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ANSFELDEN/NEUHOFEN/ST. MARIEN. Weil das Fahrrad in den vergangenen Jahren nicht nur als Sportgerät, sondern auch als Alltagsverkehrsmittel immer beliebter wurde, fordern Radfahrer auch mehr Platz und Rücksicht auf den Verkehrswegen ein. Bei einer Demo wird nun die Forderung nach der ersten Fahrradstraße in Oberösterreich laut.

Die Grünen beim Lokalaugenschein und in Vorbereitung für die Rad-Demo (Foto: Grüne LL)
Die Grünen beim Lokalaugenschein und in Vorbereitung für die Rad-Demo (Foto: Grüne LL)

Die zwei Kilometer lange Weißenbergstraße zwischen Weißenberg (Neuhofen) und Nettingsdorf (Ansfelden) soll in Zukunft als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Das ist die Forderung der Grünen Ansfelden und Neuhofen und dafür veranstalten sie am kommenden Freitag, 20. August zwischen 17 und 18 Uhr eine Rad-Demo zwischen Weißenberg und dem Kreisverkehr beim Motorikpark Ansfelden.

Weißenbergstraße beliebte Strecke für Pendler

„Aktuell ist diese Gemeindestraße Teil des beliebten Kremstalradweges R10 entlang der Krems. Die schmale und schnurgerade Fahrbahn ohne Bankett teilen sich Radfahrer und Kraftfahrzeuge. Für viele Autofahrer aus Nöstelbach eine rasante Abkürzung gegenüber der neu errichteten Umfahrung Nettingsdorf“, so Karin Chalupar von den Grünen Neuhofen und Alfred Pointner von den Grünen Ansfelden. „An die 50 km/h-Beschränkung hält sich niemand. Nein, es wird aufs Pedal gedrückt. Das führt dazu, dass sich Eltern nicht trauen, mit Kindern dort zu radeln.“ Mit der Ausweisung als Fahrradstraße, die per Verordnung auch möglich sei, würden sich die Verkehrssicherheit um Welten verbessern und der Kremstalradweg attraktiver werden, sind sich die Initiatoren der Rad-Demo sicher. Doch welche Regeln würden dann für Radler und Autos gelten?

Kraftfahrzeuge nur in Ausnahmen erlaubt

In einer Fahrradstraße ist in Längsrichtung jeder Kraftfahrzeugverkehr verboten, ausgenommen das Zu- und Abfahren mit maximal 30 km/h und Lieferdienste sowie natürlich Einsatzfahrzeuge. Radfahrende dürfen in Fahrradstraßen nebeneinander fahren und dabei weder gefährdet noch behindert werden. Bislang gibt es Fahrradstraßen vorwiegend in Städten wie etwa in Wien, im ländlichen Raum wurden sie noch nicht entdeckt. „Für uns ist das nicht neu, dass das möglich wäre. Bei der Weiterentwicklung des Radwegenetzes im Rahmen des Leaderprogrammes sind wir auf diese Möglichkeit durch unseren Projektpartner Komobile gestoßen. Alleine können wir das aber nicht beschließen“, so Ansfeldens Bürgermeister Manfred Baumberger (SPÖ). Betreffen würde es auch die Gemeinden Neuhofen und St. Marien und für die Straße sei nicht nur Ansfelden zuständig.

Verkehrsverschiebung „nach dem Florianiprinzip“

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Nöstlbacher dann dort nicht mehr fahren dürfen. Das würde ein Agieren nach dem Floriani-Prinzip bedeuten und nur eine Verschiebung des Verkehrsaufkommens bringen. Wir sind auch zu Gesprächen bereit, aber man muss schon die Bevölkerung einbinden, sonst wehre ich mich dagegen“, betont der Samareiner Bürgermeister Helmut Templ (ÖVP). Die nächste Ausschusssitzung gebe es ohnehin erst nach den Wahlen und dann könne man sich mit dem Thema auch erst auseinandersetzen.

Gleiches Recht für alle auf der Straße gefordert

Auch Neuhofens Bürgermeister Günter Engertsberger (SPÖ) steht der Einführung einer Fahrradstraße kritisch gegenüber: „Wir arbeiten alle 22 Gemeinden im Bezirk an einer Attraktivierung des Radwegenetzes. Dazu haben wir auch einen Beschluss im Gemeinderat gefasst. Eine Straße nur für Fahrräder kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen. Eine Kombination aber durchaus. Ich bin für eine Gleichstellung aller Verkehrsteilnehmer, wie das auch in Begegnungszonen zur Anwendung kommt. Es ist schon schön, wenn man vor Wahlen so einen politischen Wunsch kundtut, aber es muss auch realitätskonform sein und da muss man auch an die vielen Pendler denken.“ Wer sich über die Möglichkeit einer Fahrradstraße erkundigen und vielleicht auch stark machen möchte, der kann am Freitag zwischen 17 und 18 Uhr bei der Rad-Demo sicher mehr erfahren. Die Grünen sprechen sich auf jeden Fall für diese Form aus. Sollte die Weißenbergstraße künftig tatsächlich autofrei werden, würde man damit zumindest eine Vorreiterrolle übernehmen.


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