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HÖRSCHING. Seit knapp einem Jahr ist Klaus Wahlmüller (ÖVP) Bürgermeister der Marktgemeinde. Tips sprach mit ihm über seine ersten Monate im Amt, die mit der Corona-Pandemie besonders herausfordernd waren.

Bürgermeister Klaus Wahlmüller (Foto: Marktgemeinde Hörsching)
Bürgermeister Klaus Wahlmüller (Foto: Marktgemeinde Hörsching)

Tips: Im Oktober sind Sie ein Jahr lang Bürgermeister von Hörsching. Wie haben Sie die ersten Monate im Amt wahrgenommen?

Klaus Wahlmüller: Es war ein spannendes, aber auch ein arbeitsintensives sowie herausforderndes Jahr. Das Bürgermeisteramt ist eine sehr schöne, vielseitige Aufgabe. Ich konnte mich gut einleben und möchte mich bei den Mitarbeitern des Gemeindeamts sowie bei allen Fraktionen und Bürgern für die gute Zusammenarbeit recht herzlich bedanken.

Tips: Haben Sie sich die Tätigkeit so vorgestellt oder wich sie in manchen Bereichen von der Erwartungshaltung ab?

Wahlmüller: Nein, es gab keine besonderen Überraschungen. Ansprechstelle zu sein, sich um die Anliegen der BürgerInnen zu kümmern und die laufenden Projekte und Visionen für Hörsching voranzutreiben, das ist mir aus meiner langjährigen Tätigkeit als Führungskraft in einer Bank zutiefst vertraut.

Tips: Welche positiven Erfahrungen sind bisher besonders in Erinnerung geblieben?

Wahlmüller: Im täglichen Gespräch mit Hörschinger Bürgern nimmt man viele Eindrücke mit. In Erinnerung bleibt dann das „Danke“, weil man helfen und unterstützen konnte. So etwas gibt mir Zufriedenheit.

Tips: Was waren – abseits von Corona – die größten Herausforderungen im ersten Jahr im Amt?

Wahlmüller: In den ersten operativen Wochen als Bürgermeister war ich befasst mit dem AVE-Großbrand in Hörsching. Kurzfristig war sogar Alarmstufe 4 ausgerufen und viele Feuerwehren aus dem Bezirk unterstützen uns. Dabei waren Entscheidungen unmittelbar zu treffen. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals für die Unterstützung bei allen Blaulichtorganisationen sowie allen Mitwirkenden recht herzlich bedanken.

Tips: Vorbereitet kann man auf so etwas nie perfekt sein, aber wie hat Ihrer Ansicht nach die Bevölkerung Hörschings die Corona-Pandemie durchlebt?

Wahlmüller: Gemeinsam mit dem Krisenteam haben wir uns bereits eine Woche vor dem Shutdown auf diverse Szenarien eingestellt. Am Wochenende vor der Ausgangssperre wurden dann für die Risikogruppe ein Einkaufs- und Versorgungsservice und eine permanent besetzte Hotline eingerichtet. So konnte Hörsching gut durch diese Phase gesteuert werden. Das Feedback war äußerst positiv, weil sich die Bürger betreut und sicher fühlten. Mein Dank gilt dem Krisenteam und all jenen, die zur guten Bewältigung beigetragen haben.

Tips: Wie groß ist der wirtschaftliche Schaden, der durch Covid-19 für die Marktgemeinde entstand?

Wahlmüller: Hörsching hat wie viele Gemeinden mit Mindereinnahmen aus der Kommunalsteuer sowie aus den Ertragsanteilen zu rechnen. Wir haben bereits auf Basis des 2. Quartals eine Hochrechnung erstellt, aber exakte Zahlen können wir aus heutiger Sicht noch nicht nennen. Auf jeden Fall ist mit einer signifikanten Reduktion auf der Einnahmenseite zu rechnen, dies ist in der Budgetplanung für 2021 zu berücksichtigen.

Tips: Gibt es anstehende Projekte, die durch Corona bereits aufgeschoben werden mussten?

Wahlmüller: Wir haben im Frühjahr mit dem Bau des neuen Rathauses gestartet, damit einher geht die Neugestaltung des Hörschinger Ortsplatzes. Diese Projekte werden realisiert und durchgezogen. Weitere Entscheidungen können erst getroffen werden, sobald wir aktuelle Zahlen und somit Budgetsicherheit haben.

Tips: Hörsching hat ein florierendes Vereinsleben, das durch Corona aber natürlich massiv beeinflusst wurde. Gibt es da von der Gemeinde Unterstützungen?

Wahlmüller: Hörsching steht auch in Coronazeiten zu den Vereinen und unterstützt diese. So wurde ein Corona-Vereinsbonus ins Leben gerufen, der breiten Zuspruch fand.

Tips: Wie schaut die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen im Gemeinderat aus?

Wahlmüller: Mir ist eine sachliche und wertschätzende Zusammenarbeit wichtig. Wir sind gewählte Mandatare und für die Hörschinger BürgerInnen da. Daher habe ich bereits im Vorjahr - nebst Vertretern aus der Wirtschaft - alle Fraktionen zu einer Strategieklausur eingeladen. Die gemeinsam entwickelte Vision wurde anschließend im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Die Zusammenarbeit war gut und konstruktiv, jetzt sind die daraus resultierenden Maßnahmen in den Ausschüssen mittelfristig abzuarbeiten.

Tips: Was sind Ihre Visionen für Hörsching in den nächsten Jahren?

Wahlmüller: Die Visionen für Hörsching etwa in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft, Jugend und Bildung, Umwelt, Gesundheit, Familie oder Soziales wurden in einer überfraktionellen Strategieklausur klar erarbeitet. Mir persönlich ist es wichtig, dass die Marktgemeinde ein liebens- und lebenswerter Wohnort bleibt, dass Hörsching eine Vorzeigegemeinde in puncto Nachhaltigkeit ist und optimales Service bietet.


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