert, geworden sind es 430.000“, betont Reisecker. Zudem sei das Ackerland im Großraum Flughafen „die größte zusammenhängende Nutzfläche, die wir in Oberösterreich noch haben“. Jakob Auer fordert von den ÖBB beziehungsweise der Infra AG ein „Zurück zum Start“ und von den politischen Vertretern in Oberösterreich „den Mut, sich einzugestehen, dass der Beschluss von 2008 heute nicht mehr der beste ist“.

Lughammer: „Rechtliche Mittel ausschöpfen“

Hans Lughammer, betroffener Landwirt in Pasching und Sprecher der Flurschutzgemeinschaft, will alle rechtlichen Mittel ausschöpfen: „Wir werden den vermutlich positiven UVP-Bescheid beim Bundesverwaltungsgericht beeinspruchen.“ Zudem wird er die derzeit 2500 Unterstützungserklärungen an Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, übergeben. Als Alternative schlägt die Flurschutzgemeinschaft vor, die bereits bestehende Gleisanbindung des Flughafens um 700 Meter auf versiegeltem Flughafengelände zu verlängern, um sämtliche Speditionen an die Westbahntrasse anzubinden (Güterverkehr). Für eine Passagier-Anbindung hat die Flurschutzgemeinschaft auch ein Seilbahn-Projekt vom Bahnhof Hörsching zum Flughafen prüfen lassen.

ÖBB: „Haben breite Unterstützung in der Region“

ÖBB OÖ-Sprecher Karl Leitner spricht von einer generell breiten Unterstützung aus der Region für das Projekt: „Wir haben 52 Bürgerforen durchgeführt und sind in sehr gutem Dialog, auch mit den Bürgermeistern.“ Im Vergleich zu einem Neubau an der bestehenden, zweigleisigen Trasse durch den Siedlungsraum von Pasching benötige die neue Streckenführung unwesentlich mehr Fläche. „Die Differenz beträgt rund sieben Hektar. Durch die neue Trassenführung werden die Bahnanlagen im Bereich Pasching-Hörsching nicht mehr benötigt. Somit können rund 14 Hektar Bahngrund zur Nachnutzung freigegeben werden“, so Karl Leitner.<


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