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LINZ-LAND. Immer mehr Menschen zahlen trotz Krankenversicherung privat für medizinische Leistungen. Laut einer von der SPÖ präsentierten Umfrage sind gerade im Zentralraum die privaten Gesundheitsausgaben besonders hoch. Die Partei fordert deshalb mehr Kassenärzte, kürzere Wartezeiten und stärkere Prävention.

LAbg. Tobias Höglinger, SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu und LAbg. Renate Heitz (v.l.) (Foto: SPÖ Landtagsklub)

Wer medizinische Leistungen benötigt, muss dafür immer häufiger selbst bezahlen. Das geht aus einer von der SPÖ präsentierten IFES-Umfrage hervor. Demnach haben 66 Prozent der Befragten in Linz und Umgebung im vergangenen Jahr entweder eine private Zusatzversicherung abgeschlossen oder für Gesundheitsleistungen wie Zahnbehandlungen, Impfungen oder Physiotherapie aus eigener Tasche bezahlt.

Hohe Kosten trotz guter Infrastruktur

Besonders betroffen seien Menschen mit schlechterem Gesundheitszustand. Während 13 Prozent der Personen mit gutem Gesundheitszustand jährlich mehr als 3.000 Euro privat für Gesundheitsleistungen ausgeben, sind es bei Menschen mit mittelmäßigem oder schlechtem Gesundheitszustand bereits 23 Prozent. Insgesamt bezahlen laut Umfrage 39 Prozent der Befragten im Zentralraum mehr als 1.500 Euro pro Jahr zusätzlich – der höchste Wert in Oberösterreich. „Wer am meisten auf das Gesundheitssystem angewiesen ist, trägt gleichzeitig die höchste private Kostenbelastung. Das darf nicht sein“, sagt Landtagsabgeordnete Renate Heitz.

SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu sieht darin ein deutliches Zeichen für eine zunehmende Zweiklassenmedizin. „Gesundheit darf keine Frage des Geldbörserls sein“, betont sie. 87 Prozent der Befragten seien überzeugt, dass Privatversicherte schneller Termine oder Operationen erhalten. Drei Viertel gehen zudem davon aus, dass sie bessere medizinische Leistungen bekommen.

Kritik an Wartezeiten und Ärztemangel

Als weiteres Problem nennt die SPÖ die langen Wartezeiten. Für eine Knieoperation müssten Patienten laut aktuellem Wartezeitenmonitoring teilweise bis zu 104 Wochen warten. Gleichzeitig gebe es in Oberösterreich die niedrigste Kassenärztedichte aller Bundesländer. In Linz-Land sei etwa eine von sechs Kassenstellen für Gynäkologie unbesetzt, in Linz zwei von 22. Auch bei Allgemeinmedizinern gebe es offene Stellen.

LAbg. Tobias Höglinger fordert daher einen Ausbau der Basisausbildung für Jungmediziner sowie finanzielle Anreize für Kassenverträge und Praxisgründungen. Zudem müssten bürokratische Hürden abgebaut werden.

Gemeinden tragen hohe Kosten

Kritik übt die SPÖ auch an der Finanzierung der Spitäler. Die Gemeinden müssten 40 Prozent der Krankenhauskosten tragen, hätten aber kaum Mitspracherecht. Insgesamt zahlen die oberösterreichischen Gemeinden heuer 623 Millionen Euro an Krankenanstaltenbeiträgen. Auf Leonding entfallen rund 13 Millionen, auf Traun 11 Millionen, auf Enns 5,2 Millionen, Hörsching 3,1 Millionen Euro und selbst Kematen kommt auf die stolze Summe von 1,1 Millionen Euro.

Als Konsequenz fordert die SPÖ mehr Kassenärzte, eine maximale Wartezeit von sechs Monaten bei planbaren Operationen sowie höhere Investitionen in die Gesundheitsprävention. Außerdem müsse angesichts einer alternden Bevölkerung die Gesundheitsplanung des Landes angepasst werden.


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