Digital statt Zettelwirtschaft: Gästeregistrierung mit LOGME
LEONDING. Wegen der Coronavirus-Pandemie müssen Gastronomen in Oberösterreich derzeit ihre Gäste registrieren. Mit der App „LOGME„ funktioniert das einfach, schnell und unkompliziert. Entwickler Peter Bodingbauer im Interview.

Wie kam es, dass Sie unter die App-Entwickler gegangen sind? Normalerweise sind Sie doch mit der FotoBOOX oder als Videoproduzent unterwegs.
Bodingbauer: Aufgrund der aktuellen Situation hatte ich viel Zeit, die ich sinnvoll einsetzen wollte. Da ich immer wieder gerne was neues ausprobiere und ich von einem Wirten vor einigen Wochen angesprochen wurde, ob ich sowas nicht umsetzen kann, habe ich mich mit meiner Kollegin Bianca Hoflehner hingesetzt und ein Konzept ausgearbeitet. Einfach, unkompliziert und sicher sollte es sein. Daraus ist dann LOGME entstanden.
Wie lange dauerte es von der Idee zur App bis zur Fertigstellung?
Da man eine Software laufen weiterentwickelt, ist der Zustand „fertig“ für mich schwer zu definieren. Von der Idee bis zur ersten Inbetriebnahme sind rund zwei Wochen und viele schlaflose Nächte vergangen.
Wie kommt man zu der App?
Direkt auf www.logme.at. Da wir ein Browser-basiertes System haben, ist es nicht nötig, sich am Handy eine eigene App zu installieren. QR-Reader sind mittlerweile in den Handys schon fix installiert, so muss man oft nur noch die Kamera einschalten und auf den QR-Code richten, dann wird die Seite für den Login schon geöffnet. Eine App-Lösung als Gästeregistrierungssystem ist für alle Gäste unzumutbar ist. Daher arbeiten wir nur mit unserem kleinen Onlineformular ohne große Features. Außerdem schaffen wir so mehr Vertrauen.
Ein Gast fühlt sich durch die neue Verordnung des Landes überwacht und lehnt gerne diese Sicherheitsmaßnahmen ab. Um ihm das Gefühl zu übermitteln, bei uns sicher zu sein setzen wir eben auf Einfachheit. Kein lästiger Downlaodprozess, keine User-Statistik, keine Google Anbindung, keine Cookies - smart & simple!
Warum ist dir das Thema so wichtig?
Einerseits möchte ich meinen Beitrag zur raschen Normalisierung der aktuellen Situation beitragen und andererseits macht es mir Spaß was neues auszuprobieren und entwickeln. Bei diesem Projekt fand ich die Vorstellung, dass für jeden Gast ein Blatt Papier ausgedruckt werden muss, das nach vier Wochen wieder im Müll landet, sehr erschreckend. Und beim Datenschutz wird gerne ein Auge zu gedrückt. Dass ein Wirt Zugriff auf die persönlichen Daten hat, gehört nicht zu seinen Aufgaben. Und wie schnell kann es passieren, dass da ein paar Daten im eigenen System landen und für Werbezwecke genutzt werden ...
Wie viele Menschen stecken hinter LOGME?
Aktuell sind wir zu Zweit. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir noch weitere Fachkräfte mit an Bord nehmen.

