Tehnische Mängel und verstecke Drogen: Bus-Schwerpunktkontrollen in Linz
LINZ. Bei einer Schwerpunktaktion im Großraum Linz hat die Polizei zahlreiche Omnibusse internationaler Kraftfahrlinien kontrolliert und teils gravierende technische Mängel festgestellt.

Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte 28 Omnibusse. 26 Fahrzeuge wurden sofort einer technischen Kontrolle unterzogen. Bei drei Bussen stellten die Sachverständigen schwere technische Mängel mit Gefahr im Verzug fest, woraufhin die Kennzeichen noch vor Ort abgenommen wurden.
43 Anzeigen wegen technischer Defekt
Wegen technischer Defekte an den überprüften Fahrzeugen wurden insgesamt 43 Anzeigen erstattet. Geringfügige Übertretungen wurden mit Organstrafverfügungen geahndet. Bei zwölf Lenkern gab es Beanstandungen im Zusammenhang mit den vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten.
Zudem wurden Manipulationen am Fahrtenschreiber beziehungsweise gefälschte Aufzeichnungen auf Fahrerkarten oder Schaublättern nachgewiesen. Diese Verstöße wurden sowohl der zuständigen Behörde als auch der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt.
Nach personenbeförderungsrechtlichen Bestimmungen erstatteten die Beamten weitere 22 Anzeigen. Zur Absicherung der Verwaltungsstrafverfahren wurden für insgesamt 102 Anzeigen Sicherheitsleistungen eingehoben. Besonders auffällig waren drei Linienbusse.
Bus versuchte Kontrolle zu entkommen
Ein mit Passagieren besetzter internationaler Linienbus versuchte zunächst, einer Kontrolle auszuweichen, indem der Lenker kurzfristig eine nicht genehmigte Strecke wählte. Auf dieser Route ließ er an einer illegal eingerichteten Haltestelle weitere Fahrgäste zusteigen.
Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Beamten noch schwerwiegendere Verstöße fest: Für den Bus bestand keine gültige, nach dem Kraftfahrgesetz vorgeschriebene EU-Haftpflichtversicherung und damit auch kein erforderlicher Versicherungsschutz für Österreich. Zusätzlich wurden mehrere schwere technische Mängel sowie ein Gefahr-im-Verzug-Mangel festgestellt.
Die Weiterfahrt wurde untersagt, die Passagiere mussten ihre Reise auf andere Weise fortsetzen. Auch ein zweiter besetzter Reisebus einer internationalen Kraftfahrlinie wurde aus dem Verkehr gezogen. Sachverständige des Landes Oberösterreich stellten erhebliche sicherheitsrelevante Mängel fest, darunter einen Gefahr-im-Verzug-Mangel an der Bremsanlage sowie weitere schwere Defekte. Wegen der akuten Gefährdung für Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmer durfte auch dieser Bus nicht weiterfahren.
Cannabis im Bus
Für zusätzliches Aufsehen sorgte die Kontrolle eines dritten Busses. Zollbeamte fanden darin verstecktes Suchtgift: Cannabis war in einer Seitenleiste des Fahrzeugs verborgen und wurde sichergestellt.


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