Feuer ausgebrochen: Bub sprang aus zweitem Stock
LINZ. Ein Brand im Linzer Franckviertel hat gestern sechs Verletzte gefordert. Das Feuer war im Zimmer eines zehnjährigen Jungen ausgebrochen. Er konnte nicht mehr durch die Tür entkommen und sprang aus dem Fenster im zweiten Stock.

Das Feuer war gegen 23 Uhr, vermutlich im Bereich des Kastens, wo der Zehnjährige mehrere Spielsachen an Ladegeräte angeschlossen hatte, ausgebrochen. Als der Bub die Flammen in seinem Zimmer bemerkte, konnte er offenbar nicht mehr durch die Tür flüchten. Der Zehnjährige nahm allen Mut zusammen, öffnete das Fenster und sprang aus dem zweiten Stock in die Tiefe.
Vater rettete Familie
Bei der Landung am Boden brach sich der Bub einen Unterarm. Durch den starken Regen war die Wiese unterhalb des Fensters sehr durchweicht. Dieser Umstand dürfte den Buben vor weiteren Verletzungen beim Sprung aus dem zweiten Stock bewahrt haben. Er rannte und läutete eine Nachbarin heraus. Die Frau alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Unmittelbar nach Eintreffen der Polizeibeamten am Brandort kam der Vater des Buben ins Wohnhaus, nahm Anlauf und trat mit voller Kraft und gestrecktem Bein gegen die Wohnungstür, sodass diese aufsprang. Gemeinsam mit den Polizeibeamten gelangte der 35-Jährige durch die Rauchschwaden in die Wohnung. Schließlich konnten die 29-jährige Mutter mit einem Kleinkind aus der Wohnung gerettet werden. Trotz der brennenden Rauchgase blieb der Vater in der Wohnung und rettete so auch die 12-jährige Tochter der 29-Jährigen und den 32-jährigen Lebensgefährten der Frau. Die Linzer Berufsfeuerwehr hatte den Brand rasch unter Kontrolle. Die Familie des Buben sowie die hilfsbereite Nachbarin mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital eingeliefert werden.
Die Ermittlungen laufen
„Die Feuerwehr war sehr schnell und konnte das Übergreifen des Feuers auf andere Räume verhindern. Der Schaden begrenzt sich nur auf das Kinderzimmer“, so Branddirektor Christian Puchner zu Tips. „Die genaue Untersuchung des Brandes läuft derzeit und wird von der Brandverhütungsstelle beziehungsweise Polizei durchgeführt. Aber es wird vermutet, dass der Brand bei den Ladegeräten entstanden ist. Ein Rauchmelder hätte definitiv bei Ausbruch des Feuers Alarm geschlagen und Schlimmeres verhindert“.


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