Unzufriedenheit mit Gesundheitssystem in Linz-Land wächst
LINZ-LAND. Lange Wartezeiten, fehlende Termine und überfüllte Kassenordinationen sorgen im Bezirk für wachsenden Frust. Laut aktueller AK-Umfrage ist die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung auf einen Tiefstand gesunken.

Die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung im Bezirk Linz-Land ist laut einer aktuellen Erhebung der Arbeiterkammer Oberösterreich weiter gesunken. Nur mehr 35 Prozent der befragten AK-Mitglieder gaben an, mit dem Gesundheitssystem zufrieden zu sein – um sieben Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 30 Prozent zeigten sich wenig oder gar nicht zufrieden.
Besonders belastend sind für viele Versicherte die langen Wartezeiten. 58 Prozent fühlen sich laut Umfrage stark oder sehr stark durch lange Wartezeiten auf Facharzttermine, Untersuchungen oder Operationen beeinträchtigt. 59 Prozent berichteten zudem, keinen Termin erhalten zu haben, weil keine neuen Patienten aufgenommen wurden.
Auch bei Operationen bleiben die Wartezeiten hoch: Mehr als die Hälfte der Befragten musste länger als drei Monate auf einen Eingriff warten. Gleichzeitig weichen immer mehr Menschen auf Wahl- oder Privatärzte aus. 41 Prozent der Befragten erhielten keinen Termin in einer Kassenordination.
AK-Präsident Andreas Stangl sieht darin eine soziale Schieflage: „Gesundheitsversorgung ist längst eine Frage des Geldes.“ Besonders chronisch kranke Menschen seien belastet, da sie regelmäßig auf öffentliche Gesundheitsleistungen angewiesen seien.
Die AK Oberösterreich fordert unter anderem kürzere Wartezeiten, die rasche Nachbesetzung offener Kassenstellen und den Ausbau von Primärversorgungszentren. Außerdem spricht sie sich dafür aus, dass Versicherte bei fehlenden Kassenangeboten die Kosten für Wahlärzte vollständig ersetzt bekommen.


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