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Online Redaktion, 07.11.2017 14:18

ANSFELDEN. Bürgermeister Manfred Baumberger (SPÖ) im Tips-Interview über aktuelle Projekte „seiner“ Stadt, stadtpolitische wie persönliche Zukunftspläne und die größte Herausforderung Verkehrsplanung.

Derzeit fährt die Linie 4 bis zum Schloss Traun. Von hier aus könnte sie bis nach Ansfelden erweitert werden. Foto: Weihbold

von ELISABETH ZEILINGER

Tips: Kaum ein Autofahrer ist in Ansfelden noch nicht im Stau gestanden. Passiert etwas die nächsten Jahre, das das Problem eindämmt – wenn ja, was?

Baumberger: Für mich als Bürgermeister geht es darum, dass wir die Lebensqualität für die rund 17.000 Ansfeldner heben. Da gibt es für mich persönlich drei große Projekte: zum einen die Umfahrung B139 Neu. Ich gehe davon aus, dass das Vorprojekt heuer noch genehmigt wird und dann Land und Bund sich einigen, nächstes Jahr das UVP-Verfahren abzuwickeln, damit dem Baubeginn 2021 nichts mehr im Wege steht. Zum anderen wäre parallel die Erweiterung der StadtRegioTram nach Ansfelden durch Haid und nach Kremsdorf sehr wichtig für die Region. Hier warten wir noch auf einen positiven Beschluss der oö. Landesregierung – Finanzierungsvereinbarung und Instandhaltungsverträge sind von mir bereits unterschrieben. Sobald die Straßenbahn beschlossen ist, geben wir von der Stadt ein großes Verkehrskonzept in Auftrag. Drittens ist mir auch der Lärmschutz ein großes Anliegen, hier wurden noch ein paar Adaptierungen des Konzepts im Gemeinderat vorgenommen. Die Fertigstellung der neuen Lärmschutzwände ist für 2020 vorgesehen.

Tips: Hat man in der Verkehrsplanung etwas verabsäumt?

Baumberger: Wo es Einschnitte gegeben hat, war in der Planung der StadtRegioTram. Das Land OÖ hätte eigentlich im Juli schon darüber abstimmen sollen – bisher ist nichts passiert und wir warten auf den Beschluss. Diesen brauchen wir, da davon große Verkehrsplanungen abhängen. Gerade für Ansfelden ist für unsere Verkehrslage besonders wichtig, auch in den öffentlichen Verkehr zu investieren. Auf unseren Straßen wird immerhin zehnmal so viel gefahren wie anderswo. Wenn nicht ein zusätzliches Angebot kommt, dann werden sie weiterhin mit ihren Autos die Straßen verstopfen. Auch Park and Ride Angebote stehen und fallen mit dem Beschluss zur StadtRegioTram. Bisher fährt die S4 verstärkt mit besserer Taktverdichtung. Es sollte eine gemeinsame Haltestelle für Bim und S-Bahn geben, wenn es eine Verschränkung geben sollte.

Tips: Werden weitere Wohnungen gebaut?

Baumberger: Ja, in der Nähe vom Sender soll z.B. bald ein neues größeres Wohnprojekt (mehrgeschoßiger Wohnbau und Eigentum) entstehen, das die Stadt auch verkehrstechnisch erschließen muss. Deshalb haben wir aktuell den Planungsauftrag für die Umfahrung Freindorf und Ansfelden gegeben. Viele Ansfeldner wollen in Ansfelden bleiben, deshalb schaffen wir diesen Wohnraum. Es wird ein sehr innovatives Wohnprojekt basierend auf erneuerbarer Energie. Die Stadt Ansfelden wird hier Vorreiter sein und den Klimaschutz bedienen.

Tips: In welche Bauprojekte investiert die Stadtgemeinde?

Baumberger: Unser größtes Projekt derzeit ist die Generalsanierung der Neuen Mittelschule, die drei Jahre dauern wird. Zudem bauen wir gerade eine neue Krabbelstube im Stadtteil Ansfelden für zwei Gruppen, die auf vier Gruppen aufgestockt werden kann. Ebenfalls gebaut wird ein Musikheim für die Werksmusik Nettingsdorf mit einer gemeinsamen Nutzung für ältere Menschen im Zentrum. Nächstes Jahr entsteht dann der Sportmotorikpark im Kremspark. Wir haben auch Flächen für größere Konzerte dort freigehalten. Und ein neues Zentrum für Betreuung und Pflege auf höchstem Standard mit 120 Betten in Haid feiert am 15. November Eröffnung.

Tips: Wie lange möchten Sie Bürgermeister bleiben?

Baumberger: Über meine persönliche Zukunft als Bürgermeister halte ich es wie Christian Kern. Ich bleibe noch zehn Jahre in der Politik, wenn die Leute das wollen. Bis 2027 kann man noch viel bewegen und gestalten.


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