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LINZ (APA). Seit Mai ist Hemma Schmutz Direktorin im Linzer Kunstmuseum Lentos. Anlässlich der Präsentation des Programms für 2018 sprach sie mit der APA über Sparen, Werbung und Veränderungen. Beim Programm sei sie „nicht auf Nummer sicher gegangen“, denn das wäre langweilig. Vorteile erwartet sie sich von der Ausgliederung des Hauses in die Museen der Stadt Linz GmbH.

Hemma Schmutz Foto: LENTOS Kunstmuseum Linz/Susanne Maschek
Hemma Schmutz Foto: LENTOS Kunstmuseum Linz/Susanne Maschek

Im Frühjahr kam Schmutz nach Linz, im Herbst brachen Gerüchte über eine Zusammenlegung von Museen beziehungsweise deren Beständen aus. „Im Moment gibt es eine klare Ansage, dass der Bürgermeister (Klaus Luger, SPÖ, Anm.) das prüft und bis Ende des ersten Quartals 2018 eine Entscheidung trifft. Und die Gespräche finden auf der Ebene der Kulturdirektoren statt, so sie stattfinden“, äußerte sich die 51-Jährige. Die Kürzungen im Landeskulturbudget würden das Lentos nicht betreffen, da es bis dato eine städtische Institution sei.“Die Stadt hat ja freundlicherweise unser Budget nicht gekürzt, das muss man einmal positiv erwähnen.“ Natürlich sei man solidarisch mit den Kollegen, die von Kürzungen betroffen sind, und habe Interesse, diese so weit als möglich zu unterstützen, wobei man sich als größere Institution leichter tue als kleine.

In Linz werde vertrauensvoll und produktiv gemeinsam gearbeitet, das habe sie als sehr positiv erlebt, so Schmutz. Konkret sprach sie die Kooperation - „ein Erfolgsmodell“ - von Landesgalerie und Stadtmuseum Nordico heuer bei der Klemens-Brosch-Ausstellung an, die 2018 ihrer Vorgängerin Stella Rollig ans Belvedere folgen wird, kuratiert von Lentos-Vizedirektorin Elisabeth Nowak-Thaller.

GmbH: Schneller agieren

Positiv sieht die gebürtige Kärntnerin die Ausgliederung von Lentos und Nordico in die Museen der Stadt Linz GmbH mit Jahreswechsel. Sie ist dann wie der kaufmännische Direktor Gernot Barounig Geschäftsführer. „Für uns schlagend ist, dass wir dann in bestimmten Agenden schneller agieren können, im besonderen personalpolitisch, was für uns, da wir in einem sehr speziellen Segment arbeiten, durchaus interessant ist.“ Sie hofft auch, dass es leichter wird, Projektpartner zu finden, auch einmal den Bund oder das Land, denn als Abteilung eines Magistrats. Für die Mitarbeiter werde sich nichts ändern.

Kleines Team

Wobei das Lentos sehr schlank mit Personal bestückt sei, „unsere Mitarbeiter leisten extrem viel“. Doch auch mit Umschichtungen tut sich die Kunsthistorikerin schwer, mehr Mittel für Mitarbeiter zu schaffen. „Wir haben geschaut, aber uns ist nichts eingefallen, was man lassen könnte. Denn alles, was wir machen, ist sinnvoll, besonders im Bereich der Vermittlung.“ Projekte für Gehörlose, Migranten und Schulen möchte sie nicht streichen, diese seien wichtig für ein inklusives Arbeiten, „wo du versuchst, nicht nur für die Elite da zu sein“.

Unterstützung aus der Wirtschaft

Finanzielle Unterstützung sucht Schmutz in der Wirtschaft. „Das läuft gut.“ Zudem sei 2017 mit Vermietungen der höchste Betrag erwirtschaftet worden, seit man das mache. Mit mehr Mitteln könne man mehr werben. Die Linz AG habe zugesagt, eine Straßenbahn zur Ausstellung „1918 - Klimt - Moser - Schiele“ zu sponsern. Das sei eine immense Hilfe, „weil da hat man eine Präsenz, zumindest eine Zeit lang, die können wir uns mit unserem normalen Budget einfach nicht leisten“. Mehr Auffallen in der Stadt und den Eingang des Lentos mehr zu betonten, sind längerfristige Pläne der engagierten Lentos-Frontfrau. Es gehe ihr darum, einen Effekt zu erreichen, der aber auch mit der Schlichtheit und Eleganz des Gebäudes nicht in Widerspruch steht. Sie will die Grenze zwischen innen und außen stärker bearbeiten, „die Message von innen nach außen schicken“, sei es über Medien, eine Bim, über Plakate „und sei es, dass wir selber verstärkt unsere Auslagen benutzen, dass die Leute einfach neugierig werden“.

Gerne in Linz

Die Kärntnerin und zuletzt Wahl-Wienerin hat sich gut eingelebt.“Ich bin Linzerin geworden und - um auch etwas Privates zu sagen - immer mehr am Wochenende hier und fühle mich sehr wohl.“ Die Aufenthalte in Wien, wo sie am Aufbau des Depot mitarbeitete und als Kuratorin bei der Generali Foundation war, seien immens wichtig, betont Schmutz. Es gehe darum, auch dieses Publikum verstärkt anzusprechen und die Programme zu kommunizieren. „Man muss etwas machen, was woanders nicht zu sehen ist, und was attraktiv genug ist, dass sich die Leute in den Zug setzen, oder ins Auto“, erklärte sie ihr Vorhaben.

So erwartet sie sich für 2018, „dass meine Pläne aufgehen“. Man könne sich da nie sicher sein und „ich habe nicht auf Nummer sicher gespielt, was ich auch gut finde, denn das wäre sonst langweilig“. Auf die Frage, wie ein Programm Nummer sicher ausgeschaut hätte, lachte sie: „keine Ahnung“. Das Programm und die Kunstankäufe machen ihr großen Spaß. Zeit für Lehraufträge wie an der Angewandten in Wien bleibe derzeit nicht. Aber sie sitze gerne in Jurys, „weil es Information ist, weil man in kurzer Zeit sehr viele Portfolios durchschaut, wo man immer etwas lernt und wo man auch präsent ist, über Oberösterreich hinaus“, sagte die Literaturliebhaberin. 


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