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LINZ. Vor acht Jahren machte sich Kurt Palm mit „Der Zwerg ruft“ zur Speerspitze der Kritik an den Proponenten des Kulturhauptstadtjahres Linz09. Nun gibt es ein Wiedersehen mit Rudi, Bertl und Lindi - Karl F. Kratzl, Ferry Öllinger und Georg Lindorfer.

Die neue Groteske von Kurt Palm wird am 2. Februar uraufgeführt. © APA/Hans Punz
Die neue Groteske von Kurt Palm wird am 2. Februar uraufgeführt. © APA/Hans Punz

 “Ein Sommernachtstraum oder Badewannengriffe im Preisvergleich“, lautet der etwas sperrige Titel des neuesten Machwerks aus der Feder Kurt Palms, bei dem er auch Regie führt. Es soll keine Fortsetzung des „Zwerg“ sein, sondern eine „komplett neue Geschichte“ mit den selben Gestalten und Akteuren. Das Trio Kratzl/Öllinger/Lindorfer hat sich Palm ausbedungen, denn: „Ich ertrage die Papageien auf der Bühne nicht mehr, die fünf Jahre in der Schauspielschule waren und dann alle gleich klingen“, geht er mit der Theaterszene hart ins Gericht.

„Kupfermuckn“-Verkäufer proben Shakespeare

Zur Geschichte: Die obdachlosen „Kupfermuckn“-Verkäufer Bertl, Rudi und Lindi proben im Linzer KPÖ-Heim den „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. Als sie im Radio die Meldung von der Ermordung John F. Kennedys hören, merken sie, dass sie in ein Zeitloch gefallen sein müssen. Der Zuseher begibt sich auf einen absurden „Trip durch das wilde Kurtpalmistan“ (Copyright Phönix), wo unter anderem auch der „Geist von Hamlets Vater“ und das „Gespenst des Kommunismus“ herumspuken.

KPÖ-Heim als „Zeitkapsel“

Die Idee des Linzer KPÖ-Heims als „Zeitkapsel“ sei ihm nach einer Lesung ebendort vor eineinhalb Jahren gekommen, schilderte Palm bei der Vorstellung des Stücks am Freitag. Für ihn war es ein Wiedersehen mit den Räumlichkeiten, die er seit Studentenzeiten nicht mehr besucht hatte, die aber - inklusive der darin anwesenden Personen - unverändert geblieben schienen. „Ich bin mir vorgekommen wie in einer Zeitmaschine.“ Der Autor bezeichnet sein Stück dezidiert als „Hommage an die Kommunistische Partei“, über die er „aus einer Position der Sympathie“ Witze mache. Andere Couleurs der heimischen Innenpolitik werden wohl aus einer weniger wohlwollenden Position ihr Fett abbekommen.

Zu Kurt Palms Theaterstück

„Ein Sommernachtstraum oder Badewannengriffe im Preisvergleich“, Text und Regie: Kurt Palm, Ausstattung: Michaela Mandel. Mit: Ferry Öllinger (Bertl), Karl Ferdinand Kratzl (Rudi), Georg Lindorfer (Lindi), Tom Pohl (Der Mann mit dem Diaprojektor/Inspektor Clouseau). Uraufführung am 2. Februar, 19.30 Uhr, Theater Phönix. Weitere Vorstellungen am 4.-5., 8.-12. und 14.-19. Februar. www.theater-phoenix.at


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