Große Bürgerumfrage zeigt: Trauner wollen mitgestalten
TRAUN. „Die große Bürgerbefragung ist ein markanter Meilenstein in der Trauner Geschichte und ein wichtiger Bestandteil zum Ausbau der direkten Demokratie“, so Bürgermeister Karl-Heinz Koll bei der Präsentation im Gemeinderat. Erstmals wurden die Trauner zu den wichtigsten Themen der Stadtentwicklung befragt.

Im Zeitraum vom 23. Oktober bis zum 25. November des Vorjahres war die Teilnahme sowohl mittels ausgesendeten Fragebogens als auch online möglich. Die Resultate, die von der FH Oberösterreich als wissenschaftlicher Partner der Stadt ausgewertet wurden, liegen nun vor. Koll zeigt sich zufrieden: „Alle Entscheidungen und Maßnahmen müssen die Meinungen und die Wünsche der Bevölkerung widerspiegeln. Die Umfrageergebnisse werden die Grundlage für unsere zukünftige Arbeit sein.“ So sollen alle Fraktionen Grundsatzbeschlüsse fassen, um die Ergebnisse dementsprechend umzusetzen.
Die Auswertung der Bürgerbefragung wurde am 28. Februar allen Fraktionen des Stadtparlaments vorgelegt. Politik und Verwaltung werden darauf basierend Vorschläge erarbeiten. Die Detailergebnisse sind vollständig auf den Webseiten www.wir-gestalten-traun.at und www.traun.at abrufbar. Am 20. März wird Karl-Heinz Koll im Rahmen seines Bürgermeisterempfangs erste Maßnahmenentwürfe auf Grundlage der vorliegenden Daten präsentieren.
Hohe Rücklaufquote
Rund 18 Prozent der Trauner Haushalte haben sich an der Befragung beteiligt. Insgesamt wurden 2.133 Fragebögen ausgewertet. Männer und Frauen haben zu etwa gleichen Teilen an der Umfrage teilgenommen, ebenso sind die prozentuellen Rückläufe aus den einzelnen Stadtteilen ausgewogen, mit denen sich die Trauner auch überdurchschnittlich stark verbunden fühlen. Die hohe Beteiligung zeigt, wie stark die Menschen an der Mitgestaltung der Stadt interessiert sind. „Das zeigt eindrucksvoll, dass die Bevölkerung mitreden und gestalten will. Darüber bin ich sehr froh und es macht mich stolz“, so der Bürgermeister.
Besonders hervorzuheben sei, dass die Trauner in vielen Bereichen außerordentlich zufrieden sind. „Das ist schön, dennoch gibt es Kritik bei einigen zentralen Themen. Und genau da müssen wir in den nächsten Jahren ansetzen“, betont Karl-Heinz Koll. Handlungsbedarf zeigen die Antworten vorrangig bei den Themen Verkehr und Wohnungsangebot. Vor allem jüngere Menschen sind mit dem Angebot an leistbarem Wohnen nicht im selben Ausmaß wie bei anderen Themen zufrieden. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse auch, dass die Trauner nicht mehr wollen, dass auf der grünen Wiese gebaut werde. „Auch Einfamilienhäuser werden nicht mehr die Zukunft in Traun sein“, so Koll. Die Tendenz gehe klar in Richtung Beseitung der Leerstände, insbesondere in der Innenstadt.
Migration und Verkehr am häufigsten genannt
Die Verbesserung der Verkehrssituation im Stadtgebiet ist aufgrund der häufigen Nennungen ein zentrales Thema. Hier stehen etwa Straßensanierungen und der Ausbau der Radwege im Fokus. Asylunterkünfte und Herausforderungen bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund bestimmen aktuell den politischen Alltag. Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch, dass die Trauner nicht möchten, dass mehr Geld für Integration ausgegeben wird.
Hohe Zufriedenheit mit Oedter See, aber Wunsch nach Sauna
Ganz wichtig für die Bevölkerung ist der Ausbau der Kinderbetreuung. Der Klimaschutz ist allen Altersgruppen ein großes Anliegen. Viele Vorschläge betreffen die Erweiterungen und Erhalt von Grünflächen, die Optimierung des öffentlichen Verkehrs und den Ausbau des Radverkehrs.
Ebenso von hoher Wichtigkeit sind das Naherholungsgebiet Oedtsee und das Badzentrum. Hier sticht mit großem Abstand der Wunsch nach einer Reaktivierung der Sauna heraus, die aufgrund fehlender Frequenz und hoher Sanierungskosten geschlossen worden war. „Es sind drei Millionen für das Badezentrum budgetiert. Wir werden demnächst auch ein Konzept erarbeiten, wie es mit dem Badezentrum weitergehen soll“, so Koll, da auch der Wunsch nach Ausbau und Sanierung des Badezentrums sowie einer Wasserrutsche in der Umfrage geäußert wurden.
Kulturangebot und Sauberkeit
Ebenfalls sehr zufrieden zeigt sich die Bevölkerung mit dem gastronomischen sowie kulturellem Angebot der Stadt. „Auch das Angebot für Freizeitaktivitäten, unsere zahlreichen aktiven Vereine mit ihren tollen Events werden von den Traunern sehr geschätzt“, so Karl-Heinz Koll. Auch die Sauberkeit und die Sicherheit im Wohnumfeld wurden mit guten Bewertungen versehen. Besonders den älteren Menschen ist es wichtig, dass die Einwohnerzahl so bleibt, Traun also nicht in großem Ausmaß wachsen solle.
Ergebnisse sollen umgesetzt werden
„Die Ergebnisse sind großartig. Erstmals liegen uns seitenweise Vorschläge, Ansätze und Ideen der Trauner vor. Darauf aufbauend müssen wir nun einen fundierten Masterplan erarbeiten, um gemeinsam eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen in unserer Stadt zu realisieren“, betont Bürgermeister Koll die große Herausforderung, Ergebnisse dementsprechend auch umzusetzen. Jedenfalls solle die Umfrage die nächsten Jahre mittel- bzw. langfristig Grundlage für die weitere Gestaltung Trauns sein.
FPÖ sieht sich in Ausländerfrage bestätigt
„Das nun vorliegende Ergebnis der Trauner Bürgerbefragung zeigt klar auf: Die Menschen in Traun sehen als größte Herausforderung in unserer Stadt den Ausländeranteil“, betont der Trauner freiheitliche Vizebürgermeister und Klubobmann im Oö. Landtag, Herwig Mahr.
„Deutlich sichtbar ist die Problematik, wenn man sich in unseren Bildungseinrichtungen in der Stadt Traun den Anteil von Schülern nicht deutscher Muttersprache ansieht. Die Trauner sagen aber auch ganz klar mit insgesamt über 80 Prozent, dass im Bereich der Integrationsmaßnahmen es zu keiner Erhöhung der Ausgaben kommen darf, gar 39 Prozent davon wollen in diesem Bereich Einsparungen. Somit bestätigt sich für die Trauner Freiheitlichen, dass wir mit unserer Politik richtig liegen. Traun kann keinen weiteren Zuzug aus dem Ausland verkraften. Wir werden daher weiterhin unseren konsequenten Weg fortsetzen.“
Mahr sieht die Position der Freiheitlichen mit diesem Befragungsergebnis auch punkto Asylquartier in Traun bestätigt. „Die Errichtung des Asyl-Containerdorfs geht der Trauner Bevölkerung gegen den Strich. Auch wegen der bereits zu vielen Integrationsprobleme in unserer Stadt“, bekräftigte Mahr und erinnerte daran, dass bei der letzten Gemeinderatssitzung über 1.200 Unterschriften besorgter Bürger dem Bürgermeister übergeben wurden.


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