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LINZ. Peter Kraus beehrt am Donnerstag, 14. April die TipsArena in Linz. Seine letzte große Tournee geht in die finale Verlängerung. Tips hat sich mit dem Sänger und Entertainer getroffen.

Auf der Bühne noch kein bisschen müde: Peter Kraus. Foto: Rene van der Voorden
Auf der Bühne noch kein bisschen müde: Peter Kraus. Foto: Rene van der Voorden

Tips: Sie kommen noch einmal nach Linz - die Zugabe der Zugabe ihrer äußerst erfolgreichen Abschiedstournee ...

Kraus: Was soll ich machen, man lässt mich nicht aufhören. (lacht) Aber das ist jetzt die letzte Zugabe.

Tips: Ganz sicher?

Kraus: Ja, ganz sicher. Die Show ist besonders gut angekommen, weil ich die Show für das Publikum so geplant habe. Das heißt, es sind nur Hits, die da gesungen werden. Und nur Dinge, die das Publikum gerne hört. Es sind ja nicht alle Tourneen so. Man will ja oft sehr viel Neues präsentieren. Und ich weiß natürlich genau, was das Publikum am Liebsten hört. Aber es ist sehr gefährlich – wie soll ich das jetzt ausdrücken – solche Tournee zu machen, wo man zu 100 Prozent den Publikumsgeschmack  oder –willen erfüllt. Weil dann haben sie“s gesehen. Dann gibt“s nichts mehr. Man muss immer irgendwie etwas mitbringen, wo das Publikum rausgeht und sagt: Oh, das hat mich überrascht, das war Neu, das fand ich interessant, da hat er etwas verändert. Also, das ist so ein Erfahrungswert. Diesesmal ist es mir aber auch nicht gelungen, weil ich die Platte „Zeitensprung“ gemacht haben. Das war natürlich eine Bombenidee. Weil dadurch kriegt das ganze noch mehr modernen Charakter. Und ich mach sehr viel mit Videozuspielung diesesmal. Also mit alten Filmen und auch Fernsehshows und Bildern. Ich finde, es ist eine gelungene Show. Und da sag ich mir, wenn die so gut ankommt: mach ma halt noch eine Zugabe. (lacht) Eine geht noch!

Tips: Man merkt es Ihnen nicht an: Sie sind 76 Jahre jung. So eine Show ist anstrengend. Wie geht es Ihnen da mit der Kondition?

Kraus: Also auf der Bühne ist es überhaupt nicht anstrengend für mich – weil da soviel Adrenalin da ist und durch meine Musiker, die sensationell sind. Das Anstrengende an einer Tournee – und drum wird“s auch die letzte – ist einfach das Drumherum. Es ist mühsam geworden, nicht mehr so spannend. Ich mein, das wird auch jeder normale Mensch zugeben müssen, dass das Reisen als Solches nicht mehr so lustig ist wie vor zehn Jahren. Früher ist man ins Auto gestiegen und hat gesagt „So, wir fahren jetzt mal einfach ins Blaue und machen Urlaub“. Also ich hab meine Urlaube nur so gemacht, dass wir gesagt haben „So, jetzt fahren wir los, und dann schauen wir mal, was passiert. Fahr ma mal dahin, wo die Sonne ist, und so.“ Das geht ja alles nicht mehr. Und so ähnlich ist das Tournee-Leben auch. Das ist einfach anders geworden. Ab einem gewissen Alter sagtst du: Ich muss mir vielleicht was einteilen (lacht). Es ist so.

Tips: Sie blicken auf ein wirklich langes, erfülltes Karriereleben zurück. Gibt“s ein besonders Highlight, das Ihnen im Gedächtnis geblieben ist?

Kraus: Da gibt“s natürlich mehrere. Das kommt jetzt immer darauf an, was es war. Ob“s jetzt als Schauspieler war, oder als Produzent oder als Regisseur... da gibt“s überall was. Da gibt“s zu viele, dass ich jetzt auf Anhieb was sagen kann. (lacht)

Tips: Das ist doch auch etwas wunderbares…

Kraus: Ja, es ist wirklich schwer.

Tips: Und sie haben auch sehr früh angefangen…

Kraus: Ja, mit 13.

Tips: Hat“s eine Alternative gegeben zum Musikerleben, wo sie sagen – dass hätt ich auch werden können, dass hätte mit Spaß gemacht?

Kraus: Naja, bei mir war die Situation anders. Es gab eigentlich keine Alternative, weil mein Vater ja dasselbe gemacht hat wie ich. Ich wurde zwar von meiner Mutter immer ermahnt, was anderes zu machen. Weil ich sehr gut gezeichnet hahe. Ich wollte schon mal Autodesigner werden. Ich habe ja einen Auto-Spleen von Kindheit an. Ich bin schon nach der Schule in sämtliche Autogeschäfte gegangen, hab die Kataloge gekauft und hab die Autos umgezeichnet und anders geformt. Also das hätte mir Spaß gemacht. Aber vermissen tu ich“s nicht, weil das Autodesing-Geschäft, das gibt“s ja eigentlich nicht mehr. Das macht jetzt der Computer. Es gibt zwar noch Autodesigner, aber nicht mehr so, wie ich das in meiner Jugend miterlebt habe. Ich habe ja Leute wie Farina oder Zagato – diese italienischen Designer – verehrt und hab mir vorgestellt, bei denen zu arbeiten. Aber ja, mein Gott – vergessen.

Tips: Beim Konzert in Linz, Sie haben es ja erwähnt – gibt“s jede Menge Rock“n“Roll-Hits. Aber es wird auch etwas Ruhigeres dabei sein. Ihr Song für Udo Jürgens ...

Kraus: Den machen wir. Der Udo-Song ist natürlich drin, weil ich den nicht nur wahnsinnig gerne singe sondern weil er den Leuten auch wirklich gut gefällt. Udo war ja in meinen Fernsehshows und ich habe Material mit ihm, das zu sehen sein wird, wo wir beide jung waren, langhaarig und schlaksig. (lacht)

Tips: Er war ja ein guter Freund in der Jugendzeit.

Kraus: In der Jugendzeit war er ein sehr guter Freund, dann haben wir uns ein bissl aus den Augen verloren und haben auch ein unterschiedliches Leben geführt. Sehr kontrastreich eigentlich.

Tips: Sie singen in diesem Song ja auch vom Streit um die Mädls. Hat“s den wirklich gegeben?

Kraus: Wir waren in München – wie man sagt – zusammen auf der Piste. In den jungen Jahren. Da gibt“s auch lustige Geschichten.  Udo hat immer – also dann wie er auch Karriere gemacht hat – und er hat ja zweifellos die größere Karriere gemacht als ich – hat er gesagt: „Du, um eines beneide ich dich immer: Du hast das Irrere erlebt.“ Und ich hab immer gesagt: „Was war das?“ Udo meinte: „Ich weiß die Geschichte, dass sich ein Mädchen vor dein Auto geworfen hat und geschrieen hat: Bitte überfahr mich! Bitte überfahr mich. Und das ist mir nie passiert“, hat er immer erzählt. Ich zu ihm: „Also ich kann mich zwar nimmer ganz genau erinnern, aber wenn du es weißt, dann ist es in Ordnung.“ (lacht)

Tips: Sie schreiben auch in diesem Lied, dass sein Tod sie rausgerissen hat, dass sie selbst dann auch begonnen haben, ihr Leben zu reflektieren.

Kraus: Ja, es war wirklich so der Zeitpunkt, also der Zeitraum, wo wir überlegt haben: Machen wir jetzt eine Zugabe oder war“s das jetzt, das Tourneeleben. Genau in dem Moment wo ich dann gesagt hab: Ja wir machen es, Ok – weil ich bin leicht zu überreden (lacht) – und in dem Moment kommt diese Nachricht. Das trifft dich natürlich. Weil, ich weiß ja nicht – der Udo wird sich auch noch einiges vorggestellt haben, was er noch machen will …

Tips: Und jetzt die Tour – wird der Abschied schwer?

Kraus: Nein, das glaub ich nicht. Man kann es jetzt noch nicht sagen, weil jetzt freu ich mich erst einmal auf diese Konzerte und natürlich wird das dann ein bissl… ja, es wird schon nicht so einfach sein, aber ich werde nicht so, wie ein paar Kollegen das gemacht haben – auf der Bühne da ein Mordstrara machen. Ich mach eine Show wie eh und je, und am Schluss verabschied ich mcih, aber auch nicht mit vielen Worten und Tränen. Das liegt mir einfach nicht. Es wird schon auch nochmal ein Konzert geben…

Tips: Von der Bildfläche werden sie nicht ganz verschwinden?

Kraus: Nein, das will ich ja garnicht.

Tips: Gibt“s auch noch TV- und Filmprojekte? Kann man sie damit noch locken?

Kraus: Ja, wir sind jetzt wieder an einem TV-Projekt dran, wenn das klappt, dann gibt“s da wieder was. Nein nein, es ist wirklich nur – ich möchte es mir nur ein bissl einfacher machen.

Tips: Ein wenig mehr Zeit für Hobbies…

Kraus: Genau. Und das steht mir zu. (lacht)

Tips: Sie haben ja jetzt auch ein Weingut. Ist das Hobby oder Arbeit?

Kraus: Naja, das ist eigentlich schon Hobby, weil das kann ja nicht ich selber machen. Aber natürlich ist das was wahnsinnig Schönes. Die erste Ernte war ja total bescheiden, das war ja noch nix. Aber da merkt man schon, wenn man die Ernte einholt – und das hab ich zusammen mit meinem Bauern gemacht – ja, das ist … ich sag mal: Jetzt weiß ich warum der Wein so teuer ist (lacht) – weil das ist wirklich viel Arbeit. Aber ich freu mich drauf.

Gewinnen

Peter Kraus kommt am Donnerstag, 14. April, 20 Uhr, in die TipsArena. Tips verlost 3x2 Freikarten für das Konzert!


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