Ausstellungen: Strobl und Dreux im Lentos
LINZ. Mit Ingeborg Strobl und Béatrice Dreux zeigt das Kunstmuseum Lentos aktuell eine Werkschau einer etablierten zeitgenössischen Künstlerin und gibt einer Neuentdeckung Raum.

Ingeborg Strobl hat für den großen Saal des Lentos eine Präsentation konzipiert, die Arbeiten aus all ihren Werkphasen miteinander in Beziehung setzt. „Die grundlegende Überlegung war es, einen substanziellen Einblick in die Arbeit Strobls zu geben“, so Lentos-Direktorin und Kuratorin der Strobl-Ausstellung Stella Rollig. „Strobl macht eine groß angelegte Reflexion über das kommunizieren mit Bildern. Wie kann man mit Bildern manipulieren, welche Botschaften setze ich frei.“
„Es ist im Grunde eine neue Arbeit, die aber aus Stücken aus verschiedenen Zeiten zusammengestellt ist. Während des Durchstöberns meiner Arbeiten bin ich auf neue Ideen zur Kombination gekommen“, erklärt die zeitgenössische Künstlerin Ingeborg Strobl selbst. Der Betrachter wird zu eigenen Assoziationen eingeladen. „Nicht alles was ich mache ist erklärbar, auch für mich selbst nicht“, so Strobl, „egal was sich der Einzelne zu den Arbeiten denkt, ist richtig.“
Zu sehen sind Collagen, Objekte, Offsetdruck, Fotografien, Zeichnungen, Keramikobjekte, Videos und mehr. Ihre Fotos mache sie nach wie vor mit ihrer analogen Kamera, die sie sich im Jahr 1969 als Studentin gekauft habe, erzählt die Künstlerin.
Zur Ausstellung von Ingeborg Strobl erscheint auch das Buch „Ingeborg Strobl“, mit Texten von Stella Rollig.
„Geheimtipp“
Im Lentos-Untergeschoss wurde die Ausstellung von Béatrice Dreux eröffnet. Schon in der Ausstellung „Rabenmütter“ war Dreux vertreten, es ist nun die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin, die 1972 in Frankreich geboren wurde und in Wien lebt und arbeitet. Zu sehen sind rund 30 überwiegend großformatige Öl- und Acrylbilder auf Leinwand - vor allem neue Werkserien von 2014 bis 2016. Inspiriert von Urformen der Kunst entwickelte Dreux eine eigensinnige, figurative und vor allem farbstarke Malerei.
Im hell erleuchteten Untergeschoss überwältigen die Werke in ihrer energiegeladenen Farbenpracht den Betrachter. „Es ist Malerei, die aus der Farbe kommt, die Linie wird ironisch in Farbpunkte aufgelöst“, so Kurator Robert Fleck. Thematisch stellt Dreux die Frau und das Weibliche in den Mittelpunkt. Für den Kurator ist Dreux ein Geheimtipp. „Das Lentos zeigt hier „Nicht-Kunstmarkt-Kunst““, so Fleck, „das Museum erfüllt die Rolle, eine Entdeckung breit vorzustellen.“
Sound-Art
Ebenfalls neu ist die Klanginstallation der jungen Künstlerin Julia Tazreiter im Lentos Leseraum - ein Zusammenspiel von Signalen und Wasser. Wasser tropft auf Audiokabel und löst Kurzschlüsse aus. „Dieser technische Effekt, den man normalerweise vermeiden möchte, wird zu einer fast poetischen Komposition“, so Kurator Magnus Hofmüller.
Ausstellungen
Ingeborg Strobl: bis 18. September
Julia Tazreiter: bis 18. September
Béatrice Dreux: bis 2. Oktober
Alle Infos unter www.lentos.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden