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LINZ. Multi-Percussionist Martin Grubinger gastiert am 16. Juli im Rahmen von Klassik am Dom in Linz. Der Oberösterreicher wird mit seinem Percussive Planet Ensemble eine tolle Show aus unterschiedlichsten Klangwelten und südamerikanischen Rhythmen bieten. Tips hat sich mit dem „Popstar der Klassikszene“ unterhalten.

Percussion-Star Martin Grubinger füllt Konzertsäle von New York bis Tokio. Foto: F. Broede
  1 / 2   Percussion-Star Martin Grubinger füllt Konzertsäle von New York bis Tokio. Foto: F. Broede

Tips: Ihr Konzert bei Klassik am Dom läuft unter dem Titel „Heimspiel“. Für Sie ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein solches ...

Grubinger: Ja, ich habe in Linz studiert. Früher war es noch das Bruckner Konservatorium, jetzt die Anton Bruckner Uni. Als 13-Jähriger bin ich jeden Freitag mit dem Zug nach Linz und hab dann über zehn Jahre in Linz studiert. Für mich war das fantastisch, weil es die Grundlage dafür war, was ich beruflich heute machen kann. Ich habe auch nach wie vor sehr starken Bezug zu den Lehrenden, zum Haus und versuche mich auch ein wenig zu engagieren.

Tips:Ist es auch etwas Besonderes, ein Konzert vor „Heimpublikum“ zu geben?

Grubinger: Ganz klar, das ist so wie bei Fußballmannschaften, wenn sie vor den eigenen Fans spielen. Es kommen viele Freunde und Nachbarn zum Konzert. Im gesamten Percussive Planet Ensemble sind auch sehr viele Oberösterreicher, das wird für alle etwas Besonderes. Und dann auch noch das besondere Ambiente bei Klassik am Dom vor dem Mariendom. Wir sind vorher schon auf Tour, aber Klassik am Dom wird ein spezielles Highlight für uns.

Tips:In Linz wird erstmals auch ihr Beitrag für den Eurovision Song Contest 2015 mit dabei sein ...

Grubinger: Genau, erstmals – das wird eine echte Premiere. Wir haben damals auf Initiative von Kathrin Zechner den Beitrag als Alleinstellungsmerkmal für den Song Contest komponiert. Aber es hat soviel Spaß gemacht, dass wir es einfach nochmal machen wollten. Das wird gerade bei Klassik am Dom akustisch ganz speziell präsentiert. Es werden neun Minuten mit soviel Freude…

Tips:Sie leben mit ihrer Familie in Neukirchen an der Vöckla. Trotz dichtem Zeitplan lassen Sie es sich nicht nehmen, mit der Musikkapelle Neukirchen mitzuspielen.

Grubinger: Ich habe große Bewunderung für die Blasmusiktradition. Und natürlich macht es mir Freude, Teil davon zu sein. Die Leidenschaft und Hingabe, die die Musikanten haben – da kann man sich auch als Profi viel mitnehmen. Man darf nicht vergessen, für sie ist es nur Hobby - und sie haben so ein hohes Niveau. Mir macht das große Freude - und meine Verwandten spielen auch in der Kapelle – das ist auch Familientradition.

Tips:Was macht Martin Grubinger in seiner Freizeit, wenn er gerade nicht übt, spielt, in der Welt unterwegs ist? Gibt“s spezielle Hobbys?

Grubinger: Viele, zum Beispiel Fußball. Wir haben auch bei mir zu Hause einen eigenen Platz gebaut, da sind wir viel draußen und kicken. Jetzt natürlich grad die Euro – ich bin ein richtiger Fußballfreak und ein großer Bayern-München-Fan. Natürlich bin ich auch geschichtlich und gesellschaftspolitisch interessiert und versuche mich zu engagieren. Ich treffe auch einfach nur gerne Leute um zu quatschen.

Tips:Musik spielte bei Ihnen schon in sehr jungen Jahren eine große Rolle. Legen Sie darauf auch bei ihrem Sohn Wert?

Grubinger: Schon, ja, aber auf spielerische Art und Weise. Im Kindergarten und bei der musikalischen Früherziehung. Er nimmt bei meinem Vater in Mondsee Schlagzeugunterricht, mit meiner Frau (Anm. Pianistin Ferzan Önder) spielt er ein wenig Klavier. Ich finde es grundsätzlich wichtig, dass Kinder Musik mit etwas Positivem assoziieren. Dass den Kindern die Musik im Kindergarten und von Lehrern näher gebracht wird. Wir sind eine Kunst- und Kultur-Nation. Ich glaube, wir sollten da wieder einen stärkeren Fokus darauf legen. Natürlich, Mathematik und Sprachen sind wichtig. Aber gerade die Künste sind etwas, die ein Leben lang erhalten bleiben. Wenn man früh mit Musik beginnt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man ihr ein Leben lang treu bleibt. Und das versuche ich auch meinem Sohn zu vermitteln, ohne Zwang.

Tips:Ihre Konzerte sind körperlich sehr anstrengend – wie lange denken Sie wird das in dieser Form für Sie noch funktionieren?

Grubinger: Ein paar Jahre sollte es noch gehen. Ich hab einen Masterplan, mal schauen, ob sich der verwirklichen lässt: mit 40 etwas ganz anderes machen, vielleicht studieren. Es war grundsätzlich nie der Plan, ein Leben lang Schlagzeug zu spielen, sondern auch noch etwas anderes zu probieren.

Tips:Ihr Wunsch-Studienfach?

Grubinger: Geschichte, das fasziniert mich. Aber es stellt sich schon die Frage: Kann ich mir das leisten, auszusteigen? Die Welt hat sicher nicht auf einen 40-jährigen Geschichte-Studenten gewartet (lacht).

Klassik am Dom: Martin Grubinger - Heimspiel

Samstag, 18. Juli, 20 Uhr, Domplatz Linz; Tickets gibt's bei Tips, www.klassikamdom.at, im Domcenter Linz (Tel. 0732/946100) und bei Ö-Ticket.


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