Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ. Zucker füttert Krebs, Operationen lassen Tumore streuen oder unterdrückte Gefühle machen krank – solche Aussagen halten sich hartnäckig. Ein Onkologe des Ordensklinikums Linz erklärt, was wissenschaftlich belegt ist und was nicht.

Holger Rumpold ist Leiter der Hämatologie und Onkologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen (Foto: Ordensklinikum Linz)

Krebserkrankungen beschäftigen die Medizin seit Jahrtausenden. Trotzdem gibt es bis heute viele Missverständnisse. „Ob es heute tatsächlich häufiger auftritt, ist schwer zu beurteilen – womöglich wird es einfach sichtbarer, weil mehr darüber gesprochen wird“, sagt Primar Holger Rumpold, Leiter der Hämatologie und Onkologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

Einer der häufigsten Irrtümer sei, dass Krebs immer tödlich sei. Zwar gebe es Krebsarten mit ungünstiger Prognose, viele Erkrankungen seien heute aber gut behandelbar oder sogar heilbar. Entscheidend seien unter anderem das Stadium bei der Diagnose und das Ansprechen auf die Therapie.

Zucker und Gefühle sind keine Ursache

Auch der Glaube, Zucker „füttere“ Krebs, greife zu kurz. Krebszellen benötigen zwar wie alle Körperzellen Zucker als Energiequelle, eine zuckerarme oder stark kohlenhydratreduzierte Ernährung könne Krebs aber nicht behandeln. Während einer Therapie könne sie sogar schaden, wenn dadurch Muskelmasse verloren gehe. Ernährungsumstellungen sollten deshalb immer mit dem behandelnden Arzt oder Ernährungsexperten abgestimmt werden.

Ebenso gebe es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass unterdrückte Gefühle Krebs verursachen. „Eine solche Verallgemeinerung ist wissenschaftlich nicht haltbar“, betont Rumpold.

Operationen streuen Krebs in der Regel nicht

Auch die Sorge, dass Tumore durch eine Operation gestreut werden, sei laut Rumpold unbegründet. „Für etwa 99 Prozent der Fälle kann dies ausgeschlossen werden.“ Studien hätten keinen Unterschied in den Behandlungsergebnissen gezeigt.

Der Onkologe empfiehlt, sich bei Fragen zu Krebserkrankungen auf seriöse und fachlich geprüfte Informationsquellen zu verlassen, etwa die Österreichische Krebshilfe oder die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (OeGHO).


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden