„Der Verkehr ist da, die Menschen fahren zu guter Letzt immer noch mit dem Auto“
LINZ-LAND. Die Bezirkspartei FPÖ musste bei der Wahl im September 2021 knapp zehn Prozent der Stimmen einbüßen. Tips sprach mit Bezirksparteiobmann Christian Partoll über Themen und Anliegen, die nun in den nächsten Jahren fokussiert werden sollen.

Tips: Ein Blick zurück auf die Wahl 2021 – ist die FPÖ Linz-Land mit dem Ergebnis zufrieden?
Partoll: Im Großen und Ganzen können wir mit dem Ergebnis in Linz-Land schon zufrieden sein. Wir haben nichtsdestotrotz zwei Bürgermeister erreicht. Wir haben die immer schon rote Stadt Ansfelden das erste Mal umgedreht und in der Nachbargemeinde Pucking auch die immer schon schwarze Gemeinde umgedreht und ich glaube, das ist für die gesamte Partei hier in Linz-Land ein riesengroßer Erfolg.
Tips: Die FPÖ hat trotzdem viele Stimmen verloren – gibt es Punkte, die man jetzt besser machen will?
Partoll: Man kann immer alles besser machen. Die FPÖ ist in Ansfelden und auch in Pucking wesentlich stärker geworden, auch in Kematen haben wir sehr gut abgeschnitten. In manchen Gemeinden war das umgekehrt. Da muss man auch die Gründe suchen und evaluieren. Im Jahr 2015 war die damalige Flüchtlingsbewegung und Bundesregierung, die sehr viel falsch gemacht hat, für uns ein Faktor, wodurch wir profitiert haben – das muss man schon ganz ehrlich sagen. Wir haben aber auf Bezirks- und Landesebene die letzten Jahre eine gute Arbeit gemacht.
Tips: Auf welche Themen und Bereiche soll der Fokus nun in den nächsten Jahren gelegt werden?
Partoll: Es ist zwar eine Floskel, aber die FPÖ steht immer wieder für Politik mit Hausverstand. Uns geht es um die Menschen in dem Land, um die Arbeitsplätze, die erhalten werden müssen, und um den sozialen Frieden. Das beinhaltet auch eine ausgezeichnete Kinderbetreuung und Bildung – das ist seit eh und je das, auf dem das Land Österreich aufgebaut hat. Auf hochwertigen Arbeitsplätzen und Innovation – auf diesen Bereich müssen wir ganz stark setzen. Da werden uns natürlich die Energiepreise in nächster Zeit ganz massiv beeinträchtigen, dass wir auch die Energieversorgung für die Industrie aufrecht erhalten. Es geht da um das Einschlagen eines richtigen und vernünftigen Weges, der sowohl die Klimaziele zu erreichen versucht, aber auf der anderen Seite auch unseren Wohlstand und den sozialen Frieden in dem Land herstellt. Es kann nicht sein, dass eine Nettingsdorfer Papierfabrik, ein Delfort in Traun oder eine Voest Alpine wegen Fehler der Bundesregierung den Betrieb einstellen muss.
Tips: Wo sieht die FPÖ den Bezirk künftig beim Thema Wohnraum, Verkehr und Mobilität?
Partoll: Wohnen ist teuer – nichts desto trotz ist Oberösterreich im Bundesländervergleich immer noch das Bundesland mit den niedrigsten Mietkosten. Die Hauptprobleme sind auch bei uns hier im Zentralraum im Bezirk die enorm davongaloppierenden Grundstückspreise. Unser Ansatz ist, dass man aber auch auf die Sanierung und Neuerung vieler Wohnobjekte in der nächsten Zeit das Augenmerk legen muss. Im Bereich des Verkehrs ist der Fokus im Bezirk nichtsdestotrotz, dass wir die seit Jahrzehnten lang geplanten Verkehrsprojekte endlich umsetzen. Wir brauchen zu guter Letzt Ortsumfahrungen und Autobahnanschlüsse auch etwa hier bei uns in Haid. Man muss einfach den Verkehr aus den Wohngebieten rausbekommen. Der Verkehr ist da, die Menschen fahren zu guter Letzt immer noch mit dem Auto. Es wird sich natürlich auch im Bereich der Mobilität einiges tun in den nächsten Jahren. Nur, Linz-Land ist ein extrem wachsender Bezirk und auch dieses Wachstum muss man in den Verkehr miteinberechnen.
Tips: Wie sieht es zum Thema der Ukraine-Flüchtlingskrise aus?
Partoll: Wir sind seit vielen Jahrzehnten bekannt als ein Land, das international immer vermittelt hat. Wir müssen unsere Vermittlerrolle aufrecht erhalten und da braucht es eine Neutralität und da macht momentan die Bundesregierung einen komplett falschen Weg und das ist für unser ganzes Land finde ich ganz ganz schlecht. Wir sind alle bemüht, gemeinsam für die Frauen und Kinder, die jetzt hier zu uns geflüchtet sind, im Bereich der Kinderbetreuung und der Bildung viel auf den Weg zu bringen und da sieht man auch in der gesamten Bevölkerung wie groß der Wille ist, hier auch zu helfen.Aber das ist ein gewisser Unterschied zur Fluchtbewegung, die einst aus Syrien und Afghanistan ausging, wo jetzt 100 Prozent Männer bei uns sind und bleiben und den Vorteil der Sozialleistungen bekommen wollen. Da kann ich immer wieder den Spruch hernehmen: Frauen und Kinder zuerst, das ist ein uralter Spruch und nach dem halte ich mich persönlich auch.


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