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Online Redaktion, 27.02.2018 14:56

LINZ (APA). Die von Land OÖ und Stadt Linz angepeilte Verschränkung ihrer Museen dürfte geplatzt sein. Bürgermeister Klaus Luger bezeichnete eine Fusionierung in einem Bericht der OÖ Nachrichten als „völlig unrealistisch“ und will nur eine Kooperation im Vertrieb. Kulturreferent Landeshauptmann Thomas Stelzer zeigte sich daraufhin „irritiert“, betonte aber, seine Hand bleibe ausgestreckt.

Landeshauptmann Thomas Stelzer Foto: Volker Weihbold
  1 / 2   Landeshauptmann Thomas Stelzer Foto: Volker Weihbold

Hintergrund der Diskussion ist, dass Stelzer Einsparungen im Kulturbereich angekündigt hat und dabei zunächst auf Umstrukturierungen setzen will. Zudem steht bereits seit Jahren die Idee im Raum, dass die Kultureinrichtungen von Stadt Linz und Land Oberösterreich zumindest in Bereichen wie Marketing oder Vertrieb zusammenarbeiten könnten.

Ursprüngliche Überlegungen

Im Museumsbereich war angedacht, die Landesgalerie ins Schlossmuseum zu übersiedeln und mit diesem stärker zu verschränken, ihre Kunstbestände auf Schlossmuseum (Land) und Lentos (Stadt Linz) zu verteilen und den freiwerdenden Standort zum Haus der Natur umzugestalten. Dazu sollte das am Stadtrand situierte Biologiezentrum in das Gebäude der Landesgalerie übersiedeln und dessen bisheriges Areal verkauft werden. Ebenfalls im Raum stand die Idee, das Linzer Stadtmuseum Nordico zu schließen, was die Stadt aber - nachdem sie diesen Schritt aus Budgetgründen einst selbst erwogen, aber verworfen hatte - ohnehin ablehnt.

„Fusion unrealistisch“

Im Detail bestätigt wurden all diese Pläne nie, dementiert auch nicht. Man wolle erst einmal Gespräche führen und dann über die Ergebnisse informieren, so der Tenor. Für Dienstagnachmittag war ein Gespräch zwischen Stelzer und Luger geplant, in dessen Vorfeld Luger der Museumshochzeit aber nun via Zeitungsinterview eine Absage erteilte: „Eine Fusionierung ist völlig unrealistisch“, so der Bürgermeister. „Dass daraus nichts wird, liegt aber weniger an der Stadt, sondern daran, dass sogar die Fachbeamten des Landes unterschiedlicher Meinung darüber waren.“

Das Landesmuseum betreibe zehn Standorte in ganz Oberösterreich, so Luger im Gespräch mit der APA, die Stadt nur zwei. „Eine gemeinsame Führung macht da keinen Sinn.“ Sehr wohl kann er sich aber gemeinsame Werbung, Marketing und Ticketing vorstellen. „Das kann man heute mit mir beschließen“, so der Stadtchef im Vorfeld des anberaumten Gesprächs mit Stelzer.

„Nicht mein Stil“

Stelzer betonte, er sei weiter an Gesprächen interessiert, übte aber Kritik am Ausrichten von zentralen Standpunkten via Medien vor einem fixierten Vier-Augen-Termin. „Mein Stil ist das nicht.“ Luger begründete sein mediales Vorpreschen damit, dass die Sache aufgrund einer Indiskretion, die nicht der Stadt zuzuschreiben sei, bereits verfrüht an die Öffentlichkeit gelangt sei.

Der Landeshauptmann zeigte sich enttäuscht, dass nun auch die Minimalvariante des Zusammenschlusses im Museumsbereich an Linz scheitere. Er hätte ursprünglich überhaupt für eine große gemeinsame Holding für den gesamten Kulturbereich plädiert. „Aber da gab es leider schon zu Beginn der Gespräche ein 'Njet' aus Linz.“ Das Angebot für eine große Holding für den gesamten Kulturberei bleibe aber aufrecht, wie Stelzer in einer Aussenung mitteilt. Es gehe nicht um Eitelkeiten, sondern um den sparsamen Einsatz von Steuergeld, strebt Stelzer weiterhin eine Einigung mit der Stadt Linz an.

Strukturen zu verschieden

Luger begründet auch diese Ablehnung mit den unterschiedlichen Strukturen. Die Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA sei ein Mehrspartenbetrieb, der nicht nur Kultureinrichtungen wie das Brucknerhaus betreibe, sondern auch Sportveranstalter sei. Auch sei es gut für die Vielfalt, wenn „nicht alles aus einer Hand programmiert wird“, noch dazu wo die Einsparungsmöglichkeiten aus einer Zusammenlegung der städtischen LIVA und der TOG (Theater- und Orchesterholding bestehend aus Landestheater und Brucknerorchester, Anm.) des Landes gering wären, argumentierte Luger.


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