Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

folkshilfe: "Wir machen nicht Musik nach dem Motto: Was ist der schnellste Weg zum Porsche?"

Redaktion Linz, 25.08.2017 09:04

Linz. „BAHÖ“ heißt das neue Album der folkshilfe, das seit 25. August erhältlich ist. Im Interview sprechen Gabriel Haider, Florian Ritt und Paul Slaviczek über Schubladen, junge Bands in Österreich und Maria Dolores. Und drei Exemplare des neuen Albums gibt“s auch zu gewinnen. 

folkshilfe präsentieren am 25. August ihr neues Album "BAHÖ" Foto: Grünwald
  1 / 2   folkshilfe präsentieren am 25. August ihr neues Album "BAHÖ" Foto: Grünwald

Tips:Was ist beim neuen Album anders als bei seinem Vorgänger „Mit F“?

Ritt: Wir haben mehr herumprobiert und haben herausgefunden was uns gefällt, sind an unsere Grenzen gegangen und haben neue Möglichkeiten verortet. Wir haben es auch bewusst vielfältiger gelassen als den Vorgänger und haben versucht, nicht alle Kanten herauszubügeln.

Tips:Der Arbeitstitel des Albums war auch „Ecken und Kanten“. Wie wurde daraus „BAHÖ“?

Ritt: Ecken und Kanten hat als Arbeitstitel gut zum Album gepasst. Wir müssen uns oft erklären oder sollen uns in eine Schublade pressen lassen.  Den einen sind wir zu poppig, den anderen zu alternativ. Wir machen aber weiterhin „Quetschn-Pop“ mit Synthesizern, ohne uns einordnen zu lassen. Das Wichtigste sind für uns aber die Fans. Und die kommen aus allen Lagern und Musikrichtungen von Attwenger bis Gabalier.

Tips:Gibt es für Musiker, die im österreichischen Dialekt singen, eine Art geografische Grenze, an der der Text nicht mehr funktioniert?

Haider: Wir sind bis jetzt auf keine gestoßen. Es kommt oft gar nicht darauf an, dass die Leute verstehen was man singt, sondern eher auf die Energie, mit der man auf der Bühne steht. Wir versuchen einfach Schritt für Schritt unseren Radius zu vergrößern und mittlerweile kommen wir bis nach Norddeutschland und auch dort funktioniert das noch gut.

Tips:Was wünscht ihr euch für junge Bands in Oberösterreich, um den Start als Band zu erleichtern?

Ritt: Eigentlich passt das schon so. Klar könnte man im Radio mehr Songs von österreichischen Musikern hören, aber am Ende ist jeder zurecht dort wo er ist. Bilderbuch füllen nicht die Tabakfabrik, weil man einen Song von ihnen im Radio spielt, sondern weil sie selbst jahrelang daran gearbeitet haben. Man merkt, dass heute Radiosetlists nicht mehr das Wichtigste sind, um mit Musik Erfolg zu haben. 

Slaviczek: Man könnte auch sagen: „Von nichts kommt nichts!“

Tips: Ihr seid auch außerhalb von folkshilfe viel unterwegs, Florian hat die Agentur gegründet, die folkshilfe vertritt, Gabriel und Ex-Bandkollege Matthias führen einen Kulturverein in Ottensheim, Paul hat bei „Düsenfried and the Stuffgivers“ gespielt. Dazu gibt es noch Projekte wie den „Tourlaub“. Bleibt euch neben der folkshilfe Zeit für alle anderen Dinge?

Slaviczek: Die folkshilfe ist momentan ein Fulltime-Job, da bleiben die anderen Sachen ein bisschen auf der Strecke. Die „Stuffgivers“ legen zum Beispiel gerade eine längere Pause ein.

Ritt: Bei den anderen Vorhaben ist es so, dass sie sich rund um die folkshilfe entwickelt haben und dass das Projekte sind, bei denen wir mit unseren Freunden zusammenarbeiten können. Im Moment nimmt aber wirklich die folkshilfe am meisten Zeit in Anspruch.

Tips: Gibt es so etwas wie ein Ziel der folkshilfe, einen Punkt, an dem man sagen kann: „Jetzt ist alles erreicht?“

Ritt: Nein, eigentlich nicht. Wir machen ja nicht Musik nach dem Motto: „Was ist der schnellste Weg zu einem Porsche?“ Vielmehr genießen wir den Moment und testen die Grenzen unserer Musik sowohl geografisch als auch stilistisch aus. Bis jetzt sind wir noch an keine Grenzen gestoßen.

Tips:Wie viel persönliche Erlebnisse stecken in euren Texten? Oder anders gefragt: Wer ist Maria Dolores?

Ritt (lacht): Natürlich stecken in unseren Texten auch private Erfahrungen. Wir versuchen aber meistens, Musik zu machen über Themen, mit denen sich viele Menschen identifizieren können. „Sheriff“ zum Beispiel ist eine Autofahrerhymne, die wir gemeinsam mit „Blonder Engel“ geschrieben haben. Denn egal wie entspannt jemand ansonsten ist, beim Heimfahren schimpfen alle. Uns ist auch wichtig, dabei immer ein Augenzwinkern zu haben. Es passiert soviel gerade in der Welt und wir wollen zwar zum Nachdenken anregen, aber immer mit ein bisschen Humor.

Tips:Wie funktioniert die Entscheidungsfindung innerhalb der Band?

Ritt: Wir entscheiden alles gemeinsam, auch die Songs entstehen zu dritt. Es ist aber auch so, dass jeder ein Spezialgebiet hat, für das er zuständig ist und wo er auch die Entscheidungsgewalt hat. Paul macht zum Beispiel unser facebook „Flogs mit F“ und da entscheidet er, was wir zeigen. Am Ende wird aber alles noch gemeinsam durchgeschaut.

Hinweis

folkshilfe ist am 17. November 2017 im Posthof Linz live zu erleben. Tickets gibt's bei Tips, unter www.posthof.at, bei Ö-Ticket und in allen bekannten Kartenbüros.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden