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LINZ. Dauerbrenner Urfahraner Marktgelände: Nachdem am Freitag ein neuer Planungsvorschlag zur Begrünung und Aufwertung bekannt wurde, ist ein kleiner Politstreit ausgebrochen.

Das Urfahranermarktgelände an der Donau (Foto: Tips/ks)
Das Urfahranermarktgelände an der Donau (Foto: Tips/ks)

Das Urfahraner Marktgelände soll langfristig grüner und attraktiver werden. Neue Überlegungen sehen unter anderem Baumreihen am Areal vor.

Laut Marktreferent, Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) wurden die Pläne von den Magistratsbereichen Stadtplanung und Stadtgrün vorgelegt, ein Plan „der einem Schildbürgerstreich gleichkommt“, findet er scharfe Worte.

 „Statt eines durchdachten Gesamtkonzepts entsteht eine halbherzige Lösung, die weder den Anforderungen eines modernen Naherholungsgebiets gerecht wird noch die reibungslose Durchführung des traditionsreichen Urfahraner Marktes sicherstellt. Insgesamt eine drei Millionen Euro teure Lose-Lose-Planung. Baumreihen, die das Gelände durchschneiden, machen aus einem Jahrmarktgelände noch lange keinen Stadtpark. Gleichzeitig gefährdet diese Planung die Durchführung des Urfahraner Marktes massiv“, übt der Linzer ÖVP-Chef Kritik.

Die Pläne würden eine uneingeschränkte Zufahrt für schwere LKW unmöglich machen, Fluchtwege würden erschwert, das Riesenrad müsste verlegt werden, die gesamte Logistik des Marktbetriebs würde erheblich beeinträchtigt.

Hajart fordert Gesamtkonzept

Er fordert ein Gesamtkonzept: „Bevor man plant, muss man wissen, welche Nutzergruppen einen Mehrwert haben sollen. Das war etwa bei der Badebucht klar, bei der neuen Planungsidee aber keineswegs. Es braucht endlich einen Plan, der den Urfahraner Markt in seiner heutigen Qualität und Dimension dauerhaft absichert und gleichzeitig eine hochwertige, ganzjährige Nutzung ermöglicht“, so Hajart, der zudem von Planungsreferent Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) einen Zeitplan für die Neugestaltung der Uferkante vermisst.

SPÖ fordert sachliche Zusammenarbeit

„Mit Unverständnis“ reagiert die SPÖ-Gemeinderatsfraktion auf die Kritik von Hajart. Es laufe ein gemeinsamer Arbeitsprozess, in dem unterschiedliche Interessen und fachliche Aspekte geprüft würden, kritisieren sie „Ankündigungspolitik“ des ÖVP-Vizebürgermeisters.

„Wer bereits vor Abschluss eines laufenden Arbeitsprozesses erste Ideen öffentlich präsentiert, trägt nicht zur Lösungsfindung bei, sondern sorgt für unnötige Verunsicherung“, kritisiert SPÖ-Gemeinderätin Sarah Fechter. Und weiter: „Als Urfahranerin liegt mir der Urfahranermarkt besonders am Herzen. Er ist ein wichtiger Teil unserer Stadt. Gleichzeitig wollen wir die Lebensqualität am Donauufer weiter verbessern. Beides muss gemeinsam gedacht werden. Der traditionsreiche Urfahranermarkt und ein attraktives Donauufer sind kein Widerspruch. Ziel ist eine Lösung, die beide Anliegen miteinander verbindet.“

Grüne: „Diskussionsgrundlage für konkrete Planungen“

Auch die Linzer Grünen wollen sich die Kritik Hajarts nicht gefallen lassen. Laut Stadträtin Eva Schobesberger, zuständig für Umwelt und auch Stadtgrün, sei der vorgelegte Vorschlag eine Diskussionsgrundlage. „Ich will mich nicht damit abfinden, dass einer der schönsten Plätze von Linz eine Betonwüste ist. Deshalb habe ich gebeten, für diesen Termin eine Diskussionsgrundlage zu erstellen, die folgende Voraussetzungen erfüllt: Verbesserung für die Anrainer in der Ferihumerstraße, Attraktivierung des Areals, um eine ganzjährige Nutzbarkeit zu ermöglichen sowie Verbesserung für den Urfahrmarkt, auch bei zunehmender Hitze. Bei der diese Woche stattgefundenen ersten Besprechung wurde also kleine Planung diskutiert. Es lag lediglich eine erste Ideenskizze auf dem Tisch“, so Schobesberger. Es sollte laut ihr bei dem gemeinsamen Termin darum gehen, Vorbereitungen für konkrete Planungen auf den Weg zu bringen.

Auch die kolportierten Zahlen (drei Millionen Euro) seien „Fantasiezahlen“. „Derzeit fehlen sogar für eine Grobkostenschätzung noch die Grundlagen.“

LinzPlus fordert von der Stadtregierung „Zusammenhalt“

LinzPlus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik sieht im Urfahraner Marktgelände einen „Rohdiamant, der endlich geschliffen gehört“. Potocnik: „Das Potential ist das eines Central Parks, direkt an der Donau und am Wasser. Mit etwas Hirn kann das über mehrere Jahre schrittweise passieren und so, dass ein verkleinerter Urfahraner Markt sogar attraktiver wird. Leider wird seit neun Jahren nur geredet, wegen Schulden und falscher Prioritäten fehlt das Geld.“

So wie beim Martin-Luther-Platz oder beim Hauptplatz brauche es ein ordentliches Ziel, Budget und dann einen Wettbewerb. Dann soll die beste Idee gewinnen. Ich fordere endlich Zusammenhalt von der Stadtregierung. Der Bürgermeister und Planungsreferent muss – wie so oft bei wichtigen Projekten - dafür sorgen, dass es hier einen guten Prozess, Zusammenarbeit über die Fraktionen hinaus und dann zu einem guten Ergebnis kommt. Ohne einen offenen Wettbewerb und einer tragfähigen Grundlage wird es aber nicht gehen.“

Potocnik schätze die Kosten dafür auf rund fünf Millionen Euro – und zieht Vergleiche: „Wels hat 15 Millionen gekostet, der Martin-Luther-Platz eine Million.“


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