13. Crossing Europe-Ausgabe zog 22.000 Gäste an
LINZ. Äußersts positive Bilanz kann Christine Dollhofer, die Leiterin des Filmfestivals Crossing Europe ziehen, nach dem die 13. Ausgabe zu Ende ging. Der Besucherzuspruch war enorm: 22.000 Besucher haben in sechs Tagen Filmvorstellungen, Ausstellungen, Talks und Nightline gestürmt.

Seit fast nun 13 Jahren verschreibt sich Crossing Europe der Idee, in Linz anspruchsvolles europäisches Filmschaffen zu präsentieren und bietet die Möglichkeit zum direkten Austausch mit anwesenden Filmschaffenden aus ganz Europa. Sechs Tage lang verwandelte sich die Linzer Innenstadt mit dem Festivalbezirk rund um OÖ Kulturquartier und den Festivalkinos Moviemento und City-Kino zum pulsierenden Mittelpunkt des Festivals.
Frei nach dem Motto „Europe, what is your Destiny?“ versuchte das Festival ein Schlaglicht auf die verschiedenen Nuancen des Film-Kontinents Europas zu werfen.
22.000 Festivalgäste sowie Film- und Musikbegeisterte sind der Einladung gefolgt und haben Filmvorstellungen, Ausstellungen, Talks und die Nightline des Festivals besucht. Damit wurde die letztjährige Bestmarke erneut erreicht. Eine weitere Steigerung bei den Besucherzahlen ist kaum vorstellbar, da aufgrund der räumlichen Kapazitäten und der Dauer des Festivals eine Expansion nicht möglich ist.
Insgesamt 162 ausgewählte Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 35 verschiedenen Ländern (davon insgesamt 123 Premieren) wurden in den zum Großteil ausverkauften Kinos präsentiert.
Preise vergeben
Auch dieses Jahr wurden in den drei Wettbewerbssektionen Competition Fiction, Competition Documentary und Competition Local Artists die besten Einreichungen ausgezeichnet. Geld- und Sachpreise im Wert von rund 28.500 Euro wurden vergeben.
In der Kategorie „Competition - Fiction“ ging der Award ex aequo an „Babai“ von Visar Morina und Rachel Lang für „Baden Baden“. Die Jury (Anna Fodor, Dimitris Kerkinos und Kathrin Kohlstedde) begründete die einstimmig gefällte Entscheidung mit den Worten: „An BABAI, der aus dem Blickwinkel eines Kindes die komplexe Beziehung zwischen Vaterund Sohn thematisiert – in Zeiten des Umbruchs, jedoch ohne in Sentimentalität zuverfallen. Und an Baden Baden für seine herausragende künstlerische Handschrift – ein Film, derden Grenzbereich zwischen persönlicher Tragödie und Komödie auslotet.“
Der Crossing Europe Audience Award - Best Fiction Film ging an den Film „Jajda/Thirsts“ von Svetla Tsotsorkova.
In der Competition - Documentary wurde der Film „Rio Cargo“ von Maya Kosa und Sérgio da Costa ausgezeichnet, mit dem Crossing Europe Social Awareness Award - Best Documentary - Preis für soziale Relevanz eines europäischen Dokumentarfilms. „Dieser Film erfüllt im gegenwärtigen Kino eine schwierige Aufgabe: von der Gegenwart Zeugnis abzulegen und sich die menschliche Fähigkeit zunutze zu machen, über das real Existierende hinaus zu imaginieren, das Echte vom Realen zu unterscheiden – die politischschwierigste Herausforderung für Dokumentarfilmschaffende – und die Welt als universelle Frage von Relevanz darzustellen. So wie es im Film heißt: „Hier siehst du das Universum,“ so die Jury-Begründung.
Die „Local Artist“-Preisträger sind Sinisa Vidovic für „Korida“ und Selma Doborac für „Those Shocking Shaking Days“ sowie Djordje Cenic und Hermann Peseckas mit „Unten“.
Die Jury bewertete „Korida“ als einen „Film, der mit authentischen, starken Charakteren und klaren Bildern in die Welt einer jahrhundertealten Tradition führt. Speziell die kleinen Gesten und der respektvolle Umgang von Mensch und Tier schaffen eine Verbundenheit trotz ethnischer und konfessioneller Unterschiede.“
Jurybegründung „Those Shocking Shaking Days“: „Wir vergeben den Preis an einen Film, der die Frage aufwirft, wie und ob man Krieg filmisch darstellen kann und an inhaltliche wie formale Grenzen führt. Er provoziert einen Dialog zwischen Regisseurin und Publikum: intensiv, hochintellektuell und lange nachwirkend.“
Den „Social Awareness Award - Local Artist“ erhielt der Film „Unten“, Jurybegründung: „Wir vergeben den Preis an einen Film, der sich anhand einer intimen Familiengeschichte aufdie Suche nach der eigenen Identität begibt. Selbstreflektiert und humorvoll schafft er es einenBlick auf größere Zusammenhänge herzustellen. Die Regisseure ermöglichen uns einen Einblick in die Welt von GastarbeiterInnen und ihren Kindern, der berührt und das Oben und Unten verbindet.“
Der Creative Region Music Video Audience Award ging an Leni Gruber für „Wösside - Wös RRap Rec“, „Last Supper IV“ von Maria Czernohorszky wurde mit dem Local Artist Atelierpreis ausgezeichnet.
Hinweis
Alle Infos, Bilder und mehr zum Festival gibt's unter www.crossingeurope.at


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